Religionspädagogik in Evangelischen KiTas

 

Das Profil Evangelischer Kitas

Was bietet eine evangelische Kindertageseinrichtung?
Worin zeigt sich das spezifisch evangelische Profil?
In welchem Licht sieht christlicher Glaube Kinder?
Wie wirkt sich diese Sicht im Alltag einer Kindertageseinrichtung aus? 

Antwort auf diese Fragen gibt das "Profil evangelischer Kindertageseinrichtung in Baden".
Wo evangelisch draufsteht, soll auch evangelisch drin sein - und das in diesen erkennbaren Eckpunkten: 

  • Fachliche Qualität
  • Freundliche Beziehungen
  • Angebot christlicher Lebensorientierung
  • Leben in religiöser und weltanschaulicher Vielfalt
  • Teilhabegerechtigkeit
  • Zusammenleben mit der Kirchengemeinde.

    Dazu gehören natürlich ganz grundständige religionspädagogische Anliegen wie Zugänge zu biblischen Geschichten, christliche Rituale oder die Gestaltung des Kirchenjahres.
     
  • Zum Profil evangelischer Kindertageseinrichtungen gehören u.a. auch Impulse zur Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung („Grünes Küken“)
  • Religiöse Bildung bei Kindern im Alter von 0 - 3 Jahren
  • die Stärkung der Kinder für die Herausforderungen des Lebens (Resilienz) durch Religion
    ein aktives und sensibles Miteinander in religiöser Vielfalt
  • Ermächtigung zu und Ermöglichung von Teilhabe (Inklusion)
    und die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern auch in religiösen Fragestellungen und Themen.

    Diese religionspädagogische Arbeit wird in den Kirchenbezirken durch qualifizierte Referentinnen und Referenten unterstützt und begleitet. Sie bieten den Einrichtungen teaminterne Fortbildungen, regionale Fachtage oder anderen Fortbildungsformate an, welche kostenlos abgerufen werden können. So können auch kleine Teams unterstützt oder besondere religionspädagogische Themen oder Fragestellungen aufgegriffen werden.
  

Evangelisches Profil

in unseren Kindertagesstätten
Religion leistet einen wichtigen Beitrag zur Identitätsbildung und zur Entwicklung eines positiven Weltbildes. Die Evangelischen Kindertagestätten stärken diesen Beitrag mit regelmässigen Schulungen der Mitarbeiter/innen zu religiösen Fragen.
Diakonin Patricia Schneider - Winterstein bietet dazu Fortbildungen für Evangelische Kindertagesstätten an.
  

Patricia Schneider-Winterstein

Diakonin Wiesloch und Projekt Religionspädagogik in Evangelischen Kindertagesstätten
 
 
Fortbildungen mit Diakonin Patricia Schneider-Winterstein
 

„Gute Antworten finden – wo Glaube wächst und Leben sich entfaltet“

Seit August 2017 ist Gemeindediakonin Patricia Schneider-Winterstein (PSW) Kirchenbezirksbeauftragte für Religionspädagogik in Ev. Kindertagesstätten in der Südlichen Kurpfalz . Elke Piechatzek (EP) hat sie zu ihrem neuen zusätzlichen Aufgabengebiet befragt.


 

Interview mit Patricia- Schneider Winterstein

Kindertagesstätten sind zunächst Lebensräume von Kindern
(EP) Frau Schneider-Winterstein, neben Ihrer Arbeit in der Petrusgemeinde Wiesloch haben Sie nun einen weiteren Auftrag (25% Deputat) erhalten, was hat Sie bewogen sich auf die Stelle zu bewerben.

(PSW): Nachdem in der Petrusgemeinde in Wiesloch einige „Großbaustellen“ fertiggestellt sind, habe ich nun einen freien Kopf für etwas Neues. Ich kann als Religionspädagogin nach 25 Jahren Berufserfahrung in der Kirchengemeinde mich einem neuen, aber vertrauten Feld der kirchlichen Arbeit zuwenden. Die neu eingerichtete Projektstelle „Fachberatung für Religionspädagogik in ev. Kindertagesstätten“ ist ein großes Geschenk für die Erzieherinnen und Erzieher, Kinder und natürlich auch für mich. Es gilt den christlichen Glauben in den Kindertagesstätten zu stärken, sprachfähig zu werden und als Lebensschatz immer wieder neu zu entdecken. In unseren Kindertagesstätten wird großartige Arbeit geleistet und das ist ein Schatz für die Kirchengemeinden. Um es mit einem anderen Bild zu sagen: Wir leben ja alle im Haus der Kirche. Die Kindertagesstätten sind ein Zimmer davon. Wir alle haben immer wieder die Chance uns zu öffnen, uns zu begegnen und neue Wege zu entdecken.

(EP): Was genau meinen Sie mit „neuen Wegen“ zum Haus der Kirche.

(PSW): Kindertagesstätten sind zunächst Lebensräume von Kindern. Dort arbeiten Profis im Bereich frühkindliche Pädagogik wie das „neudeutsch“ heißt. Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder auf ihrem Lebensweg. Sie leisten dort wichtige Arbeit neben der Familie.
Evangelische Kirche hat aus gutem Grund diese Arbeit stets unterstützt und initiiert. Ihr Auftrag ergibt sich aus dem Taufversprechen, das die Gemeinde gibt. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat dies schön umschrieben mit dem Thesenpapier: Evangelische Kindertagesstätten: Wo Glaube wächst und Leben sich entfaltet.

(EP): Es gibt doch auch viele Kinder in Evangelischen Kindertagestätten, die nicht getauft sind oder einer anderen Religion angehören?

(PSW): Für uns evangelische Christen ist es selbstverständlich, unseren Glauben einladend zu leben und dennoch andere Religionen und Kulturen zu achten und willkommen zu heißen. Gerade in der jetzigen Situation ist das dringend nötig.

(EP): Was genau werden Sie jetzt also tun in der Viertel Stelle

(PSW):Zunächst werde ich durch Besuche und Gespräche mir einen Überblick aller 30 Kindertagesstätten in den 20 Kirchengemeinden der Südlichen Kurpfalz verschaffen. Parallel dazu biete ich religionspädagogische Fortbildungsangebote an.

(EP): Was haben Sie für Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern?

(PSW):Ich arbeite als Gemeindediakonin seit vielen Jahren im Bereich Kindergottesdienst, Krabbelgruppe, Jungschar und Grundschule und bringe die Themen mit, die dort relevant sind.

(EP): Haben Sie schon genaue Ideen und Beispiele?

(PSW): Ja, zusammen mit einem Team auf Bezirksebene haben wir Ideen entwickelt. Bezirkskirchenrätin Dr. Adelheid von Hauff , Schuldekanin Christine Wolf, Gemeindediakon Oliver Tuscher aus Walldorf und ich sind dabei die Aufgaben der Stelle zu beschreiben:
Oft führen Nachrichten von Todesfällen in einer Einrichtung zu Verwirrung und großer Unsicherheit. Es gibt Hilfen und Symbole, die bereit stehen können, um dieser seelsorgerlichen Herausforderung zu begegnen. Ein Ziel könnte sein, dass in jeder Kindertagesstätte ein „Trauerkoffer“ bereitgestellt wird.
Das Kirchenjahr bietet so viele Elemente für den pädagogischen Alltag. Biblische Geschichten, Rituale, und kreative Ideen. Dazu biete ich gerne Fortbildungen an.

Das Reformationsjahr 2017 lädt ein zu einer Begegnung mit Martin Luther. Es gibt schönes Material, sich mit Kindern dessen Lebensgeschichte zu nähern.
Mein Steckenpferd sind Bilderbücher, die religiöse Themen veranschaulichen, die ich durchaus für die Kindertagesstätten geeignet finde Ich würde diese gerne den Erzieherinnen und Erziehern vorstellen.

Und nicht zuletzt: Die Begegnung mit anderen Religionen muss immer wieder Thema in Kindertagesstätten sein, in denen Kinder verschiedener Kulturen zusammen kommen.
„Mein Glaube, dein Glaube- Religionen mit Kindern kennen lernen“ könnte ein solches Fortbildungsangebot heißen.

(EP): EP: Das sind viele wichtige Themen. Wie wollen Sie das alles schaffen?

(PSW): Und das sind nur die Ideen aus dem Team und von mir. Ich denke zuerst geht es um Begegnung. Die Pfarrerinnen und Pfarrer und Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in den Kirchengemeinden kenne ich schon. Spannend wird es dann, wenn ich auch die Mitarbeitenden der Kindertagestätten besser kennen lerne. Es wird auch darum gehen, die Träger und die Einrichtungen neu ins Gespräch zu bringen.

(EP): Da werden Sie sicher auf ganz unterschiedliche Situationen stoßen. Geht es also auch um Konfliktberatung oder Organisationsprozesse?

(PSW) Nein, das sind nicht meine Aufgaben. Es geht uns darum, religionspädagogische Themen zu setzen. Um das Bild von oben noch mal zu benutzen. Ich schaue in unterschiedliche Zimmer des Hauses der Evangelischen Kirchen in der Südlichen Kurpfalz. Wenn ich dabei die eine oder andere Botschaft von Zimmer zu Zimmer tragen kann, wäre das schön. Es geht einfach darum, gemeinsam gute Antworten zu finden für ein gelingendes Leben.

(EP):Was sind die nächsten Schritte?

(PSW):Am 18. Oktober nehme ich teil beim Leitungstreffen der Kindertagesstätten, zu dem die Fachberaterin Pia Stober des Diakonischen Werkes einlädt. Danach werde ich meine Fortbildungsabende zusammen stellen und diese dann in der Region veröffentlichen und anbieten.

(EP):EP Wie genau ist die Idee diese Stelle entstanden?

(PSW):Die Bezirkssynode hat im Kirchenkompass als Zukunftsaufgabe der Evangelischen Kirche in der Region Kinder und Familien verstärkt in den Blick genommen. Sie sieht in der religionspädagogischen Bildung, der Vermittlung von christlichen Grundlagen eine Herausforderung gerade im Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen. Meine Arbeit wird sein, gute Ideen für religiöse Bildung zu sammeln und zu veröffentlichen. Mein Augenmerk liegt auf dem Zusammenspiel von Kirchengemeinde und Kindertagesstätte in religiösen Fragen. Da gilt es hinzuschauen, auszuwerten und gelungene Beispiele aufzuzeigen. Ich bin sicher, dass alle Beteiligten davon profitieren werden.
Ich finde es großartig, dass ich dafür nun Zeit im neuen Auftrag habe. Ich habe Zeit, um diese Gespräche zu führen und neue Ideen mitzubringen, den Mitarbeitenden und Verantwortlichen vor Ort ein offenes Ohr zu schenken.


(EP):herzlichen Dank für das Gespräch.