1. Dezember

Es begab sich aber zu der Zeit...

Ist es schon wieder soweit?
Ja heute öffnen wir das erste Türchen am Adventskalender.

In diesem Jahr führt der Kalender durch die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium. 
An jedem Tag ein Satz, gestaltet und bedacht von Mitarbeitenden in den evangelischen Kirchengemeinden der Südlichen Kurpfalz. Herzlichen Dank dafür.

Erinnern Sie sich, wie die Weihnachtsgeschichte in der Bibel beginnt? Genau -
„Es begab sich aber zu der Zeit." 
Viele von uns erinnern sich an Weihnachtszeiten in der Kindheit: an Gottesdienste und große Weihnachtsbäume in der Kirche, an viel Musik. Andere denken an ihre Familien, als Oma aus der Bibel vorlas. Wieder andere an die Zeit im Krippenspiel, als sie selbst diese alten Worte vorgelesen haben, die so nach Weihnachten riechen.
Unter uns leben Menschen, die diese Verse aus dem Lukasevangelium gar nicht kennen.
Doch Weihnachten kennen wir alle.
2025 nach Christi Geburt.
Jedes Datum erinnert daran: Von diesem Kind im Stall an rechnet die Welt ihre Zeit. Das ist schon verrückt - nicht mit der Jahreszahl eines Kaisers, nicht mit dem Sieg einer großen Schlacht, sondern mit einem Baby starten wir in eine neue Zeitrechnung.

„Es begab sich aber zu der Zeit..." klingt wie "Es war einmal", aber die Weihnachtsgeschichte ist kein Märchen.
Da ist vor 2025 Jahren etwas geschehen, was die Zeit verändert hat.


... aber es geschieht doch

Da steht so ein kleines 'aber' in diesem Satz, so wie nebenbei, es begab sich .. 'aber'.. 
In Bethlehem war das ein großes "Aber" - für Maria und Josef war es keine perfekte Zeit.
Volkszählung, Befehl vom Kaiser, anstrengende Reise, kein Platz in der Herberge, Geburt im Stall.
Ihre erste Zeit mit dem Baby hatten sie sich anders vorgestellt.
Wenn ich heute an die beiden denke, fällt mir so manche Szene ein, als ich dachte:
O nein, das passt ja gerade ganz schlecht.
Wenn das Leben Wendungen nimmt. Wenn es nicht kitschig wird, sondern hart - auch in der Weihnachtszeit.
Ein Anruf, eine Diagnose, ein Verlust - die Welt hält nicht an, aber..  

In Bethlehem, da in diesem Durcheinander, zeigt sich Gott der Menschheit in einem Baby in einem Futtertrog... in einem miesen Stall, weil keiner Platz hatte für das Wunder. Und es geschieht doch.

Menschlich bleiben.. 

Wenn es hart kommt, nehme ich mir immer vor: bleibe menschlich, sei bereit für das Wunder, dass es gut werden kann.
Menschlich bleiben und weiter hoffen. Das ist für mich Gottvertrauen.

Es begab sich zu der Zeit, es begibt sich auch heute.  

Manchmal liegt etwas vor unseren Füßen, was nicht zu den schönen Plänen oder den Geboten der Mächtigen passt. Das ist herausfordernd, das fordert uns, aber ich glaube genau DA zeigt sich Gott. 
- mitten unter uns - bei der Geburt seines Sohnes wird deutlich - die Liebe findet Platz und Wege. 

Eine gesegnete Adventszeit wünscht Elke Piechatzek