Gedanken zum Monatsspruch von Elke Piechatzek
zu allen Andachten
Monatsspruch November 2025

Hesekiel platzt der Kragen. Er sieht, wie die Mächtigen sich die Bäuche vollschlagen, während das Volk verhungert. Wie sie sich in Wolle kleiden, während andere frieren. Wie sie das Fett abschöpfen und die Schwachen zertreten.
"Wehe euch!", schreit er sie an. "Ihr nennt euch Hirten, aber ihr seid Wölfe!"
Und dann - mitten in seiner Wut - zeigt er ihnen, worum es wirklich geht.
Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und
das Verirrte zurückbringen und das Verwundete
verbinden und das Schwache stärken.
Vier Dinge, die alles entscheiden:
Vier Fragen, die ich uns heute stellen möchte:
Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und
das Verirrte zurückbringen und das Verwundete
verbinden und das Schwache stärken.
Vier Dinge, die alles entscheiden:
Vier Fragen, die ich uns heute stellen möchte:
Sucht ihr die Verlorenen? Die, die keiner mehr auf dem Schirm hat. Die Abgehängten. Die, die durch alle Raster fallen. Oder kümmert ihr euch nur um die, die sowieso funktionieren?
Holt ihr die Verirrten zurück? Die, die falsch abgebogen sind. Die sich verlaufen haben. Die nicht mehr wissen, wo sie hingehören. Oder sagt ihr: Selber schuld?
Verbindet ihr die Verwundeten? Die mit den offenen Wunden. Die Verletzten. Die, bei denen was kaputtgegangen ist. Oder ignoriert ihr den Schmerz?
Stärkt ihr die Schwachen? Die, die nicht mehr können. Die am Ende sind. Oder gilt: Friss oder stirb?
Das sind keine alten prophetischen Worte über Gott.
Das sind die Fragen für heute. Für jeden Ort, wo Menschen Macht haben - und sei sie noch so klein.
Die Frage, die Hesekiel stellt: Wem dient eure Macht? Den Starken, die noch stärker werden? Oder denen, die wirklich Hilfe brauchen?
Gott macht vor, wie es geht: Er sucht. Er holt zurück. Er verbindet. Er stärkt. Bei denen, die es brauchen.
Das ist der Maßstab. Damals wie heute.
Ich wünsche uns einen gesegneten November.
Elke Piechatzek
Diakonin



