Empfang für oberste Gerichtshöfe in Karlsruhe nimmt aktuelle Krisen in den Blick
Karlsruhe/Freiburg, (20.07.2022). Beim Jahresempfang des Foyers Kirche und Recht für das Bundesverfassungsgericht, den Bundesgerichtshof, die Bundesanwaltschaft und die Rechtsanwälte beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe haben die Rednerinnen und Redner am Dienstag (19. Juli) den Fokus auf die aktuellen Krisen und die in diesem Zusammenhang ausgerufene „Zeitenwende“ gelegt. Hauptredner Prälat Dr. Karl Jüsten, Leiter des Katholischen Büros in Berlin, hob dabei die Rolle der Institutionen hervor, „sachlich begründet und ethisch fundiert zu den Veränderungsprozessen Stellung zu nehmen“. Zugleich müssten die Institutionen „eigene Positionen selbstkritisch in Frage zu stellen“, sagte Dr. Jüsten vor den leitenden Juristinnen und Juristen sowie kirchlichen Vertretern, darunter der Freiburger Erzbischof Stephan Burger und die Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, Prof. Dr. Heike Springhart. Gerade die Kirche könne dabei auf ein Langzeitgedächtnis zurückgreifen, „in dem die Erinnerung an viele Zeitenwenden, an viele Erfahrungen der Menschheit und das christliche Ethos bewahrt ist“, sagte Dr. Jüsten. Es genüge jedoch nicht, das Bestehende schlicht zu bewahren, wie es oft gefordert werde. Vielmehr müsse sich die Kirche immer wieder auf den Kern ihrer Botschaft besinnen, wenn ihre Lehre aktuell und in Zukunft für die Menschen bedeutsam sein soll. So lohne auch ein Blick auf die besondere Bedeutung der Tugenden, die bei der Bewältigung der Zeitenwende zum Tragen kommen. Dr. Jüsten zeigte sich überzeugt, „dass diese Verhaltensdispositionen den Menschen dazu befähigen von innen heraus das Gute und Richtige nicht nur zu wollen, sondern es auch zu tun.“