Andachten

  
Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! —Philipper 4,6 

Monatsspruch Juli 2025

**Dankbarkeit ordnet die Sorgen neu** 
Monatsspruch Juni 2025 Apostelgeschichte 10
Über Vorurteile und Gottesfurcht ...

 
 
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November 2024

Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.
Monatsspruch November 2024
...und dennoch sind da Mauern zwischen Menschen, und nur durch Gitter sehen wir uns an. Unser versklavtes Ich ist ein Gefängnis
und ist gebaut aus Steinen unsrer Angst.

aus "Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer"

 
 
Auf der Suche nach einem Bild für den neuen Himmel, den Gott verheißt, fand ich diese Fotografie von Tobias Rademacher...
Himmel hinter Gittern: 
Schnell kam mir die Liedzeile in den Kopf, nur durch Gitter sehen wir uns an...

Ja, Gefängnisse aus Angst, die hindern an der Gerechtigkeit. Es ist ungerecht, wenn die einen weggesperrt werden sollen, während die anderen ihren Wohlstand behalten wollen. Es ist ungerecht, wenn wir aus Angst, Menschen mit Vorurteilen begegnen. Es ist auch ungerecht, wenn 'böse Menschen' frei herumlaufen und Schaden verursachen oder gar Menschen verletzen.

Wir warten auf den neuen Himmel, so steht es im Petrusbrief, geschrieben an eine Gemeinde, die wohl Rechtfertigung suchte, wann endlich Jesus wieder kommt und warum das so lange dauert mit der gerechten Welt, der Liebe und dem Reich Gottes, das er angekündigt hatte.
2000 Jahre später, nach der Gründung anderer Religionen, nach Kolonialismus und Aufklärung, nach Kriegen und Neuaufbau von zertstörten Ländern, nach zig Königreichen und vielen  Versuchen, Demokratie zu leben - steht er einfach immer noch so da, der Satz:

Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Jeden Tag wartet man auf Hoffnung, auf Gerechtigkeit, auf Frieden, auf das kleine bißchen Glück, das einen über den Tag hilft.
An manchen Tagen sind wir zu satt und bequem, es zu sehen, an anderen zu verzweifelt, um es zu spüren.
Wir hören sie die klugen Reden, wir erleben den Wunsch nach Veränderung und wir suchen Wege für ein sinnvolles gerechtes, manche von uns auch nach einem gottgerechten Leben.

Jeden Tag geht die Sonne auf, heute hinter Nebelwänden an einem eher trüben Tag. Jeden Tag sehen wir einen Himmel über uns. Die letzten Tage hat die Sonne das Herbstlaub in unglaubliche Farben verwandelt. 
Ich glaube so sollte das sein mit dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe.
Lasst uns den Himmel sehen, egal wie wolken verhangen er sein mag. Lasst uns auf die Kraft der Liebe vertrauen, die Licht wirft auf jede Lebenssituation und lasst uns hoffen auf eine Gerechtigkeit, die alle Menschen als Gottes wunderbare Kinder in den Blick nimmt.

Und dann warten wir eben noch, dass alles gut wird. Und bis dahin tun wir soviel Gutes, wie möglich.
Da liegt Segen drauf, weil Gott es uns verheißen hat. 

Einen guten November wünsche ich uns allen

Elke Piechatzek
 
 

Oktober 2024

Wir sind nicht gar aus

Klgl 3,22-23 L
Monatsspruch Oktober 2024
Wir sind nicht gar aus.

Ein seltsamer alter Begriff, 'nicht gar aus' sein. Früher sagte man, jemanden den garaus machen, wenn man jemanden umbrachte.
Garaus heißt so viel wie "vollständig zu Ende bringen".
Luther übersetzt aus den Klageliedern einen Begriff, der sagen wollte, es ist noch nicht vollständig zuende mit Gottes Güte.  Wir sind nicht gar aus.
In den Klageliedern wird die Zerstörung Jerusalems und des Tempels 586 v.C. besungen.
Da war wenig Hoffnung im Volk Gottes angesichts von Zerstörung und Leid. 

Heute würde man wohl singen. Ihr habt uns noch nicht fertig gemacht, wir geben nicht auf.
Gott wird noch etwas aus der ausweglosen Situation machen. Tag für Tag und immer wieder neu.

Wir sind nicht gar aus - manchmal spiele ich gerne mit alten Begriffen aus der Bibel.
Ich hab das einige Tage mit mir rumgetragen dieses 'wir sind nicht gar aus' und hatte einige Assoziationen dazu. 
Auch die eines leeren Kuchentellers.
Ich nehme Sie mal mit in meine Gedanken:

Erinnern Sie sich an die leeren Regale während der Pandemie?
Da war etwas aus, es war nicht wirklich existentiell bedrohlich, aber man konnte mal erahnen, wie es sein wird,
wenn nicht alles zur Verfügung steht - Toilettenpapier, Hefe oder Speiseöl...  waren es damals. Nicht wirklich schlimm oder?

Manchmal ist ein Speisebüffet leer oder der Kuchen bereits aufgegessen. "Sorry, das ist aus."
In unserem Leben ist das oft nur ein Luxusproblem. 
Aber es ist kein gutes Gefühl, wenn man zu spät kommt oder nicht dran ist.

Schlimmer ist es, wenn man sagen muss, ich kann nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus.
Oder wenn Medikamente nicht vorrätig sind, die man dringend braucht.
Manches ist fast nicht zum aushalten.

Die Güte des Herrn ist es, dass wir nicht gar aus sind.
Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende.
Sie ist jeden Morgen neu.


Manchmal, wenn es hart kommt in meinem Leben oder der meiner Freunde und Bekannten sage ich mir oder denen,
mach erst mal Tag für Tag. Schritt für Schritt. Das ist noch nicht zuende, es kann noch alles gut werden.

Christen leben aus einer Hoffnung, dass Gott es gut mit uns meint.
Barmherzig sein, bedeutet nicht, alles wegzulächeln, sondern sich ernsthaft gegenseitig zu erinnern, dass es gut wird.
Barmherzig sein bedeutet sein 'Herz beim Armen' zu haben. 

Mitleid haben ist etwas völlig anderes als barmherzig sein - das eine ist eine Haltung und das andere ist eine Tat.

Wir Christen wissen uns aufgerufen, unsere Herzen zu öffnen:
Gottes Güte gegenüber und dem Leid und der Sorgen unserer Mitmenschen.
Im Fall von Speiseöl hilft dann nur abgeben vom eigenen Vorrat.

Wir sind nicht gar aus, weil jeder Tag uns wieder zeigt, dass wir einander brauchen, uns beistehen sollen und darauf vertrauen, dass es gut werden kann.

Ja, auch ich stand schon an Krankenbetten und Gräbern, auch ich kenne Sorgen, die größer sind als nette Worte helfen könnten.
Ich mag den Begriff, Güte ist nicht gar aus.
Auch wenn die vermeintlich richtige Lösung gerade nicht im Regal der Möglichkeiten liegt. Auch wenn nur noch Krümel übrig sind, weil andere sich den Bauch voll geschlagen haben. Wir sind nicht gar aus.

Es gibt immer die Möglichkeit, neue Bestellungen aufzugeben, andere Wege zu finden, sich in der Trauer oder schwerer Erkrankung neu zu orientieren und der Zeit mehr Leben zu geben.

"Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Cicely Saunders
ein wunderbarer Satz aus der Hospizhilfe.
Nichts anderes ist gemeint in den Klageliedern mit dem Satz: Wir sind nicht gar aus.
Wir sind noch nicht fertig. (gemacht)

Güte und Treue ist groß, die Barmherzigkeit ist noch nicht am Ende.

Lasst uns aufeinander achten, und das Herz öffnen für diejenigen, die Trost und Hilfe brauchen.

Ich wünsche uns einen guten Herbst


Elke Piechatzek
Diakonin






 
 

September 2024

Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?

 
Monatsspruch September 2024
Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?
Jeremia 23

Es gibt Dinge, die sieht man nicht auf den ersten Blick. So wie dieses Spinnennetz, das von der Sonne angestrahlt zum Fotomotiv wurde.
Manchmal ist das so mit Hoffnung, Zuversicht und guten Impulsen für das Leben in einer unübersichtlichen Welt.
Man ist verwoben in Ängsten, Zweifeln oder macht sich große Sorgen. Manche Verletzungen und Ängste trüben den Blick. Und wie oft übersieht man dann das große Ganze, weil man im Augenblick und der Wut festsitzt wie in einem Netz.

Jeremia lebte etwa von 660 bis 580 vor Christus und stammte aus einem Priestergeschlecht. Er erlebte die letzten sieben Könige von Juda. Er wird häufig als der "weinende Prophet" bezeichnet, weil der dem Volk ernste Botschaften verkündete, an denen er selbst sehr litt. So verkündete er etwa, dass die Stadt Jerusalem fallen würde und Juda in Gefangenschaft geraten werde. Dafür erntete er Hass und Feindseligkeit, wurde als Landesverräter in Gefangenschaft genommen und in eine Zisterne geworfen, wo er fast starb.
Inmitten einer seiner Reden steht der Satz vom fernen Gott - der Monatsspruch September. Ist der 'weinende Prophet' gefangen im Netz seiner Sorge? Und meint, Gott ist ferne, weil das Volk gegen seinen Willen lebt?

Es ist zum Weinen
Auch heute gibt es wohl einiges zum Weinen, Situationen, an denen wir leiden, die uns verunsichern, die Angst geht um.

"Solingen" ist nur ein Stichwort, das deutlich macht, wie sehr eine Stimmungslage eskalieren kann angesichts der brutalen Gewalt eines Anschlags inmitten eines freudigen Stadtfestes. Ich war Tage fassungslos, wie sehr man an den Angehörigen vorbei, politisch Stimmung machen konnte und sich mal alles von der Seele schreiben konnte im sogenannten social media. 

Wie es begann zu hetzen und besser zu wissen. Schnelle Erklärungen wurden gefunden, Konsequenzen gefordert und Verallgemeinerungen voller Vorurteile greifen um sich.

Nein ich stimme nicht mit ein in die Analyse der Lage, dafür bin ich zu weit weg vom Geschehen.
Ich kann weder zu Asylpolitik, noch zum gewalttätigen Islamismus oder gar zur Sicherheitslage in Deutschland wirklich etwas Sinnvolles sagen.
Ich kann aber wie Jeremia nach Gott fragen und feststellen,
dass er wohl manches Mal fern ist, von dem was wir erleben. 
Ich glaube an keinen Gott, der eine Religion gründet, die Menschenopfer fordert.
Das alte Testament kennt 'Propheten', die Feinden die Vernichtung und den Tod wünschen, aber ich glaube genau dann ist Gott weiter entfernt von dieser Welt, als wir ahnen.

Ich bleibe naiv an der Seite der Menschen, die Liebe bedürfen und Liebe geben wollen.
Ich glaube Gott ist fern, wenn jemand Macht in seinem Namen ausüben möchte.
Ich glaube, dass keine Religion das Recht hat, Menschen anzufeinden. 
Das habe ich von Jesus gelernt, er sagt so oft: "Ihr habt gehört, ich aber sage euch."
Genau dann merkt man, wir können es nicht richtig machen im Bemühen um ein gottgefälliges Leben, wenn wir Menschen dabei verachten, die einen anderen Weg gehen.
Es wird nie gelingen, gottgefällig zu leben, wir alle brauchen Erbarmen und einen gnädigen Gott. 
Als Jesus gefragt wurde, wie man leben soll sagte er diesen einen Satz:

»Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit aller deiner Kraft und deinem ganzen Verstand!
Und: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!«


Dann ist Gott nahe, wenn wir Mitleid aussprechen, wenn wir Angehörige von Opfern trösten, wenn wir innehalten und unsern Nächsten in den Blick nehmen.

Oh nein ich hab das nicht übersehen, dass es Grausamkeiten gibt, die menschliche Vorstellung sprengen. Ich weiß, dass wir Recht sprechen müssen und uns verteidigen gegen das Böse. Es braucht klare Worte und Konsequenzen bei Missbrauch, Gewalt und Aggression. Es braucht auch Regulierung und Verteidigung. Mein naiver Pazifismus und meine blauäugige Menschenfreundlichkeit geraten immer häufiger an Grenzen. Ich habe keine einfachen Antworten mehr und sehe, wie schwer es die Verantwortlichen haben mitten in der Stimmungsmache dieser Zeiten. 
Aber das ist nicht mein Part in dieser Andacht, in den Chor derer einzustimmen, die rufen, es reicht.

Ich bin nachdenklich, was es bedeutet, wenn Stimmung aufgehitzt ist und vermeintliche 'Propheten' über das Ziel hinaus schiessen und menschenverachtende Konsequenzen fordern.
Ja Gott ist wirklich oft ferne, wie Jeremia schreibt, aber ich glaube an einen Gott, der darunter leidet, wenn dem so ist. Ich mag nicht glauben, dass er sich entfernt, um uns was zu lehren oder gar die Welt zu bestrafen. Ich glaube an Gottes Nähe, die sich in Jesus Christus gezeigt hat.

Auch wenn ich das fast jeden Monat schreibe, ich tue es wieder. Ich schreibe von der Liebe als Richtschnur unseres Lebens. Ich bin überzeugt: 
Gott ist nah, wenn wir ihn lieben, wie unsern Nächsten und uns selbst.

Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Ich wünsche uns liebevolle Gedanken und einen Gott, der uns nah kommt dabei

Einen guten Start nach den Ferien
 
Elke Piechatzek
Diakonin









 
 
 
 
 

August 2024

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden Psalm 147

 
Monatsspruch August 2024
Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und
verbindet ihre Wunden.
 
Das zerbrochene Herz. Als Herzpatientin geht mir dieses Bild immer nah. Nicht nur ein Infarkt löst heftige Schmerzen aus, es gibt auch das Broken-Heart Syndrom, das offensichtlich aus Kummer oder großem Stress ohne organische Ursache das Herz schmerzen lässt.
Wir sprechen von Herzschmerz, wenn wir um etwas oder jemanden trauern und wir sprechen von Herzklopfen, wenn etwas schönes geschieht oder wir uns verlieben.
Ich mag das Herzbild, auch in seiner Tiefe und Schwere, die ich selbst erleben musste in einer Klinik.
Ja offensichtlich gibt es diesen Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und einem gesunden Herz und dem Gekränkt sein, das aufs Herz schlägt. 
Unsere inneren Wunden brauchen genauso Heilung wie die äußeren.

Die Halleluja- Psalmen am Ende aller 150 Psalmen in der Bibel loben Gott, dass er aus der Gefangenschaft geführt hat und dabei geblieben ist, als es schwer war für das Volk Israel.
Es stimmt, das Gebet hilft. Es ist ein Gespräch des Herzens mit Gott. Aber dazu muss das Herz es wagen, sich zu öffnen. Das zerbrochene Herz im Gebet Gott gegenüber zu öffnen, kann ein Anfang sein, sich selbst den inneren Wunden zu stellen.
Ganz sicher braucht es dabei die Hilfe anderer Menschen, und manches Mal auch professionelle Hilfe. Das ist ein Wagnis für das zerbrochene Herz.  Leider geschieht nicht automatisch dann das Heilungswunder. Niemand behauptet das, auch wenn der 147. Psalm überschwenglich davon erzählt, was Gott alles in Ordnung bringt.
Mir gefällt sehr viel besser der 34. Psalm , der sagt, der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.
Genau das hilft: zu wissen man ist nicht alleine, wenn es schwer wird ums Herz.
Das ist der Tipp für diejenigen, die es betrifft, sich im Gebet selbst zu öffnen und dann heilsame Gespräche zu suchen. Und für die Angehörigen und Freunde ist der einzige Tipp, bleibt nahe, bis es soweit ist.

Wunden heilen und Herzen auch..
.. und die Narben die gehören zu uns.. 
als Zeichen, das wir es geschafft haben.

Gott sei Dank.

Ich wünsche uns einen heilsamen August
und viel Zuversicht und Nähe

Elke Piechatzek

 
 
 
 
 

Juli 2024

Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist. Exodus 23,2

 
Monatsspruch Juli 2024

Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist.
Exodus 23,2
 
 
Der Monatsspruch Juli stammt auch aus dem Buch Exodus. Das Volk Israel auf dem Weg ins gelobte Land. Zahlreiche Gesetze und Hinweise für das Zusammenleben verkündet Mose, um die 10 Gebote von Gott genau auf die Lage anzupassen. Dieses Gesetzbuch geht in viele Details, die heute unverständlich geworden sind.  Andere Sätze bleiben unverändert wahr.  Zum Stichwort Rechtsverfahren findet sich der Satz unserer Monatslosung.
Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist.
Offensichtlich gibt es schon damals Mehrheiten, die nicht unbedingt Recht haben. Der Prophet warnt davor, das Recht zu beugen, indem man sich der Mehrheit anschliesst.
Justitia, die alte römische Gestalt der Rechtssprechung mit Waage und Schwert zeigt auch die Schwierigkeiten der Justiz auf. Die Waage hilft Justitia, das richtige Strafmaß zu finden und abzuwägen. Das Schwert steht für die Härte der Strafe, die der angeklagten Person droht. Oft gibt es noch eine Augenbinde die symbolisiert, dass Justitia ohne Ansehen der Person gerecht urteilt. 

Rechtssprechung - ein wichtiges Merkmal einer funktionierenden Gesellschaft. 
Offensichtlich ist das nichts, was eine Mehrheit einfach mal so beschliessen kann. Ich halte viel von großer Beteiligung, aber ich halte auch viel davon, Mehrheitsbeschlüsse einem Filter zu unterziehen, der Gerechtigkeit heißt. 
Noch viel besser wäre es, wenn Liebe ein Urteil prägen würde, auch wenn ich weiß, wie naiv das angesichts des Schwertes von Justitia und der Notwendigkeit von Strafmassnahmen bei Verbrechen sein kann.

Heute habe ich wieder mal mit einem jungen Menschen über Berichterstattung und Fake News diskutiert. Und der Monatsspruch wurde mir sehr deutlich dabei. Nur weil etwas oft behauptet und gepostet wird, wird es davon nicht wahr. Manches ist einfach nicht Recht, was behauptet wird in der Bubble der Entrüstung. 
Ich glaube Bildung und Demokratie sind davon abhängig, sich genau anzuschauen, was Recht ist und was gerecht ist. Und vor allem, was wahr sein könnte.
Da müssen wir den drei Sieben des Sokrates, ob etwas wahr, gut oder nützlich ist wohl noch etwas hinzufügen.
Ist es wirklich gerecht oder schreit nur eine vermeintliche Mehrheit, dass es so gemacht werden muss? 

Wir Christen sprechen von einer 'guten' Nachricht, die von Liebe durchdrungen sein sollte.
Ob die immer mehrheitsfähig ist? Darauf kommt es wohl nicht nur an, so gerne wir uns das wünschen in einer Demokratie.
Lasst uns das Recht nicht beugen - wenn Fanatismus aufkommt und Polemik, auch in unserer eigenen Rede. Lasst uns prüfen, was wir denken, sagen und tun.

Nach wie vor gilt der Satz der Jahreslosung aus dem Korintherbrief und natürlich auch der, direkt davor:

Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark!
Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.


Ich wünsche uns Gottes Segen auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit
im Juli  2024 
Elke Piechatzek







 

Juni 2024

Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!

 
Monatsspruch Juni 2024

Mose sagte: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen
und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet!
Exodus 14,13
 
Fürchtet euch nicht ! Bleibt stehen!

124 mal steht der Satz. "Fürchte dich nicht" in der Bibel. 
Im Fall des Monatsspruches Juni 2026 sind die Ägypter dem Volk Israel auf den Fersen: Ein Volk auf der Flucht, das am Roten Meer lagert.
Mose spricht zum Volk Israel: "Fürchtet euch nicht."
Vorher wird Mose wird hart angegangen für die Idee, loszuziehen und das gelobte Land zu finden. Vergessen ist das Glück der Befreiung aus der Sklaverei und der Mut loszugehen in das gelobte Land. (Exodusgeschichte) 
'Hast du uns mitgenommen, damit wir in der Wüste sterben? Was hast du uns da angetan, dass du uns aus Ägypten weggeführt hast!' - fragen die Menschen angesichts der nahenden Bedrohung einer ägytischen Streitmacht. Kurz darauf teilt Mose das Meer und führt das Volk hindurch und die nahenden Feinde ertrinken.
Ja klar, da kann man stehen bleiben und zuschauen, wie der Herr rettet. Der Herr vernichtet die Feinde ja und alles wird gut. Das sind großartige Bilder und Geschichten über Gottes erwähltes Volk, die aber auch ziemlich grausam sind.

Taugen diese Geschichten heute noch, um uns Mut zu wünschen?

Ich gebe es zu, ich konnte schon als Kind nicht verstehen, warum der Herr Feinde vernichtet. Das wollte nicht in mein Herz. Aber ich kannte das mürrische Gefühl dieser Menschen, die sich auf einen beschwerlichen Weg machen. Ich finde den Tanz ums "Goldene Kalb" so symbolisch für viele Lebenssituationen. Was ich bis heute kenne, ist dieses Gefühl von Angst, das einem vorkommt wie eine unüberwindbare Flut und Wellen, die über mich kommen.
Und was wir täglich erleben in der heutigen Zeit ist ja auch eine unglaubliche Wut, wenn es 'mal wieder nicht das gibt, was versprochen wurde'. Der Wunsch nach Veränderung und Besserung, ohne sich selbst allzusehr dafür mühen zu müssen.
Feinde auf den Versen, diese unglaubliche Angst vor denen, die uns was antun wollen. Und kein Mose mehr in Sicht, der sie in Gottes Namen vernichtet und einen Weg durchs Meer führt.
Jesus Christus hat einen anderen Weg für den Umgang mit Feinden empfohlen. Ob die Bergpredigt ein guter Ratgeber für Politik ist, das lasse ich jetzt mal außen vor. Was ich weiß ist, dass der Angst die Liebe entgegentritt und nicht die Wut auf andere. 

Und so wage ich es, diesen Satz uns doch entgegen zu halten.
Bleibt stehen in der Angst - haltet inne.
Sucht einen inneren Kompass und geht einfach mutig kleine Schritte, auch wenn der Weg versperrt scheint.

Da ist nicht gleich "gelobtes Land" auf dem Weg, aber da ist einer, der uns begleitet aus jeder Angst.
Heute ist er da und morgen und für alle Zeit. 
Da gibt es diesen Gott, der es gut mit uns meint, der in Jesus Christus uns Liebe als Kompass mitgegeben hat, auf einem Weg der weiterführt.

Fürchtet euch nicht. Gott steht uns bei.
Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott.

Ich wünsche uns einen schönen Juni 2024 
Elke Piechatzek







 

Mai 2024

 
Monatsspruch April 2024

Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.
Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.
1. Korintherbrief 6, 12
 
Alles erlaubt ?
Freiheit hat viele Facetten
Schon Martin Luther sprach von der Freiheit des Christenmenschen.
Liberale Politiker meinen es sei Freiheit, freie Fahrt auf Autobahnen zu ermöglichen.
Canabis rauchen ist nicht mehr unter Strafe gestellt. Die neue Freiheit.
Evangelische Kirche nimmt sich schon lange die Freiheit, eine Frau zu ordinieren und endlich auch Schwule und Lesben zu trauen.
Freie Meinungsäußerung wird in Frage gestellt, dabei ist schon die Frage ein Zeichen dafür, dass jeder und jede ihr Meinung laut und deutlich sagen kann.

Alles ist erlaubt..  wir sind ja frei 
Ist wirklich alles erlaubt heutzutage?
Wo kommen wir denn da hin, wenn niemand sich mehr an Regeln hält? 
Wo sind die Grenzen des Guten und wo braucht es doch ein klares Nein zur rechten Zeit?

Alles ist uns erlaubt…  so schreibt es der Apostel Paulus.
In der Tat, wir sind frei und diese Freiheit ist ein hohes Gut, das wir zur Zeit sehr verteidigen müssen.
Freiheit kommt mir manchmal vor wie so ein Like im Internet. Ja klar, das finden wir erst mal gut. Wir sind so frei.  Und wenn viele es gut finden, muss es wohl auch richtig sein.
Also nennen wir das, was viele für richtig halten die neue Freiheit, endlich mal seine Meinung zu sagen zu dürfen. Mag ich, like.. 

Klar ist das erlaubt, sich Mehrheiten zu organisieren, indem man Fake News verbreitet und sogenannte Gutmenschen verunglimpft.

Aber… 
Aber was dient uns wirklich zum Guten?
Mich hat neulich ein Jugendlicher gefragt, warum es Kirche heute noch braucht, warum es Religionsunterricht gibt.
Und ich hab spontan geantwortet, weil wir den Glauben brauchen, um gut und böse unterscheiden zu können. Das halte ich für eine der wichtigsten Aufgaben von Erziehung und Verkündigung, den Menschen zu erklären, was dem Guten dient und was böse enden wird. Nicht indem ich etwas nicht erlaube, sondern indem ich klar aufzeige, was wohin führen kann.
Neudeutsch heißt das wohl ethische Urteile fällen.
Und es ist ein guter Satz, den Paulus vorgibt dabei. Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient dem Guten.
Es muss jemand danach fragen, was dem Guten dient in der Freiheit einer Demokratie.
Ich bin froh, dass ab und an mal einer nach christlichen Werten fragt – aber nicht weil ich konservativ wäre, sondern weil die christliche Botschaft sich dem Guten verpflichtet hat.

Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient dem Guten.
Ich mag das Wort Dienst nach wie vor, als Diakonin dieser Kirche und als Christin in der Welt.
Gottesdienst, Gott dienen, das heißt dem Guten dienen, dem was Menschen wohl tut.
Nichts anderes ist für mich die christliche Botschaft von der Freiheit eines Christenmenschen.
Wir sind frei genug, um zu erkennen, was dem Guten dient.
Und dann ist auch alles erlaubt, um das kreativ zu bewirken.
Diese Glaubensbotschaft wirkt fernab von strengen Regelwerken. 

Aber da ist ja noch ein zweiter Satz:
Alles ist dir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über dich.
Die schlichte Frage, dient es dem Guten, die wirft wohl auch auf die Machtfragen der Welt eine andere Sicht.
Ich mag es ja gar nicht, wie sehr die Christenmenschen mit der Macht fremdeln.
Uns gegenseitig ermächtigen, das Gute zu tun, das ist der nächste Schritt zur Veränderung und Verbesserung. Verantwortung übernehmen, auch das Gute zu tun. Und gerne machtvoll und klar.

Ich glaube, wir sollten Menschen, die für uns Verantwortung übernehmen dafür auch respektieren. Es ist mir ein Rätsel, wie man dauernd die Regierung unflätig kritisiert und gleichzeitig davon spricht, dass man bereit ist für Verantwortung. 
Ich habe das Gefühl die halbe Gesellschaft lebt in so einem „alles ist erlaubt Gefühl“, aber dann wenn die Krise kommt schreien alle nach schneller Hilfe. Und dann fällt der Satz, du hast keine Macht über mich, aber verbiete bitte den andern das und zwar sofort.  
So missverstanden ist Demokratie, aber auch die Beteiligungsformen in unserer Kirche.

Alles ist mir erlaubt – aber nichts soll Macht haben über mich.
Das ist eine völlig andere Sicht auf die Dinge, was Paulus da meint.
Schlichtet den Streit untereinander, sagt er vorher, schämt euch wenn ihr in Streit geratet.
das dient nicht dem Guten.
Ich sag es mal mit einem alten Begriff - anbefehlen
Wer hat Macht über uns, wer darf uns Befehl geben?
Die Machtfrage ist längst beantwortet. Wir glauben an einen Gott, der uns frei macht, das Gute zu tun. 
Wenn wir als Christen uns Gott an-befehl-en, dann hat Missgunst, Verantwortungslosigkeit, sich wegducken, nach Führung rufen – aber hinterher schimpfen, wie es ausgeht.. keinen Platz im Leben der Gutmenschen, die wir dann geworden sind.

Gutmenschen: Ein wunderbares Wort, das ich den Populisten der Zeit sicher nicht überlasse.
Lasst uns Gutmenschen sein, erlauben wir uns dem Guten zu dienen und uns dabei Gott anvertrauen. 
Wir wissen, dass wir frei sind, aber eben auch beauftragt, die gute Nachricht der Welt weiter zu geben. 
Hoffen wir, dass uns das die Menschen anmerken.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Mai
 
Elke Piechatzek
 

 
 

April 2024

Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.

 
Monatsspruch April 2024
Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen,
der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung,
die euch erfüllt.

1 Petr 3,15

Hoffnung hat etwas mit klar Sehen zu tun. Wenn ich eine Idee habe, die Konturen hat und Einsicht schenkt, dann kann ich hoffen. Wenn ein kranker Mensch eine Idee davon hat, was helfen könnte, dann ist Heilung in Sicht.
Wenn ich im Kummer weiß, was ich als nächstes vorhabe, dann ist da wieder Hoffnung.
Wenn ich in einer heftigen Debatte überzeugend argumentieren kann, dann kann ein Streit sich wenden zum Guten.

Ich glaube gelingendes Leben ist beides, Hoffnung haben und eine Überzeugung, was zu tun ist.
Wenigstens eine vage Vorstellung, die langsam aber sicher Klarheit erzeugt.

Ich werde oft gefragt, warum es Religionsunterricht gibt, warum Kirche ihre Bedeutung in der Gesellschaft nicht verlieren soll, was mir Glaube bedeutet.

Eine gute Antwort gibt der Monatsspruch April.
Wir Christenmenschen haben Hoffnung, die erfüllt. Wir sind quasi die "Gutmenschen", die überzeugend davon reden sollten, dass die Liebe eine Botschaft ist, die weiter führt. Weiter als die Angst vor Fremdem, weiter als die eigene Haustür, vor der ich zuerst kehren sollte, weiter als 'was geht es mich an?, Hauptsache mir gehts gut' -
Wenn Liebe die Antwort ist, was bitte sind die Fragen, die uns beschäftigen sollten?

Seid stets bereit - ist ja gut, lieber Petrus - niemand ist stets bereit. Erschöpfung ist etwas, was viele Menschen erleben und manchmal ist man noch lange nicht bereit für den nächsten Schritt. Aber auch da hilft der Spruch weiter. Wenn jemand Rechenschaft fordert -  dann ist Rede und Antwort stehen was Gutes. Genau dann und nicht als Dauerabo der schlauen Rede von Dingen, nach denen niemand fragt.

Von Hoffnung erfüllt sein ist eine wirklich gute Idee in diesen Zeiten.
Und Liebe eine wunderbare Antwort auf die Fragen der Zeit.
Aber ist das nicht furchtbar naiv? Und echt viel verlangt?
An die Liebe und das Gute im Menschen zu glauben? 
Ich glaube es geht nicht anders, das ist die Hoffnung, die mich erfüllt. 

Bin ich immer bereit, Auskunft darüber zu geben?
Manchmal ist auch mir das alles noch zu verschwommen und ich möchte nicht ins Vage etwas behaupten.
Manchmal sitze ich fest in eigenem Kummer oder habe einfach keine Antwort auf die großen Fragen der Zeit.

Wenn jemand Rechenschaft fordert von dir, dann sei bereit.
Viele Antworten werden gegeben, bevor jemand gefragt hat.
Und wir übersehen dabei, was als Nächstes zu tun ist. 

Viel zu oft ertappe ich mich, dass ich souverän wirken möchte und möglichst vor einem Gespräch schon Thesen aufstelle, wie das so alles zu gehen hat. Oder ich diskutiere heftig mit, was Kirche alles zu sein hätte. Statt wirklich Rechenschaft zu geben, wenn mich jemand fragt. 
Vielleicht brauchen wir den Glauben und Gottes Zusage, wie diese Lupe oben im Bild.
Verschaff dir Klarheit, sagt uns der Monatsspruch. Sei bereit, es könnte sein, dass jemand dich nach der Hoffnung fragt.

Ich mag keine großen Prediger, die von oben herab versuchen, die Menschheit dauernd zu erziehen.
Was ich mag sind Menschen, die klar sind in ihrer Haltung zu unseren Mitmenschen, zu Gottes Schöpfung und zu innerem und äußerem Frieden. Menschen, die mich dann begleiten beim nächsten Schritt, der weiter führt.

Erfüllt sein von Hoffnung - das ist der liebevolle Blick auf diese Welt. Ein Blick, der weiter sieht und Mut macht nach gelingendem Leben zu fragen. Und nicht nur zu fragen, sondern den nächsten Schritt auch zu tun, damit das geschieht, was Gott mit dieser Welt vorhat. 

"Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." 1. Korintherbrief

Lasst uns den liebevollen Blick auf die Welt üben - und dabei überzeugend von unsrer Hoffnung reden,
wenn uns jemand danach fragt.

Gott segne unsere Blicke, Worte und Schritte 

Liebe Grüße
Elke Piechatzek





 

März 2024

Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.

 
Monatsspruch März 2024
Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten.
Er ist auferstanden, er ist nicht hier.
Markus 16, 6

Wie ist das so, wenn man Hoffnungen begraben muss, schreckliche Nachrichten hört, jemanden vermisst,
die eigene Welt zusammenbricht?
Entsetzen ist gar kein Ausdruck dafür. 
Da ist Verweiflung, Trauer, Erschöpfung, Müdigkeit, Bewegungslosigkeit, sehr häufig auch Wut und Resignation.
Dem allen tritt der Monatsspruch März entgegen.

Entsetzt euch nicht, ihr sucht einen, der auferstanden ist und die Totenstätte verlassen hat.
Gekreuzigt - barbarisch hingerichtet - ist er gestorben, aber er wurde von Gott wieder auferweckt:
Jesus Christus, an den wir glauben.

Für Christen ist die Hoffnungslosigkeit seit dem ersten Osterfest zuende.
Sperrt den Glauben nicht ein in einer Höhle, die nur den Leichnam versorgt.
Da findet ihr sie nicht, die trotzige Haltung, die an das Gute und die Liebe glaubt.

Glauben ist soviel mehr als Vertröstung ins Jenseits oder das Einbalsamieren guter Ideen.

Es ist auch 2024 nicht einfach, an Jesu Erzählungen zu glauben vom Reich Gottes, das nahe ist;
wenn wir bereit sind Frieden zu stiften, unsre Hoffnung zu nähren und Liebe als Maßstab des Lebens zu sehen.

Klar bin ich entsetzt, oft auch empört über die Zustände dieser Welt.
Natürlich bin ich todtraurig, wenn geliebte Menschen krank werden oder gar sterben.
Oft möchte ich mich einigeln und einfach nur meine Ideen betrauern, weil wieder was nicht gelingt
oder die Nachrichten der Welt mich zu Tode erschrecken.

Ich mag die Ostergeschichte genau an der Stelle sehr.
Die Frauen kommen zum Grab, sie kümmern sich um den Leichnam Jesu.
Sie wollen ihm die letzte Ehre erweisen.
Und Jesus ist einfach nicht da in dieser Höhle.
Das ist wie wenn heute einer sagt:
Nichts da mit aufgeben und die Idee einer besseren Welt begraben.

Er ist nicht hier im Grab.
Er ist auferstanden.

Was für eine Kraft steckt in diesen Worten.

Es geht nicht darum, einem Toten die Ehre zu geben, oder einer Idee nachzutrauern.
Manchmal habe ich den Eindruck, wir suchen immer noch die tote Idee, statt dem Lebendigen zu begegnen.

Die Begegnung mit dem Auferstandenen lässt Kraft schöpfen.
Sucht ihn nicht bei den Toten. Sucht ihn nicht bei den begrabenen Ideen. Sucht ihn nicht in der Verzweiflung.

Er ist auferstanden.

Da beginnt Glauben, wenn man einfach weiter geht und es wieder und wieder versucht.
Christliche Botschaft ist eben anders als Entsetzen. Sie sucht Wege. Wege der Nachfolge, um in der Liebe zu bleiben.

Liebe ist stärker als Hass, Liebe ist stärker als der Tod.

Lasst uns in dieser Liebe leben - 
wach sein - und es jeden Tag neu wagen,
anderen Meinungen und Botschaften entgegenzutreten.

Eine gesegnete Osterzeit wünscht


Elke Piechatzek




 
 
 
 
 

Februar 2024

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.

 
Widerworte zum Monatsspruch 2024
Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur
Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der
Gerechtigkeit.
2. Timotheusbrief 3, 16

Von Gott eingegebene Schrift und die Irrlehren der Zeit
Der Monatsspruch Februar stammt aus dem Brief an Timotheus.
Auch im zweiten Brief an seinen Mitarbeiter Timotheus wehrt sich Paulus gegen die Irrlehren der damaligen Zeit. Ich zitiere mal die Zeilen vor diesem Monatsspruch aus diesem Kapitel der Bibel:
"In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab."

Uiuiui - dieser Monatsspruch hat es in sich und die Worte davor noch viel mehr.
Harte Worte spricht Paulus über die letzten Tage und dann seine Sicherheit, wir wissen es besser. Lasst sie uns zurecht weisen. Unsere Worte sind von Gott eingegeben.
Liest sich das gruslig, genau so gruslig, wie manche Verlautbarungen dieser Tage.

In mir rührt sich Widerstand. Ich möchte das so nicht stehen lassen als Spruch des Monats. Ich ahne, dass die ersten Zeugen, die Christus noch begegneten oder zumindest den Menschen, die ihn erlebten, damals alles für die Wiederkunft Christi vorbereiten wollten. Das war eine Zeit in der es wichtig war, in den Kampf für die gute Sache zu ziehen - Paulus nennt es sogar Krieg des Glaubens im ersten Brief an Timotheus:
Frauen bleiben bitte zuhause und ordnen sich unter ( 1.Kor 14,33) und die Männer weisen zurecht, weil ja alles jetzt ganz schnell und richtig gemacht werden muss.
Und wie, das wissen die Verfasser dieser Briefe - von Gott gegeben -

Ist das so? heute noch? Unser Verständnis der Schrift?

Widerworte

Ich gebe es zu, ich wollte fast keine Andacht über diese Worte schreiben heute 2000 Jahre später. Weil mich diese Worte ärgern, weil eine solche Schriftgläubigkeit ärgert, noch dazu wenn Bibelzitate der Rechtweisung und dem Abwenden von Menschen dienen.
Ich kann und will mir einfach nicht vorstellen, dass Gott oder Jesus sich von Menschen abwendet und dass es eine Zeit gibt, in der wir als die "heilige Sekte der Christen" uns abheben und schauen, dass wenigstens wir gerettet werden in der Unzeit.

Nein, da will ich widersprechen, diese Begriffe anders deuten:

Lehre, Zurechtweisung, Besserung und Erziehung zum Gerechten.

Ich denke an meine Erziehung zuhause, in der ich als Mutter bald gemerkt habe - jetzt im Teenageralter meines Kindes sowieso -
Erziehung ohne Beziehung ist ein sinnloses Unterfangen- den Erziehungsratgeber möchte ich lesen - der das hinbekommt. Es helfen keine guten oder strengen Worte, Zurechtweisung, Besserung und Erziehung, wenn die Beziehung brach liegt oder lieblos ist. So etwas ist im besten Fall Drill mit Gehorsam mit z.T. verheerenden Auswirkungen.

Wir lernen nur, wenn der- oder diejenige, der oder die zurechtweist, uns wirklich was zu sagen hat, weil wir ihn als Mensch anerkennen und als Instanz, auf die wir hören dürfen, weil da Vertrauen ist, weil das Ganze dem Guten dient und der Liebe.
Ich habe mich im Studium und im Berufsleben durch viele Bücher gewälzt, aber immer war mir wichtig zu begreifen, von wo aus schreiben eigentlich die Autoren, was ist ihr Erfahrungshintergrund? Kenne ich sie gut genug, um das geschriebene Wort auf meine Situation anzuwenden? Auch heute hab ich viel gelesen, was Paulus da umgetrieben hat, um diese Briefe zu schreiben.

Schrift von Gott gegeben
Ich wünsche mir wirklich Menschen, die von Gott durchdrungen sind und der Botschaft, die Jesus uns vorgelebt hat. Von denen lass ich mir gerne was sagen oder erzählen.
Und alles unter dem Motto der Jahreslosung:  Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.
Auch Zurechtweisung kann nur in Liebe geschehen, sonst gehören wir zu den "Bösen" von denen Paulus eben auch schreibt. Auch Zurechtweisung kann scheinheilig sein und dem Wesen der Frömmigkeit widerstreben, die wohl eine Kraft hat, die gerecht und gut ist.

In diesen Tagen wurden die Ergebnisse der Forumstudie vorgestellt über Sexualisierte Gewalt in unsrer Kirche. Ich schäme mich, weil unter dem Deckmantel der Frömmigkeit so etwas geschieht. Ich schäme mich so sehr. Die Kraft der Frömmigkeit wurde aufs Übelste missbraucht.
Die Schrift ist eben nicht immer nütze, wenn die Liebe fehlt. Oder viel schlimmer, wenn Gewalt ausgeübt und Macht missbraucht wird: Deckmantel der frommen Rede - über all dieses Unrecht - es ist unvorstellbar grausam.
Einen offenen Umgang mit den Themen der Sexualität würde ich mir wünschen. Dass wir offen reden, was übergriffig und schamlos ist. Dass wir zuhören und nicht wegschauen. Dass wir Kinder und Jugendliche ermutigen, sich eben nicht erziehen zu lassen, wenn die Beziehung machtvoll missbraucht wird und dazu noch eine Schrift zitiert, die einfach nicht zum Erleben passt.

Manchmal bleibt mir die Luft weg, wenn ich solche Bibelverse auf die Webseite stellen soll. Und doch merke ich, dass einiges Gute hängen bleibt. Weil auch meine Frömmigkeit kraftvoll ist, manchmal kraftvoll genug, um zu widersprechen.

Ich schreibe mal um, was ich gelernt habe aus diesen Worten:

Alle Worte, die Gottes Liebe widerspiegeln - nehmt als Hinweis um zu lernen, euch Kritik zu stellen, Kritik zu üben - schaut genau hin und widersprecht, wo es notwendig ist - lebt in liebevollen Beziehungen - und dient der Gerechtigkeit und dem Frieden.


Gott segne uns

Elke Piechatzek




 
 
 
 
 
Jahreslosung 2024
 

Quellenangabe

L = Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
E = Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, revidiert 2017, © 2017 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart
Herausgeber und Quellennachweis der Bibelzitate
Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB); www.oeab.de, info@oeab.de
 
Er allein breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens
Monatsspruch November 2023
- den Himmel ausbreiten und die Sternbilder erschaffen ..
Achja Gott allein ist dazu fähig. Das kommt leicht über die Lippen angesichts wunderbarer Bilder in Sternennächten oder bei Bergwanderungen, wenn der Horizont weit ist. Das macht uns alle ein wenig demütig und lässt uns an einen Schöpfer glauben.

Ein schöner Monatsspruch, der von Gottes guter Schöpfung erzählt.
Aber - er steht in einem Buch der Bibel, das einen den Atem stocken lässt.
Das Buch Hiob, eine über viele Jahrzehnte entstandene Geschichte, die von einer irren Wette erzählt, einer Teufelswette. Satan wettet mit Gott, dass ein rechtschaffener Mann sich von ihm abwendet, wenn er Leid erfährt.
Mein Gottesglaube mag sowas gar nicht glauben, dass der gütige Gott mit Satan um eine Seele schachert.
Aber ich verstehe den Hintergrund dieser Geschichte.
Es bleibt bei allem Glauben immer wieder die Frage, wieso es Leid gibt und wie sich das mit dem Glauben dann verhält.


Wie sieht es eigentlich mit unsrem Glauben aus, wenn es wirklich hart kommt?
Wie steht es mit unsrem Pazifismus, wenn Unsägliches geschieht?
Wie verkraften wir schwere Schicksalsschläge, ohne den Mut und den Glauben zu verlieren?

Tomáš Halík schreibt: „Die dunklen Geheimnisse der Welt, die Schatten und Schmerzen nicht sehen zu wollen, ist kein Weg. Das Christentum in der Gestalt eines widerspruchslosen geschlossenen Systems oder eine oberflächlich lächelnde Religion von billigen Antworten, das geht am Evangelium von Christus vorbei. Vom Glauben erwarte ich nicht nur Antworten, sondern auch den Mut, im offenen Raum der Frage zu verharren.“

Offene Fragen gibt es viele zur Zeit. Ich erfinde mal keinen Satan, der mit Gott eine Wette am Laufen hat. Das ist eine Erzählung, die mich mit noch mehr Fragen zurück lässt. Aber ich schaue auf Hiob und diesen wunderbaren Satz, den er über Gott inmitten seiner Fragen sagt.
Gott allein breitet den Himmel aus.

Hiob spricht diesen Satz inmitten einer Situation, in der seine Welt Kopf steht, unsägliches Leid und eine schwere Krankheit haben ihn darnieder gestreckt. Seine Freunde haben noch dazu die miese Ideen nach seiner Schuld zu fragen,  wieso er soviel Leid erfährt.
Hiob fängt an zu streiten mit seinem Gott, er kann nicht verstehen und klagt Gott selbst an. Aber er bleibt bei der Aussage. Du bist mein Gott.

Warum lässt Gott das Böse zu?
Gibt es wirklich so einen Widersacher, der miese Wetten abschliesst, um Gott zu versuchen?
Eine gruslige Idee, die ich nicht so Recht fassen kann. Das Böse zu personifizieren hat mir noch nie geholfen.
Ich weiß nur eins:
Ich möchte nicht verzweifeln, sondern an einen Gott glauben, der den Himmel ausbreitet. Und ich weiß, wir sind Teil dieser Idee.
Den Himmel auf Erden zu gestalten.

Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.« 1.Petrusbrief

Ich wünsche uns ein Festhalten an der Idee von Gottes Reich -
auch wenn die Welt irgendwie aus den Fugen scheint -
es bleibt das Gottvertrauen, dass er den Himmel ausbreitet.


Gott segne unsre Fragen, unsre Klagen
und unsre Zuversicht

Elke Piechatzek



 
Diese Andacht wurde vor dem 7. Oktober geschrieben. Deshalb ergänze ich diese Worte auf dieser Seite.

"Terror und Gewalt dürfen nicht das letzte Wort haben. Wir geben die Hoffnung auf Frieden und ein Leben in Sicherheit für alle im Nahen Osten nicht auf. Wir werden auch künftig mit allen im Gespräch bleiben, die an einem Miteinander in Frieden und an gerechten Beziehungen arbeiten. "

Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart
 
Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst. jak 1,22
Monatsspruch Oktober 2023

Seid Täter des Wortes -
Manchmal hoffe ich ja, die Menschen meinen das nicht so, wie sie es sagen, wenn ich in sozialen Medien Hassreden lese. Ich hoffe, dass keine Taten folgen aus wirklich bösartigen Worten. Und ich wünsche mir, dass beides "Wort und Tat" nicht so voller Wut und Angst sind in diesen Tagen der Unsicherheit und des Wandels.
Manche Taten machen fassungslos und manche Worte bereiten den Boden für solche Taten.

Aber es gibt eben auch das Wort Gottes, das andere Wirkung haben kann.
Wir betrügen uns, wenn wir aus unseren guten Erkenntnissen als Christen
aus dem Wort Gottes keine Taten folgen lassen.

Seid Täter des Wortes - das ist
ein Aufruf zur Liebe !
Für mich steht fest. Die Botschaft der Bibel ist eine Botschaft der Liebe.
Sie verträgt sich nicht mit Gewalt und Vorurteilen.
Liebe ist nichts, was süsslich daherkommt und oder naiv Frieden fordert statt Waffen.
Was ist aber das Wort Jesu heute, nachdem wir handeln sollen?

"Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen:
Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis."
  1.Joh.3
Eine gute Idee auf der Suche nach dem richtigen Wort und dem richtigen Weg, Licht von Finsternis zu unterscheiden.
Und noch besser ist es, selbst so zu leben, beim Reden und Tun.
Machen wir die Welt heller oder wird es finster bei unsren Worten und Taten?
Viele Kirchenkritik würde sofort verstummen, wenn wir auch so handeln würden, wie gepredigt wird. 
Wenn im Miteinander der Menschen es Licht würde und Finsternis weicht.
Das sind die kleinen Gesten der Freundlichkeit jeden Tag. Es sind aber auch die großen Taten der Menschenliebe, die eben nicht am Grenzzaun Europas enden können.

Zur Liebe und Menschenfreundlichkeit gibt es keine Alternative für Christen.
Hassreden und die Schuld bei anderen suchen sind nicht Früchte des Glaubens.
"Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist;
und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist.
Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund."
  Lukas 6

Um uns nicht zu betrügen, wird es wohl notwendig sein, bei uns selbst schonungslos anzufangen, gerade an Erntedank. Was waren unsre Früchte? Und wie gehen wir miteinander um, jeden Tag? Was sind unsre Worte und Taten für die Menschen um uns herum?

Herr, erwecke deine Kirche
und fange bei mir an.
Herr, baue deine Gemeinde
und fange bei mir an.
Herr, lass Frieden überall auf Erden kommen
und fange bei mir an.
Herr bringe deine Liebe und Wahrheit
zu allen Menschen
und fange bei mir an.
 
Gebet eines chinesischen Christen
 
Ich wünsche uns allen gute Worte und Taten
und ich weiß, sie fangen bei mir an

einen guten Herbst
wünscht
Elke Piechatzek






 

 
 
Jesus Christus spricht: Wer sagt denn ihr, dass ich sei?
Monatsspruch September 2023

Der Monatsspruch September stammt aus einem Gespräch Jesu mit seinen Jüngern. Er fragt seine Jünger. Was sagen die Leute und was sagt Ihr, wer ich sei?
Interessante Frage, nicht nur für Jesus.
Welches Bild haben andere von uns?
Ich erinnere mich an meine Jugend, als ich nicht wusste, wer ich bin und immer nur sagen konnte, was andere von mir halten.
Bis heute verunsichert uns immer wieder diese Frage, was andere von uns denken.

Welches Bild haben andere von uns?
Viele Urlaubsbilder wurden gepostet und auch da immer diese Frage. Was denken die Leute, wer wir sind? Das fragen sich wohl auch die Erstklässler, die gerade in die Schule kommen. Das fragen sich Politiker, die sich zu "Jugendsünden" verhalten und das fragen sich auch Pfarrerinnen und Pfarrer, deren Arbeitsräume sich verändern.

Jesus stellt diese Frage wohl nicht aus Selbstfindungsgründen.
Und in diesem Gespräch steckt auch die Antwort zu der wichtigen Frage, wer wir sind.
Du bist der Sohn des lebendigen Gottes, antwortet Petrus. Eine lebendige Antwort.
Wir sind Kinder eines lebendigen Gottes.
Lebendig sind wir und wir sind geliebt. Wir dürfen uns verändern und wir dürfen uns dabei geliebt fühlen. Wir können Fehler zugeben und neu anfangen. Wir sind bereits geliebt. Lebendige Christen wissen das und können sich als geliebte Kinder immer wieder neu in den Blick nehmen (lassen).
Das ist ein aufrechter und aufrichtiger Blick auf uns.

Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus.  Epheser 4,15

Das will ich mir merken beim Blick in den Spiegel morgens, beim Posten von Fotos, bei den nächsten Schritten im Leben. Ich bin ein geliebtes Kind eines lebendigen Gottes.

Ich wünsche uns einen guten Neubeginn nach den Ferien
Elke Piechatzek






 
Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Monatsspruch August 2023
Gott, du bist mein Gott, den ich suche.
Es dürstet meine Seele nach dir, mein Leib verlangt nach dir
aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist. 

So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,
wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit. 

Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich.
So will ich dich loben mein Leben lang
und meine Hände in deinem Namen aufheben. 

Das ist meines Herzens Freude und Wonne,
wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann; 

wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich,
wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.

Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.
Sie aber trachten mir nach dem Leben, mich zu verderben;
sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren.

Sie werden dem Schwert dahingegeben und den Schakalen zur Beute werden. 
Aber der König freut sich in Gott. 
Wer bei ihm schwört, der darf sich rühmen;
denn die Lügenmäuler sollen verstopft werden.

Psalm 63
 
Wow, heftige und schöne Worte. Diesen Psalm musste ich ganz online stellen. Psalm 63, aus dem der Monatsspruch stammt.
Die Psalmen sind einfach unglaubliche Sprachbilder, wenn man nach Antworten ringt, verzweifelt nach Trost sucht.
Und immer wieder finden die Psalmbeter Antwort in Gott
und kräftige Ausdrücke, für das was sie plagt.
"Verstopf die Lügenmäuler doch bitte. Tag und Nacht denke ich an dich, Gott."

Wenn ich mich in sogenannten sozialen Medien aufhalte, dann bleibt mir ab und an das Hoffen im Halse stecken.
Welch rauher Ton, wieviel Lieblosigkeit und Hass ist da.
Nicht nur da erleben wir gerade Hitze und wenig Hilfreiches.
"Dürre und trockenes Land" sind Bilder, die wir kennen lernen werden mitten in einem Klimawandel.
Ja auch ein Klimawandel im Umgang miteinander.
Uns dürstet. Unsre Seelen dürsten nach hilfreichen Worten, guten Ideen und nach Lebensfreude, die angesichts der Weltlage eben doch glaubt und hofft.

Du bist mein Helfer, unter deinem Flügel ist Schatten.
Sicher haben viele von uns in der Hitzewelle der letzten Tage Schatten gesucht.
Wir möchten aufatmen und uns dürstet, wir brauchen Wasser und Lebenselixier für die nächsten Schritte.  Und jetzt ist da erst mal wieder Regen, und Stürme toben über uns hin. Aufgewühlt scheint die Welt zu sein, aufgebracht und zornig auch.
Einen Waffenstillstand im Innern unsrer Seele, den haben wir alle so nötig.

Ich wage es gar nicht, Waffenstillstand für die Kriegsschauplätze der Welt und vor allen in der Ukraine zu formulieren. Die Debatte um Waffenlieferungen ist so erhitzt geworden wie die um sinnvolle Wege im Klimawandel.  Corona noch nicht verdaut, geht es gerade weiter mit einer Nachrichtenlage, die verunsichert und erschreckt.

Du Gott bist mein Helfer.
Das formuliert David in alter Zeit -
Heute in den Tagen, in denen Kirche an Relevanz verliert, frage ich mich, was wenn niemand mehr nach Gott fragt? Was wenn Demut verlernt wird, wenn die Liebe ein Zeichen von "Gutmenschen" wird, die von Hassreden nieder geschrie(b)en werden.

Ich bleibe dabei, Gott ist mein Helfer.

Diese Botschaft bleibt. Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott.
Ich kann mir "frohlocken" nicht anders vorstellen. Lebensfreude entsteht aus der Demut gegenüber Gott und aus der Liebe für den Menschen. Das ist kein Sommermärchen, sondern christliche Botschaft. Und manchmal ist sie so zerbrechlich wie die Flügel des Schmetterlings auf dem obigen Bild. "Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott."
Das ist nicht immer mächtig und heftig. 
Wenn die Botschaft der Liebe in der Kirche und anderswo missbraucht wurde , ist sie dennoch nicht falsch. Da ist Kirche recht am Werk, wo Gott der Helfer der Menschen ist. Weg mit den Lügenmäulern, die anderes behaupten.

Meine Seele dürstet im Schatten seiner Flügel der Liebe. Sie dürstet in den hitzigen Debatten dieser Tage, in der Hitze, die mich schauern lässt vor der klimatischen Zukunft unsrer Welt, vor einer kriegerischen Auseinandersetzung mitten in Europa.

Wo ist Schatten? Welche Botschaften werden uns beflügeln in diesem hitzigen Sommer? Wem verschaffen wir Schatten und Aufatmen unter dem Flügel seiner Liebe?

Gott ist der Helfer. Das ist meines Herzens Freude und Wonne.
Klingt naiv? und weltfremd? Nun das ist die Botschaft der Bibel wohl immer gewesen.

Ich wünsche uns Schatten unter diesen Flügeln
im Sommer 2023

gesegnete Tage

Elke Piechatzek

 
 

 
Jesus Christus spricht: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Kinder
eures Vaters im Himmel werdet.

Matthäus 5, 44
Das Gebet verändert nicht die Welt, aber Gott verändert den Beter:
ein kluger Satz, den ich in einem Interview mit dem Gründer einer Gebetsschule fand.*

Betet für die, die euch verfolgen.
Betet für die, die Euch auf die Nerven gehen.
Betet für die, die Krieg führen.
Betet für die, die Euch klein machen wollen.
Betet für die Hassredner im Internet.
Betet für eure Feinde.

Und dann wird alles gut? Ich fürchte nein, aber wir werden uns verändern, wenn wir Wut und Hass abgeben, wenn wir unsre Fassungslosigkeit über Geschehnisse in der Welt in Gottes Hände legen.
Ich verändere mich, wenn ich aussteige aus der Spirale von immer größer werdenden Aggressionen.
Das ist im Kleinen zuhause genauso wie im Großen in der Welt.
Es geht nicht um Verständnis, niemand muss seine Feinde verstehen
oder gar sich dumm stellen und klein beigeben;
aber die eigene Haltung wieder auf das richten, was soviel wichtiger ist als Recht haben, sich durchsetzen oder gar zurückschlagen.
Es geht darum, dass wir Kinder Gottes bleiben.
Ja, manche unsrer Geschwister in Gottes großer Familie sind leider wirklich feindlich gesinnt.
Das kommt in den besten Familien vor.
Ich verstehe es nicht, ich leide darunter, aber auch dieser Mensch ist Gott anbefohlen.
Das verändert meine Haltung für den Umgang mit Menschen.
Es geht nicht um Naivität:  "Ich sende Euch wie Schafe unter Wölfe", sagt Jesus in derselben Bergpredigt.

"Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben."
Mt 10

Kluge Schlangen, die ihre Feinde und ihre Feindschaften erst mal Gott anvertrauen.
Vielleicht ist es ganz gut, sich das so auch mal klar zu machen, was grundverkehrt läuft im eigenen Leben und mit wem.
Erkennen, was gut und böse ist, quasi.
Nicht denunzierend, sondern stets auf die eigene Haltung bedacht, die von Gottes Botschaft in dieser Welt weiß.

"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."

Micha 6,8
 
Ich wünsche uns einen friedlichen Juli mit guten, liebevollen Gedanken für diese Welt.
Mutige Schritte beim Liebe üben.
Und alles andere lasst uns Gott anvertrauen.


Liebe Grüße
Elke Piechatzek


 
 
 
 

 
 
 

Juni 2023

Monatsspruch
Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde
und Korn und Wein die Fülle.









Gen 27,28
 
 
 
 
 
 
Da hat sich einer den Segen erschlichen in der biblischen Geschichte unsres Monatsspruches Juni.
Ein  schönes kraftvolles Segenswort, das Isaak auf seinem Totenbett Jakob dem Zweitgeborenen zuspricht:

Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde
und Korn und Wein die Fülle.


Gerade hat Isaak seine letzte Mahlzeit gegessen vom Wildbret, das ihm vermeintlich Esau gebracht hat. Er riecht das Feld in der Kleidung seines Sohne und glaubt dem Betrug. Er spricht den Segen zum mit Fell verkleideten Jakob und damit ist das Erstgeburtsrecht nochmal verwirkt, das sein erstgeborener Zwilling Esau hatte.
Die Geschichte um Jakob und Esau  ist eine um Macht und Gier.  Die Geschichte der Urväter des Glaubens ist voller Unrecht und merkwürdigen Wendungen. Die Zwillinge Esau und Jakob, die schon im Bauch der Mutter wohl heftig gerungen haben sollen.
"Der Ältere wird dem Jüngeren dienen", sagt Gott dazu. Manchmal setzt sich der Stärkere eben doch durch.
Segen wird also erschlichen und erstritten. Seltsam, dass er trotzdem wirkt.
Jakob hatte ja schonmal dafür gesorgt, dass sein Bruder wegen einer Linsensuppe sein Erstgeburtsrecht aufgab. Da war Esau nicht Opfer eines Betruges sondern Opfer seiner Gier. Auch das gibt es, Verlust durch Gier.
"Ich habe Hunger, was nutzt mir da ein Erstgeburtsrecht" - war seine Antwort, als Jakob sagte, ich gebe dir nur meine Linsensuppe, wenn du schwörst, mir dein Erstgeburtsrecht dafür zu vermachen.
Das macht den Betrug um den Segen nicht besser, nur weil  er schon mal mies ausgehandelt wurde. Aber so war das mit diesen Brüdern.
Ich finde es erstaunlich, das diese Geschichten in der Bibel stehen.
Und Segen wirkt über allem.
Das ist nicht Gottes perfider Plan -  Unrecht zu Recht zu machen. Das ist der ehrliche  Blick auf die Menschheit in der Bibel.
Es geht nicht rechtschaffen zu in der Welt und doch wirkt Segen.
Die Versöhnung der beiden Völker ist wohl die Geschichte, die dann erzählt werden soll. Genesis 33.

Das geht mir immer so, wenn ich Bibel studiere. Wenn ich wissen will, wann und wo so ein Monatsspruch entstanden ist. Fast immer tun sich Abgründe auf.
Zutiefst menschliche Tragödien finden sich in der Bibel wieder.
Das wird nicht schön geredet oder gar verheimlicht. Diese Geschichten werden erzählt, um zu lernen und dennoch zu vertrauen.
Jakob wird zum Urvater in Gottes Volk. Jakob: einer, der sich Segen ergaunert und schliesslich mit Gott am Jabbok kämpft bis er diesen wunderbaren Satz sagt:
Ich lass dich nicht los, es sei denn du segnest mich.  Gen 32,27

Ja das ist Segen eben auch - lange errungen, erschlichen und so unverzichtbar nach den eigenen Fehlbarkeiten inmitten dieser Welt.
Wir Christen feiern Gottesdienst und lesen in der Bibel, weil wir drüber raus schauen wollen über das, was uns manchmal so zu schaffen macht.
Das, was wir erleiden oder eben auch anderen antun, weil wir uns für was Besseres gehalten haben oder eben von anderen klein gehalten wurden.
Lasst Gott nicht los, manchmal muss man um den Segen ringen.. kann man da nur sagen.

Segen ist wie Tau vom Himmel, er wirkt auf abgeknickte Äste genauso wie auf aufrechten Weizenhalmen.

Segen ist kein Trostpflaster, Segen ist die Zusage - es geht weiter mit dir -
du bist nicht alleine  - ich weiß wie es um dich steht -
 
Ich wünsche Ihnen Tautropfen für jeden Tag,

und  auch - die Lebens-mittel, die daraus erwachsen -

Gottes Segen für den Juni 2023

Elke Piechatzek


 
 
 
 
 
Monatsspruch Mai 2023
Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag.
Sprüche 3,27

Ermahnung zum Wohltun
nennt Dietrich Bonhoeffer diese Zeilen aus dem Sprüchebuch.
Und er schreibt weiter:
Wer ist der Dürftige? Jeder von uns.
Wer ist der, der von Gott empfangen hat zu geben?
Jeder von uns.
Weigere dich nicht.
Auf die Bitte nicht sofort nach Gründen suchen, sie auszuschlagen.
Recht geben heißt Gottes Gaben weitergeben, daß sie nicht als meine, sondern als Gottes Gabe erkannt wird.

Die größte Gabe Gottes: Christus.


Weigere dich nicht.

Nicht hinausschieben, was du heute tun kannst, du machst deinen
Tag ärmer. Es kann morgen zu spät sein.
Hilfe ist nur dann Hilfe, wenn sie gebraucht wird, nicht wenn
es mir gefällt, sie anzubieten –
...
Mit geplanten guten Taten rechtfertigen wir uns häufig.
Wir kommen uns gerecht vor, weil wir Gutes zu tun bereit sind,
aber auf das Tun allein kommt es an.
Dietrich Bonhoeffer
 
- auf das Tun allein kommt es an.
Den mag ich diesen Satz, große Worte sind schnell daher gesagt , auch in der Kirche. Und doch sehen wir so selten, was einer oder eine wirklich nötig hat. Also wenn deine Hand es kann, dann hilf !
Und wenn du beide Hände voll hast, dann beschwere dich nicht mit geplanten guten Taten - sondern überzeuge andere, dir gleich zu tun.

Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.
Don Bosco
 
Ich wünsche uns einen gelungenen Mai mit wachen Augen, einem freudigen Herzen und Händen, die vermögen, Gutes zu tun.
 
Gott segne uns
Elke Piechatzek
 

April 2023

Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. Römer 14,9

"Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist."

Haben Sie schonmal die Johannes Passion von Johann Sebastian Bach gehört? Sie beginnt mit einem Eingangschor, bei dem Jesus als Herrscher angerufen wird. So beeindruckend und gewaltig klingt das.
( und im Flashmob im unteren Video ist es nochmal mehr beeindruckend..)

Im Grunde mag ich Untertanen und Herrscher nicht.
Aber dieser Eingangschor berührt mich zutiefst und macht mich demütig.
Jesus als Herrscher, das ist ein Bild, dem ich mich gerne beuge.

Jesu gewaltsamer Tod war nicht das Ende seiner Botschaft.
Jesus ist auferstanden.
Lebende und Tote können sich sicher sein, sein "Reich" bleibt bestehen und lebendig.
Die Nachfolger Jesu werden angesprochen vom auferstandenen Christus, der uns ein Leben in Fülle verspricht. Nach Ostern kommt Pfingsten, das Fest einer lebendigen Kirche. Voll des heiligen Geistes, der sich nicht dem Zeitgeist unterordnet, der aber auch weht wo er will. Lebendige Hoffnung sind wir seit damals.
Ich glaube wie Paulus an eine Gemeinschaft, in der niemand über andere richten soll. Eine Gemeinschaft, in der Liebe wirkt.

Paulus schreibt im 14. Kapitel des Römerbriefes, aus dem der Monatsspruch für den April 2023 stammt, an eine zerstrittene Gemeinde. Da geht es um Fleischkonsum und Feiertage. Da wird wohl gestritten, wie man sich als Christ richtig benimmt und was man glauben soll. Seid einander kein Anstoss, sagt Paulus und lasst uns danach streben, was dem Frieden dient.
Und dann dieser Satz:
"Wie kannst du den Diener eines anderen richten? Sein Herr entscheidet, ob er steht oder fällt. Er wird aber stehen; denn der Herr bewirkt, dass er steht." Römer 14,4
 
Der Auferstandene bewirkt, dass wir stehen.
Ich kannte mal jemanden, der sagte in Streitfragen immer, ich werde ihn dermaleinst fragen, bis dahin glaube ich das so. Vor allem in "frommen" Streitgesprächen war er so hilfreich, dieser Hinweis. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um eine aufrechte Haltung aus dem Glauben an Jesus Christus heraus. Eine Haltung, die nicht richtet, sondern andere stehen lässt.
Alle wissen sich dabei in einer demütigen Haltung unserm Herrn gegenüber, der die Liebe predigte für diese Welt und den Frieden verheisst.
 
Ich wünsche Ihnen Standhaftigkeit im nächsten Monat und eine Haltung, die andere Meinungen und Menschen stehen lässt. Wir sind lebendige Hoffnung in dieser gewaltsamen Welt.
Der Herr ist auferstanden!
 
Elke Piechatzek
 
  

Flashmob Eingangschor Johannespassion

Flashmob vom 21. Mai 2022 anlässlich des 29. Internationalen Bachfests Schaffhausen (CH).

 

Monatsspruch März 2023

Was kann uns scheiden von der LIebe Christi?

 
 
 
"Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."
Römer 8
Am Ende von Kapitel 8 im Brief von Paulus an die Römer steht die Antwort auf die Frage des Monatsspruch März 2023, was uns trennen kann von der Liebe Christi. Nichts, weder ...noch.. nichts  kann die Liebe aufhalten, die Gott uns in Jesus zeigte.
Sind das nicht nur fromme Worte angesichts der Krisen und der Kriege unsrer Zeit? Gibt das Trost in schweren seelischen Nöten?
Für mich eine der entscheidenden Fragen im täglichen Leben: Was kann mich scheiden von der Liebe, von meinem festen Glauben, dass Liebe stärker ist als das, was uns bedroht und bedrängt. Und "nichts" ist eine verheißungsvolle Antwort.

Für Paulus ist Liebe der Dreh- und Angelpunkt dessen, was Jesus von Gott erzählte. Er kennt die Geschichten und Predigten von Jesus. Als Jesus sagte, seine Freunde zu lieben ist einfach, ich aber sage euch: Liebet eure Feinde.

Liebe ist die christliche Grundidee des Miteinanders unter Menschen.
Liebe ist meiner Überzeugung nach der Grund unsres Lebens. Wir sind gewollt und geliebt von Gott;  auch wenn wir anderes erleben, auch wenn Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet unausweichlich scheinen, auch wenn wir schuldig werden und Bosheit erleben; wenn Lieblosigkeit die neue Währung im digitalen aufgeregten Zeitalter der Klickmentalität im Netz zu sein scheint.
Es bleibt dabei:  Gottes Botschaft bleibt:
Lebt in der Liebe und nichts soll euch daran hindern.
Wer sich nicht geliebt weiß, kann weder gut aufwachsen, noch erfülltes Leben erleben.  Und wer von uns hat nicht deswegen schon heftig gelitten, weil er diese Liebe von der falschen Person erwartete.
Der vermeintlich einfache Liebeskummer kann uns massiv beschädigen bei unsrem Lebensweg.
War es deshalb falsch, zu vertrauen? Nein, nichts kann uns davon abhalten, es wieder zu tun.
Wir sind liebenswürdige und liebesfähige Wesen, davon sollten wir uns jeden Tag gegenseitig überzeugen.
Keine Sorge ich bin nicht naiv und male Herzchen auf miese Situationen.
Aber ich glaube an einen Gott, der weiß, dass Liebe scheitern kann.

Genau das erfahren wir in der Passionsgeschichte Jesu, auf den wir Christen unsren Osterglauben gründen.

Die Liebe bleibt dennoch Richtschnur in meinem Leben. Das ist nicht der fromme, leichte Weg. Das ist Hadern mit Schicksalen,  leiden unter Lieblosigkeit, kämpfen gegen Unrecht und immer wieder neu aufstehen und sie nicht aufgeben die Idee einer Welt, in der Gottes Liebe wirkt.

Ich kenne keine bessere Idee für mein Leben, als mich der Liebe immer wieder neu anzuvertrauen.

Ich wünsche uns liebevollen Gedanken über uns selbst, über unsere Nächsten und damit einen anderen Blick auf das, was grausam uns begegnet. Lasst uns in der Liebe bleiben, nichts soll uns davon abhalten.
 
Eine gesegnete Passionszeit wünscht

Elke Piechatzek

 
 

Monatsspruch Februar 2023

 
Sara aber sagte: Gott ließ mich lachen Gen 21,6
Monatsspruch Februar 2023
Ich mag dieses Bild. Der kleine Junge lacht herzlich mit der dicken Bibel auf dem Schoß.
Der Bibelvers der Monatslosung stammt von Sara, die erzählt, Gott ließ mich lachen. Sara und Haggar - zwei Frauen in derselben Geschichte. Die Frau und die Magd von Abraham. Haggar schwanger in der Wüste.
Haggar von der die Jahreslosung für 2023 stammt. "Du bist ein Gott, der mich sieht."
Und auf der anderen Seite Sara, die nach der Geburt ihres Sohnes sagt:
Gott ließ mich lachen.
Zwei Frauengeschichten  im ersten Buch Mose (Genesis). Zwei Frauenschicksale, bei der mir das Lachen eher im Hals stecken bleibt.

Kennen Sie die Serie "Handmaid's Tale" - eine gruslige Zukunftsvision von einem bigotten Staat in ferner Zukunft, in der sich Männer auf die Geschichte von Sara und Haggar berufen? In einer Zeit, in der kaum mehr Kinder geboren werden, werden gebärfähige Frauen den Ehefrauen der herrschenden Männern in den Schoß gelegt, um Kinder zu zeugen. Eine düstere Serie, in der sich die Mägde mit "Gepriesen sei der Tag" und  "Möge der Herr mich öffnen" grüßen.

Die biblische Geschichte ist ähnlich grausam. Eine von denen, die ich immer schon schwer Kindern oder Jugendlichen gut erzählen konnte. Aber heute denke ich, diese Bibelgeschichten wollen etwas deutlich machen. Ich nehme an in diesem Falle eine Zusammengehörigkeit der beiden Söhne, Ismael und Isaak, die als Urväter von zwei Religionen und Völkern galten.

Zwei Frauen, beide wohl Opfer der Umstände ihrer Zeit. Sara, die ohne Nachkommen keine rechte Ehefrau war und Haggar, die irgendwie dann doch im Weg war, nachdem sie das Kind ihres Herrn ausgetragen hatte. Zwei Frauen in unmöglichen Strukturen, zwei Urvölker, die vom selben abstammen aber wohl Feinde waren.

Abraham ist der Urvater von Christen, Juden und Muslimen bis heute. Und alle Religionen kennen diese Geschichte von den beiden Frauen, die von Abraham Kinder bekamen. "Gott liess mich lachen" - das Zitat schreibt die biblische Geschichte der Sara zu. Ismael wird mit  "Gott erhört"  und Isaak mit  "Gott lacht" übersetzt. Zwei Söhne, von denen einer auch noch "geopfert" werden soll, um Gott Treue zu schwören.

Nein, ich rede heute diese Geschichten nicht schön. Sie sind grausam, genauso grausam, wie  "Der Report der Magd" von Margret Atwood, aus der diese spannende Serie "Handmaid's Tale" gemacht wurde. "Handmaid's Tale" zeigt einen zu Ende gedachten Patriachismus, der sich noch dazu auf seltsame biblische Geschichten bezieht.
 
Es ist grausam mit anzusehen, was die Idee von "Gilead", dem neu gegründeten Staat im Science Fiction Film, für menschenverachtende und destruktive Folgen hat. Gutgemeint für die kinderlose Menschheit in der filmischen Zukunft und im Ergebnis einfach nur vollkommen irrsinnig.
 
Und dann beginne ich doch zu lächeln, weil uns Gott eben Verstand und Klugheit gegeben hat, weil die Bibel eben keine genauen Handlungsanweisungen gibt, sondern erzählt von einer Gotteserfahrung, die immer wieder den Rahmen sprengt. Gott erhört und Gott lässt lachen. Er möchte mündige Menschen, die nicht auf irre Ideen kommen und wie verrückt an Buchstaben kleben oder althergebrachten Ansichten.

Er ist ein Gott, der Begeisterung kennt, der sich in Jesus Christus zeigte, der mit seinem Tod, diese Opferhaltung ein für alle mal beendet hat.
Wir sind aufgerichtet wie Haggar durch seine Auferstehung und wir sind befreit, um auch zu lachen, wie Sara, wenn dann doch das Unerwartete geschieht. Das Leben mit Gott sprengt den Rahmen der alten Gesetze, es zeigt uns Wege auf, die weiterführen und uns immer wieder auch laut lachen lassen.

Ich wünsche uns viele Momente, in denen wir fragen und nichts schön reden, aber eben auch befreit lachen können in diesem Monat.
 
Herzliche Grüße
Elke Piechatzek

 
 
 

Jahreslosung 2023

In der biblischen Geschichte (Genesis 16)
rund um die Jahreslosung spricht Haggar Gott an:
Du bist es, der mich sieht.

Auf diesem Foto fällt jemand auf - leuchtend rot - ein Blickfang.
Das sind wir bei Gott.
Ein Blickfang.
Er hat uns im Blick.
Haggar, diesen roten Vogel und auch uns.
Wir sind gesehen und dadurch angesehene Menschen.

Menschen brauchen ein Gegenüber und das gesehen werden,
wir brauchen das Sehen und das aufeinander Hören.
So entsteht Gemeinschaft, die etwas aushält.
 
Ich weiß mich dabei in Gottes Hand, die eben mitmenschlich wird durch die Menschen in unsren Kirchengemeinden.

Danke für all das, was Sie im Miteinander leisten -
sprechen Sie uns an, wenn sie denken, es wird etwas übersehen.

Bleiben Sie behütet  mit Sorgen und Nöten,
aber auch mit der Freude am Leben in Ihrer Kirchengemeinde. 

Machen wir es wie Haggar:
Sprechen wir Gott darauf an:
Er ist ein Gott, der uns sieht.

Ein gesegnetes Neues Jahr
wünscht   Ihnen

Elke Piechatzek
  
 
  
  
 
 
 
 
 
 
 
November 2022

Jesaja 5,22
 
"Süßes sonst gibt es Saures",  am 31.10 sind die Kinder wieder von Haus zu Haus gezogen und haben nach Süßem verlangt, sonst werden sie sauer. Eine alte Tradition, um das Böse zu vertreiben?
Ich hab nichts gegen Halloween, ich wunder mich nur manchmal, wie einfach dieses Ritual wirken soll, "gib mir Süßes sonst werde ich sauer."
Die Weherufe des Jesaja über das trotzige Volk im alten Testament , sprechen da ne andere Sprache. Da wird klar benannt, was als Übel erkannt wird, viele Kapitel lang nimmt der Prophet kein Blatt vor den Mund und mahnt die Menschen, nichts durcheinander zu bringen. Böses nicht gut zu nennen, und Süsses nicht sauer.
Manchmal sage ich auch derbe, es bringt nichts "Scheisse" schön zu reden und es ist gewiss so, dass schneller billiger Trost niemandem hilft, der in wirkliche Not gerät.
Umgekehrt sind wir aber auch schnell dabei, erst mal das Schwierige wahrzunehmen, bevor wir das Gute erwähnen. "Jammern auf hohen Niveau" heißt das in neudeutsch.

Der Monatsspruch im November, der sagt mir im Grunde -
schau genau hin, sag was Sache ist, nenne die Dinge beim Namen, beschönige nichts aber rede auch nichts schlecht. Mach dich auf den richtigen Weg.

Jesaja endet die lange Wehklage mit einer Verheißung. Im 9. Kapitel wird er erwähnt, der Friedefürst, der als Kind geboren wird, der Licht sein wird .
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Jesaja 9

Noch im November beginnen wir mit dem 1. Advent ein neues Kirchenjahr. Wir glauben an Jesus Christus, als den, der da kam als kleines Kind mitten in diese Welt, die so dringend ein Licht braucht, das die Finsternis erhellt.  Nicht um irgendwas zu beschönigen, nein um es deutlich zu benennen, was noch nicht gut ist; und genug Glauben und Hoffnung zu haben, um jeden Tag Schritte zu tun im Glauben an Gottes Gnade, die uns heute schon hält.

Ich wünsche uns einen gnädigen November, mit klarem Blick und mutigen Schritten
was immer auch Süßes oder Saures uns begegnet.

Elke Piechatzek





 
 
 
Oktober 2022



Groß und wunderbar, gerecht und wahrhaftig.

Inmitten der apokalyptischen Bilder der Offenbarung steht dieses Gebet, ausgesucht als  Monatslosung für den Oktober. Inmitten der Probleme dieses Herbstes, suchen wir nach Wegen. Inmitten der dunkler werdenden Zeit, der düsteren Wolken um uns herum, suchen wir nach Helligkeit und Orientierung. Wir feiern Erntedank und andere Gemeindefeste. Wir halten Gottesdienste und geben Konzerte. Wir erzählen von unserem Glauben, sorgen uns um unsre Mitmenschen und suchen Lösungen für ein friedliches Miteinander.
 
Der allmächtige Gott, der König der Völker wird angerufen im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung. Und es sind große Worte mit denen er beschrieben wird.
Auch wir suchen oft den einen, der uns leitet und Anweisung gibt, wie es weiter gehen soll. Groß und wunderbar ist Gottes Schöpfung - davon spricht die Bibel viele Male. Und die Wege Gottes sind gerecht und wahrhaftig.

Nein ich glaube auch nicht, dass es immer gerecht zugeht in diesen Tagen. Und die Wahrheit spielt so oft keine Rolle mehr in der Flut der (Fake)-Nachrichten um uns herum. Das ändert aber nichts an der Richtung, in die wir uns bewegen sollen.

Wie könnt ihr Christenmenschen dankbar bleiben für Gottes Wunder? Wie könnt Ihr zuversichtlich sein beim Thema Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit? Das höre ich oft, wenn Menschen mit mir über meine Kirche reden, die auch kämpft mit eigenen Mißständen.

Wir können es nicht nur, wir müssen es. Das ist die Botschaft Jesu, der wir glauben:
Eine Botschaft, die weiter führt, die wegweisend ist und jeden Tag Mut für neue Schritte macht.

Sucht die Gerechtigkeit und die Wahrhaftigkeit und fangt bei euch an.
Gott ist wunderbar und groß, er wird euch begleiten.

Ich wünsche Ihnen und Euch dankbare und zuversichtliche Schritte in diesen Herbst.
Elke Piechatzek


 
September 2022
Monatsandacht von Elke Piechatzek

Weisheit - Liebe  und Gottesfurcht -
der Monatsspruch für den September stammt aus dem Buch Jesus Sirach.
Der Autor Ben Sira lebte 190 vor Christus in Jerusalem und leitete ein Haus der Bildung.
Manches liest sich in seinem "Lehrbuch" mit vielen praktischen Ratschlägen u.a. zum Thema Freundschaft, Ehe und Erziehung heute seltsam,
aber beim Lesen lies mich ein Gedanke nicht los.
Die Liebe zu Gott, die in anderen Bibelübersetzungen auch mit Gottesfurcht übersetzt ist, ist der Beginn der Weisheit? Das ist die gute Begründung für unser Dasein?
Was hat Weisheit denn mit Liebe und Gottesfurcht zu tun?

Weise Menschen sind eben nicht selbstbezogen, sie sehen sich als Teil von etwas Größerem. Sie können Demut, ein wunderbarer alter Begriff. Auch bei der Liebe geht es darum, dem anderen Platz einzuräumen und Rücksicht zu nehmen. In der Debatte geht es um die Meinungen der anderen, die zu achten sind, bevor man sich selbst mächtig zu Wort meldet. Ja das ist weise, sich dabei auf Gott zu beziehen. Gott Platz zu machen im Leben kann eben auch befreiend sein.
Ich muss mich nicht selbst wichtig machen, weil Gott mich längst wichtig nimmt. Und deshalb geht es um ein gutes Miteinander in seinem Namen.
Sich in Demut üben ist wirklich eine Weisheit, die der Liebe gleich kommt.
Die Liebe, die Paulus so wunderbar im 13. Kapitel des Korinterbriefes beschreibt:
"Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,  sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,  sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;  sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles."

Das ist Gottes Auftrag an die Welt und wirklich weise, sich in Demut und Liebe üben.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start nach den Ferien, dem Urlaub - so sie welchen hatten -
wir haben keinen einfachen Herbst und Winter vor uns - aber
mit Gottes Hilfe werden wir weise Wege finden, um in Liebe den Herausforderungen zu begegnen.

Elke Piechatzek









 

Monatsspruch August 2022



 


Das Buch der Chronik, aus dem der Monatsspruch August stammt, berichtet von jubelnden Bäume - und nicht nur davon. Auch vom  brausenden Meer und  fröhlichen Felder. Der Himmel freut sich und die Erde ist auch fröhlich - dann wenn der Herr kommt, die Erde zu richten.
1. Chronik 16.

Die Natur war wohl schon damals in Zeiten der Chronik von König David ein Sinnbild für das,
was uns gut tut oder wann es uns schlecht geht.
Das sind ja auch kräftige Bilder, wenn man sich draußen aufhält  und vor allem auch deutliche Zeichen, wenn es mal nicht so richtig läuft.
Dürre, Überschwemmungen, Waldbrände, Hitze und Hunger - wenn die Natur aus dem Gleichgewicht gerät, dann wird deutlich, es geht nicht mit "rechten" Dingen zu.

Und nun ? Erstarren wir in Angst und beginnen mit dem "doomscrolling"?
Ein neuer Begriff aus der digitalen Welt, der mich fasziniert hat.
Das sogenannte doomscrolling. Fast suchtartig checkt man das Smartphone oder PC und TV immer wieder nach neuen, noch schlechteren Nachrichten und fängt an, mit dem Schlimmsten zu rechnen.
Corona, Klimawandel, Krieg - es wird ganz ganz schlimm - wenn man sich auf diese Doom - Nachrichten einlässt und sich nur noch darin aufhält. Doom bedeutet Verderben und Verhängnis.
Die Psalmbeter und die Lieder des Königs David lehren uns etwas anderes:
Jubelt, der Herr wird es richten.
Ich mochte schon als Kind dieses Bild des strafenden Gottes nicht, der sich am Tod der Feinde freut und gewalttätig herrscht. Und ich fand das seltsam, mit Gottes Gericht zu drohen immer wieder - und gleichzeitig von Liebe zu sprechen.

Offensichtlich brauchen Menschen in Not, die Aussicht auf Besseres. Ob das gut tut, darauf hoffen, dass der Herr kommt und so lange eben zu verharren wie ein alter knorriger Baum, der wartet bis endlich Gerechtigkeit einkehrt?
"Die Bäume sollen jubeln, das Meer brausen und die Erde fröhlich sein..."
Da ist es wieder dieses seltsame Ding mit den Christen, die eben nicht nur aufs Jenseits hoffen, sondern heute schon Lob und Dank sagen. Nicht weil sie blind wären für die Aufgaben der Gegenwart. Nein, weil Dankbarkeit und Freude aufrichten und nicht klein machen.
Und dann eben leben, was uns Jesus Christus mitgegeben hat als Botschaft für diese Welt.

Gerechtigkeit richtet auf, sie lässt nicht erstarren und uns vor dem "Doom" fürchten.
Gott wird kommen, zu richten? Gott ist bereits da, immer dann wenn es gerecht zugeht unter den Menschen, wenn wir einander lieben, weil Gott die Liebe ist, die sich ausbreiten möchte unter den Menschen.

Nein, ich bin nicht naiv und vieles in meinem Leben hat mich ziemlich erdrückt und niedergeschlagen, nicht nur die Nachrichten dieser Zeit. Aber es gibt eben auch die Botschaft, an die ich glaube, die einen Satz weiter in der Chronik steht.
Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewig.
(1. Chr.16,34)
Das wussten die Psalmbeter im alten Testament und Jesus hat es uns vorgelebt.
Die Güte Gottes, die wider allen Anschein wirken möchte, weil Gott die Liebe ist.
Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Joh. 4 )

Ich wünsche Ihnen einen gütigen Sommer mit Zeichen der Liebe
und scrollen Sie weniger Schreckensnachrichten, damit Luft bleibt für das Gute,
das wirken möchte - in uns.

Gott segne uns

Elke Piechatzek









 

Monatsspruch Juli 2022



Ich war heute morgen im Wald. Es hatte geregnet, endlich nach den heißen Tagen und Tropfen hingen noch an den Ästen und Blättern. Die Blumen reckten sich nach dem Nass und ich hab mir gedacht: Das ist wohl "dürsten", diese Sehnsucht nach Energie, die wieder aufblühen lässt.
Ja wir dürsten nach dem Lebendigen, wenn die Köpfe hängen und die Kraft ausgeht. Es ist so wohltuend nach Hitze oder nach schlimmen Erfahrungen, wenn die Seele wieder lebendig wird.

Der Psalmbeter des 42. Psalm vergleicht sich mit einem Hirsch im Wald, der wohl beeindruckend ist mit seinem Röhren. Von Sehnsucht schreibt er, von seiner unruhigen Seele, die ihn betrübt und er hofft auf Gott, der für ihn lebendig ist.
Er erinnert sich an Zeiten als er mit einer großen Schar von Menschen noch den Tempel besuchen konnte, er war mit ihnen unterwegs zum "Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern."

Gottesdienst und unter Menschen sein, die dankbar sind.

Offensichtlich sind das Eindrücke, die eine Seele lebendig werden lassen.
Wieso sehnt der sich nach Gott? wurde ich gefragt, als ich erzählte von dem Monatsspruch Juli. Und das frage ich mich manchmal auch, wieso erzählen wir von Gott wie von einem geliebten Menschen, nach dem wir uns sehnen? Die Bibel ist voll von Bildern, in denen es um Gottesbeziehung geht, um eine Sehnsucht, die bei Gott gestillt wird.

Die Strategiegruppe des Kirchenbezirks hat bei der Suche nach neuen Kirchenbildern einen schönen einfachen Satz gesagt, warum Menschen Kirche heute noch brauchen.
Glaube gibt Orientierung und Gemeinschaft verbindet.
Das ist Gotteserfahrung, in der Gemeinschaft sein.
Orientierung und Gemeinschaft, die brauchen wir, wenn wir in "Bedrängnis" sind.

Sich selbst nicht für den Nabel der Welt halten, das hilft manchmal schon bei der Suche nach gelingendem Leben mit Gott.
Und vielleicht sollten wir uns wie der Psalmbeter auch heute wieder auf den Weg machen zu Feiern in Kirchen, um Gott für das Gelingende zu danken und zu "frohlocken".
Es hilft wirklich: dankbar sein für das, was gelingt und Frohlocken - die Freude rauslocken.

Das ist eine Kraftquelle, die erfrischt, wenn wir den Kopf hängen lassen oder uns die Kraft ausgeht. Meine Seele dürstet nach Lebendigem, das ist wahr. Also lassen Sie uns die Gemeinschaft derer suchen, die sich von Gott getragen wissen. Weil diese Gemeinschaft weiter hilft, weiter sucht, weiter sieht und vor allem sich unterstützt bei der Suche nach Antworten in den hitzigen Debatten der Zeit, in Zeiten der Unruhe und Unsicherheit. Es hilft, sich einzubinden in eine Gemeinschaft, die sich getragen weiß von einem Glauben, der Orientierung und Halt gibt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer

Elke Piechatzek

 





 
Monatsspurch Juni 2022



Das Siegel (von lateinisch sigillum ‚Bildchen‘) ist ein Kennzeichen, eine Form der Beglaubigung oder Sicherstellung (Verschluss) der Unversehrtheit eines Gegenstandes.

Und nun mitten in diesem grandiosen Hohelied der Liebe, in dem von lustvoller Liebe erzählt wird, taucht ein Siegel auf. Sich wie ein Siegel ans Herz und auf den Arm legen, um Halt zu geben, sich zu umarmen, sich einander sicher sein.
Die Liebe ist stark wie der Tod. Ich musste in diesem Monat Abschied nehmen von meinen beiden Eltern, die kurz hintereinander gestorben sind und miteinander beerdigt wurden. "Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott"  war der Konfirmandenspruch meines Vaters, den wir unter beide Namen setzten in die Traueranzeige.
Nichts ist mehr unversehrt angesichts des Todes. Nichts ist unversehrt in der Welt.
Wie können wir uns sicher sein und Halt geben?

Gott ist die Liebe.

Und deswegen steht dieses erotisch schöne Buch auch in der Bibel (Hoheslied).
Und unser Monatsspruch geht ja noch weiter und erzählt von der Leidenschaft.
"Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine gewaltige Flamme." Leidenschaft füreinander ist wohl nicht das Privileg von Liebespaaren.

Die Liebe ist stark wie der Tod.

Bleibt in der Liebe. Sie ist stärker ist als unsre Trauer, als unsre Auseinandersetzungen miteinander als Eltern und Kinder, als politische Gegner oder Kriegsbeteiligte.

Die Liebe bleibt und das ist nicht das Jenseits sondern durchaus das körperliche Nahe sein mit geliebten Menschen, das verständnisvolle Herz, das Umarmen in schweren Situationen, aber auch das gewaltfreie Kommunizieren mit politischen Gegnern.

Liebe ist stark wie der Tod.
Für uns Christen ist das grausame Wirklichkeit. Weil Jesus für diese Haltung gekreuzigt wurde in der grausamen Welt und mit Macht auferstand, damit wir ein Siegel haben für unsre naive lebensbejahende und liebevolle Botschaft an die Welt.

Bleibt in der Liebe und damit in Gott.
Elke Piechatzek
 

 
Maiandacht


Der Körper spiegelt die Seele.
Der Jünger Johannes schreibt einen kurzen Brief an Gaius, zu lesen in der Bibel im kürzesten Kapitel des Neuen Testaments.  Dem 3. Johannesbrief.
Und da steht er der Monatsspruch für Mai 2022.

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit,
so wie es deiner Seele wohlergeht.


Achja denke ich da zuerst, wenn das so einfach wäre.
Manchmal spielt der Körper verrückt, die Krebszellen fressen sich durch, Demenz vernebelt das Gehirn, ein blöder Unfall verursacht Schmerzen, das  Herz will nicht mehr. Ein Virus verändert unser Miteinander und Bilder eines Krieges lassen einen verzweifeln.

Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht.
Ist das der richtige Wunsch für Menschen in Bunkern in der Ukraine oder an Soldaten, die im Wehrdienst in einen Krieg geschickt werden? Für Geflüchtete auf dem Mittelmeer, für Kriegsopfer und Kriegstreiber in der Welt, für psychisch und physisch Erkrankte, für Opfer von Mißbrauch, für Kinder und Jugendliche, die Zukunftsängste so real spüren oder Menschen im Burnout?
Ich wage es kaum zu ahnen, wie es in mancher Seele aussieht.

Dass die Seele den Körper beeinflusst weiß die Philosophie und die Medizin.
Und so ist es nur richtig, wenn der Wunsch nach Wohlergehen und Gesundheit eines Menschen die Seele erwähnt.

So wie es deiner Seele wohlergeht.. so wünsche ich dir Gesundheit.
Johannes schreibt an Gaius als einem "Bruder in der Wahrheit." Die beiden kommen von Ostern her, der eine ist ihm noch begegnet, diesem Jesus und beide sind Zeugen der Botschaft ihres Herrn, die der Seele wohl gut tut.
Das wäre schön, wenn es mit der Wahrheit so einfach wäre und wir alle im Geiste Jesu wahrhaftig und gesund sind und es uns wohl ergehen lassen.
Wer diesen Brief ganz liest, bekommt auch mit, dass da Streit ist vor Ort, dass einer Besuche verweigert, weil er der Anführer sein will. Machtmißbrauch und Wahrheit passen wohl nicht zusammen.

Wir alle scheitern täglich in unsren Bemühungen wahrhaftig zu sein und das Richtige zu tun und zu sagen. Die Weltlage heute tut der Seele wahrlich nicht gut.
Und doch wünscht Johannes Wohlergehen, weil es der Seele wohl ergeht.

Es geht also nicht um billigen Trost, wenn wir von Glaubensheiterkeit sprechen oder hoffnungsstur an Frieden festhalten wollen, der Waffen verbieten sollte und nicht liefern.
Was ist Wahrheit? und was ist der Antrieb in unseren Seelen, der uns gesunden lässt im Geiste und dafür sorgt, dass es der Menschheit und unsrem Nächsten wohlergeht?
Es ist unredlich, den Kranken zu sagen, achte auf deine Seele, dann wirst du auch wieder gesund. Manche werden es nicht oder waren es nie und dennoch gibt es Wohlergehen und Seelenfrieden in ihrem Leben.
Es ist unmöglich, den Opfern eines Krieges zu sagen, wir halten Waffen für den falschen Weg.
Wohlergehen.. ist die ständige Suche nach Wahrheit.

"HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen." Psalm 92

Jesus verweist uns auf das Zusammenspiel von Güte und Wahrheit.
Ob er ein König sei, fragt ihn Pilatus bevor er ihn zum Tode verurteilt.
Und dann dieser Satz: "Du sagst es, ich bin ein König.
Ich soll als Zeuge für die Wahrheit eintreten. Jeder, der selbst von der Wahrheit ergriffen ist, hört auf das, was ich sage." Johannes 18
Und der Machthaber Pilatus fragt zurück: Was ist Wahrheit?
Gute Frage.

Ich lese viele Debatten in den sozialen Medien und manche Christen distanzieren sich von den Sätzen der Bergpredigt mit der Feindesliebe und diesem naiven Glauben an das Gute. Das sei ja nicht tauglich in der Welt.
Ich glaube, es kränkt die Seele, wenn wir davon abrücken.

Aber ich möchte auch nicht naiv sein und störrisch beharren auf einer Art von theoretischem "Luxuspazifismus", während ich mich im Alltag nur um Speiseöl sorge oder wo ich den langersehnten Urlaub verbringen kann, der endlich wieder möglich ist. 
Was ist die Wahrheit, die ich bezeugen kann und will? Und für wen kann ich dabei sprechen?

Gesundheit und Wohlergehen, weil eine Seele wahrhaftig erkannt hat, was einem gut tut und was zu tun ist. Von der Wahrheit ergriffen sein und sich Jesu Botschaft anschliessen.

Das ist dann kein billiger "Gute Besserung - Spruch" sondern tiefe Erkenntnis, die Christsein ausmacht.
Immer wieder anders, immer wieder neu sich diesem Gott anvertrauen, dessen Güte so weit reicht und dessen Wahrheit den Himmel berührt jeden Tag.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Mai
Wohlergehen und Gesundheit
und die Wahrheit in der Seele

Elke Piechatzek



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Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen.
Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.
Johannes 20,18

Eine Frau sagt ihn zuerst am Ostermorgen; diesen Satz: Ich habe ihn gesehen.
Diesen unglaublichen Satz nach Tod und Kreuzigung, nach verlorener Hoffnung.. nach
"das hat doch alles keinen Wert", nach "es gibt keine Lösung mehr.".
nach "ich habs doch gleich gewusst...sowas kann nicht gut gehen.."
Ich habe ihn gesehen - er ist da, es kann weitergehen. Er steht uns bei.

Ich mag die kräftigen Osterbilder, dieses trotzige "Dennoch" des Osterglaubens.
Ich mag es, dass eine Frau, die eigentlich einen Toten begraben wollte, zur ersten Zeugin meiner Religion wird: meinen Glauben an den auferstandenen Christus.
Maria hat ihn zuerst gesehen und gar nicht wirklich erkannt.
Bis er sie anspricht bei ihrem Namen: Maria.
Am nächsten Abend zeigt der Auferstandene sich dann allen Jüngern
und begrüßt sie mit einem Friedensgruß.
Das sind die Worte Jesu damals und heute an alle, die ihm und seiner Botschaft nicht so recht glauben können.
Ein Zuspruch,  den unsre Welt heute dringender denn je braucht.

FRIEDE SEI MIT EUCH!

Immer wieder sagt Jesus diesen Satz zu denen, die nicht glauben können und ihn berühren wollen, spüren und sehen, ob es wirklich wahr ist, dass eben nicht alles mit dem Tod und Gewalt vorbei ist, sondern Frieden möglich ist.


FRIEDE SEI MIT EUCH!

"Ich habe ihn gesehen" - ich glaube daran, dass seine Botschaft weiter geht, auch wenn mich die Bilder von Tod und Gewalt, von Grausamkeit und Missgunst schier blind machen für die Hoffnung.

Jesus zeigt sich seinen Jüngern nur eine kleine Weile, weil er uns und den Jüngern damals etwas mitgeben will für diese Welt: den Tröster, den Geist der Wahrheit.
Gottes heiligen Geist.
Damit gibt Jesus allen seinen Jüngern, damals und heute
den Geist der Hoffnung und des Friedens, um seine Sache weiter zu tragen.

Das ist seit 2000 Jahren die Botschaft seiner Kirche.

FRIEDE SEI MIT EUCH


Gesegnete Ostern - lasst uns das sehen - lasst uns auf ihn sehen
und seinen Geist in uns wirken

Ich grüße mit Sie herzlich mit dem Ostergruß

ER IST AUFERSTANDEN - ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN
HALLELUJA




Elke Piechatzek Ostern 2022

 
 
Märzandacht 2022
Eph 6,18 (E)
Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist eine Tat, die durch nichts zu ersetzen ist. (Dietrich Bonhoeffer)
Hört nicht auf zu beten, ermahnt uns die Monatslosung im März.
Warum wir Christen das tun? Nun, weil es Dinge gibt, die man einfach nicht selbst in Gang bringen oder aufhalten kann, sondern darauf harren, dass es Lösungen gibt.
Wie gut, dass der Monatsspruch noch weiter geht.
Seid wachsam und bittet für alle Heiligen.
Nichts wäre mir unheimlicher, als beten und sonst nichts.
Und dann noch diese "Heiligen" - was für ein Ausdruck und ich erinnere mich gut, dass ich immer dachte, wer ist das schon? Heilig?
Noch nicht mal die Amtsträger der Kirche sind unfehlbar und heilig von sich aus.
Das wird uns dieser Tage ja auch deutlich vor Augen geführt.

Heilige sind Menschen, die Gott angehören und Dinge vollbringen, die Gottes guten Plan für uns und diese Welt voranbringen. Friedensstifter sind heilig. Aber auch die nette Nachbarin, die Suppe in die Quarantäne bringt. Menschen, die Mut machen sind Heilige.
Mir sind schon einige Heilige begegnet - manche Momente sind heilig, weil aus dem unmöglichen schweren Moment eine Lösung erwächst. Weil mutige Menschen zur rechten Zeit das richtige Wort sagen oder einen Friedensprozess in Gang bringen.
"Das macht dann Gott, wieso glaubst du das?" - bin ich als Jugendleiterin oft gefragt worden? Und ich antwortete immer: "Hast du das Gefühl, dass alles hier in Menschen Hand liegt und die alles vollbringen können? Hast du nicht manchmal das Gefühl, dass da eine andere Macht mitwirkt? Es kann auf keinen Fall schaden, sich dann im Gebet an Gott zu wenden."

Betet Ihr Heiligen und seid wachsam im Geist
und vertraut eure Sorgen Gott an, manchmal flehend und dann:
Ausharren und dankbar sein für all die kleinen Schritte, die weiter führen.

Ich wünsche Ihnen einen guten März 2022
Gottes Segen - damit wir ein Segen werden oder eben heilig

Elke Piechatzek

 
Monatsspruch Februar 2022
Epheser 4,26


Der Monatsspruch Februar spricht vom Zorn und der Sünde als zwei verschiedene Dinge.
Offensichtlich ist das nicht dasselbe:  Zornig sein und etwas Falsches tun, das Gott nicht gefällt. 
Wenn ihr zornig seid, versündigt euch nicht. 
Es geht also nicht darum, ob wir zornig werden, sondern was danach geschieht.

Paulus spricht im Epheserbrief von dem neuen Menschen, den wir anziehen sollen und dann zählt er auf, was alles noch dazu gehört.

Legt die Lüge ab, redet die Wahrheit, stehlt nicht mehr, arbeitet und schafft mit eigenen Händen das nötige Gut, gebt den Bedürftigen ab;  lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen,  redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist. Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Schon Aristoteles (384-322 v. Chr.) zählte den Zorn zu den Grundgefühlen des Menschen.
Welch guter Auftrag, versündige dich nicht. Wenn du schon solche Wut hast, schau dass es dir fern bleibt, dass es dir nicht zu nahe geht. Bring die Dinge in Ordnung, bevor die Sonne untergeht.
Vergebt einer dem anderen, wie auch Gott vergeben hat.

Ich glaube, das ist keine Aufforderung alles unter den Teppich zu kehren, was so wütend und mütend macht zur Zeit. Unterdrückte Wut ist sicher Anlass für meine Untat in unsrer Zeit.
Der Monatsspruch gibt einen klaren Auftrag an jedem Abend, sich quasi als Nachtgewand, was Neues anzuziehen:
Vergebung und Liebe, um dann mit Freundlichkeit im Herzen nach einem langen Tag in Frieden schlafen gehen zu können. Das tut der Seele gut und der Gesundheit.

Gott segne unsren Zorn mit seinem Frieden.

Elke Piechatzek



*Sie finden auf allen Seiten unserer homepage  rechts ein "Bibel Online Fenster" Bibelstelle eintragen und selbst lesen.. in diesem Fall Epheser 4







 
Monatsspruch Januar 2022
Jesus Christus spricht: Kommt und seht!

Quelle: ekiketsch und Elke Piechatzek privat

 
Jesus Christus spricht: Kommt und seht!
So lautet der Monatsspruch im Januar 2022.
Ich bin froh und dankbar Ihnen und Euch nach meiner langen Abwesenheit heute wieder meine Gedanken zur Monatslosung erzählen zu können.
"Sie sind herzlich eingeladen, die Atmosphäre dieser Kirche persönlich zu gestalten." Das was da zu lesen steht im Portal in der medialen Kirche in Ketsch,(Mediaki)  hat mich sehr angesprochen. Irgendwie ist das bei diesem Kirchenprojekt wie mit dem eigenen Leben.
Wir sind eingeladen, es persönlich zu gestalten.
Auf dem Bildschirm in Ketsch können Besucherinnen und Besucher verschiedene Optionen auswählen. Je nach eigener Stimmung kann die Kirche beleuchtet werden. Musik kann nach eigenem Geschmack gewählt und auch Textbeiträge können angehört werden.
Gilt das nicht für unser ganzes Leben?
Ich glaube Jesus lädt uns alle ein, nicht nur seine Kirche sondern unser ganzes Leben in seiner Nachfolge persönlich zu gestalten. Er zeigt uns das Licht, das weiter hilft; die Melodie, die uns trägt und Worte, die den Blick wenden zu Gutem.
Ich mag ihn den Spruch für den Januar. Eine tolle Einladung, am Leben teilzunehmen und sich mit diesem Blick auf den Weg zu machen ins Neue Jahr.

In meiner langen Krankenphase habe ich von den Ärzten oft gehört. "Gehen Sie es ruhig an und bleiben Sie in Bewegung." Beides ist so wichtig.
Das Leben ist ein Geschenk. Komm schau es dir an.
Ein Geschenk sind Menschen, die Genesungswünsche schicken, das Wissen, gute Gedanken und Gebete begleiten dich bei deinem Weg zurück ins Leben. Ich danke herzlich dafür.

In persönlichen Krisen, aber auch in Zeiten der Pandemie gilt es genau hinzuschauen. Dankbarkeit ist ein guter Blickwechsel hin zu neuen Schritten ins Leben und in das Neue Jahr.
In einem Interview mit einem Helfer im Ahrtal hörte ich die Sätze. "Ich lass Negatives nicht an mich rankommen. Ich höre zu und frage dann, wie kann ich helfen?"
Und gelesen habe ich den tollen Satz: Wer über Lösungen redet, findet Lösungen, wer über Probleme redet, findet Probleme.
Möge uns das gelingen im Neuen Jahr, das Gute sehen und es ruhig angehen und Lösungen finden für das, was auf uns zukommt.
Komm und sieh und gestalte mit, sprich das gute Wort, sorge für  echte Hilfe und geh den nächsten Schritt, der zum Leben führt.
Die Kirche wird sich wandeln in den nächsten Jahren - nicht nur weil Geld knapper wird oder manches in Frage gestellt wurde durch die Pandemie. Nein, sie wandelt sich, weil wir genau wahrnehmen und hinsehen müssen. Kommt und seht.
Transformation und Reduktion - die Stichworte des Strategieprozesses der Kirche, meinen auch beides. Ruhig angehen, manches lassen, das Zuviel auf den Prüfstand stellen. Und in Bewegung bleiben, Dinge neu denken und neu tun und dabei die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, nicht aus dem Blick verlieren. Kommt und seht.

Ich wünsche uns allen einen guten Neustart

Elke Piechatzek






 
Monatspruch August 2021
 
„Man sieht den Schmerz“, sagt Präses Dr. Thorsten Latzel nach seinem Besuch in Bad Neuenahr: „So viel Zerstörung…“ In von der Flutkatastrophe schwer getroffenen Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland macht er sich ein Bild von der Lage und hört den Menschen zu. „Wir brauchen viel Hoffnung wider den Augenschein“, stellt er fest und erinnert an die „trotzige Hoffnung“, die in Christenmenschen ist. Und: „Es ist beruhigend, wie Menschen für andere da sind“:


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Der Sommer wird gut, das war zu hören die letzten Wochen und wir haben uns gefreut auf ein Aufatmen nach den schweren Zeiten der Pandemie. Und nun das.
Trotzige Hoffnung oder aufgeben? Ich kann nur ahnen, was Menschen in den Katastrophengebieten gerade durchmachen.
"Hoffnung wider den Augenschein", ein solcher Satz macht deutlich, was echte Not und Trost bedeuten. Ich bin demütig geworden die letzten Tage.
Der Monatsspruch August 2021 stammt aus dem Buch der Könige. Kriege werden geführt, Spott und Hohn ausgegossen und viele Tote... und ein König zerreisst seine Kleider angesichts der Übermacht seiner Feinde.
Ich bin froh, dass unsre Kirche heute zu den Friedensstiftern und Trostspendern gehört. Dass niemand mehr Feinde zerschlagen will.
"Segen hat zwei Worte: „Viel Kraft!“ Was soll man mehr sagen?
Für die großen Fragen von Himmel und Erde ist keine Zeit."
so zu lesen in einer Psalmübertragung von Thorsten Latzel.

Ich habe überlegt, ob ich die Bilder von der Seetaufe mit den Wünschen für eine gesegnete Sommerzeit 2021 als Banner auf unsrer Homepage wieder lösche, weil diese Katastrophenbilder so mächtig sind.
Und ich habe trotzig entschieden, sie genauso stehen zu lassen.


Einen gesegneten Sommer wünsche ich uns.
Herr neige deine Augen und Ohren, gibt uns Kraft und trotzige Hoffnung wider den Augenschein.

Einen schönen Sommer wünsche ich dennoch
voller schöner Erlebnisse, es ist gut und beruhigend, wie Menschen für andere da sind.


Elke Piechatzek





 
Monatsspruch Juli 2021
 
 
In ihm leben weben und sind wir...

wie ist das mit Gott in unsrem Leben?


Glauben wir und spüren seine Nähe?
wie Phil Bosman schreibt:
Ich glaube an Gott so wie ein Blinder an die Sonne glaubt, nicht weil er sie sieht, sondern weil er sie fühlt.

Oder sind wir eher wie die zwei Fische im Wasser, die sich unterhalten, ob es wohl Wasser gibt?

Um uns rum gibt es eine Lebensenergie, die wir spüren und die uns leitet, davon bin ich überzeugt. Und wenn wir uns dabei Gott anvertrauen, dann bewirkt die auch viel Gutes.
Paulus, der Tuchmacher weiß, wovon er redet. In Gott leben, weben und sind wir.
Paulus spricht ihn aus diesen Satz in Athen vor dem Bildnis des unbekannten Gottes.
Er erzählt von seinem Glauben, der mehr ist als der Götzendienst, dem er in Athen begegnet. (Apostelgeschichte 17*)
Er predigt den Menschen, dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten? Apg17,27

Hat Gott uns eingespannt in unser Leben?

Paulus erzählt auch davon, dass wir uns verantworten werden müssen und dass ein Mann für uns eintritt. Jesus, der von den Toten auferstanden ist.
Er kann uns Richtschnur sein, indem wir seinem Auftrag folgen.
Und dann wird gute Energie fliessen. Jesu Botschaft der Liebe, die so ganz gegen Hate Speech und Kleingeisterei daher kommt. Die niemand sich verdienen muss, sondern annehmen. Liebe deinen Nächsten und dich selbst, damit bist du in Gott und gut eingespannt in ein Leben, das Sinn macht.
"Allem, woran du denkst, worüber du sprichst und was du fühlst, gibst du Raum und Energie. das gilt im Positiven und im Negativen."
Ein gutes Wort, das mir hilft gerade in diesen Zeiten. Lasst uns einander auf das Gute besinnen, lasst uns so Mensch werden, wie Gott uns gemeint hat. Lasst uns Jesu Botschaft folgen und spüren, wie Gutes fliesst...Gott ist uns nicht ferne, als wohlgemeinte Idee.. er ist bereits um uns und gibt Kraft, um das Gute zu tun. Um sich geliebt zu fühlen und Liebe weiter zu geben.

In ihm leben, weben und sind wir - gut aufgehoben.

Bleiben Sie behütet.

Einen gesegneten Juli 2021 wünsche ich Ihnen

Elke Piechatzek



*Sie finden auf allen Seiten unserer homepage  rechts ein "Bibel Online Fenster" Bibelstelle eintragen und selbst lesen.. in diesem Fall Apg 17




 
 
 
 

Monatsspruch Juni 2021


"Wenn Kinder nicht gehorchen, ist das kein Erziehungs- sondern ein Beziehungsproblem."
Ich gebe es zu, Gehorsam ist nicht meine Lieblingsvokabel im Umgang mit Kindern oder auch in Bezug auf Gott. Und so ist der Monatsspruch Juni "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, Apg 5,29" erst einmal sperrig. Mithilfe des Begriffes Beziehung bin ich aber doch dahinter gekommen, was mir dieser Satz sagen möchte.

Ich mag das Pfingstfest, weil es von der Begeisterung erzählt, gegen allen Anschein etwas Neues zu beginnen. Nach Christi Himmelfahrt haben sich Gemeinden gegründet. Nachzulesen in der Apostelgeschichte.*1 Sie erzählt von Hoffnung über den Tod  hinaus, von Predigten, die begeistern, von Gemeinschaft, die trägt, von Kranken, die geheilt werden, von einmütig beeinander sein im Gebet, von mutigen Menschen, die neu anfangen. Menschen, die von der Liebe Gottes angesteckt sind, auch wenn andere sie zum Schweigen bringen wollen oder mit der Härte des Gesetzes drohen. Sie waren ein Herz und eine Seele und einmütig beisammen steht da in der Bibel zu lesen.

Beim Nachlesen im Netz über diese Losung, ist mir aufgefallen, wie viele Christenmenschen, diese Worte auf ihre eigenen Überzeugungen anwenden. Wie viele Menschen meinen zu wissen, was Gottes Willen ist in Bezug auf den Umgang mit dem Virus, mit Moral, mit dem Umgang der Gebote, denen man sich unterwerfen soll gegen den Zeitgeist, wenn es z.b. um andere Lebensformen geht.
Es gibt tatsächlich fromme Menschen, die meinen, das Singen zu verbieten gehe gegen Gottes Gebot und es brauche Mut, sich den Coronaregeln nicht zu beugen.

Meine Güte - denke ich mir da manchmal - Gehorsam kommt doch von aufeinander hören. Es geht um eine Beziehung zu Gott, die dann Auswirkungen hat auf mein Leben.

Ich gebe zu, ich habe nie blind gehorcht und immer wieder nachgefragt, was das Richtige sein könnte in einer Situation in meinem Leben. Und Erziehung lebt davon, dass ein Kind mir vertraut, weil es weiß, auf dich kann ich mich verlassen, egal was ich tue.

Gott mehr gehorchen als den Menschen. Könnte es sein, dass wir mehr vertrauen sollten, dass wir geliebte Menschen sind und Gott uns trägt, bei dem, was wir vorhaben?
Und wenn wir scheitern mit der Liebe, enttäuscht werden, nicht verstanden mit dem, was uns da begeistert? Wenn Menschen nicht verstehen, dass wir den Frieden suchen und nicht den Streit? Wenn wir Liebe üben und nicht den Hass schüren wollen, obwohl wir "mütend" sind?

So entsteht Glauben und Gemeinde, wenn wir Liebe üben und gegen Wut und Hass aufstehen und mutig helfen, wenn Menschen in Not sind.
Gesegnete Pfingsten wünsche ich Ihnen

Elke Piechatzek



*1 - Seit neuestem finden Sie auf allen Seiten unserer homepage  rechts ein "Bibel Online Fenster" Bibelstelle eintragen und selbst lesen.. in diesem Fall Apg 2-5








 
Mund öffnen  oder muten? Monatsspruch Mai 2021
"Neulich bei der Videokonferenz. Zurufe von allen Seiten: „Wir können Sie nicht hören.“ Ein Kollege: „Sie müssen Ihr Mikrophon einschalten!“ Die Unerhörte leicht genervt: „Ja, doch, gleich, ich hatte mich selbst gemutet“.  Wollte jemand sagen, er habe sich zu viel zugemutet? Nein, ich muss das Wort englisch aussprechen: mjuten." mute=stumm -  muten=stumm schalten.
Worte eines Impulses von Pfarrer Jörg Hirsch,  die wunderbar zur Monatslosung passen. Er schreibt weiter:"Dass man seinen Mund auftun muss, um gegen Unrecht anzuschreien, ist unbestritten. Gott hört das Schreien der Gerechten. Das steht mehr als einmal in den Psalmen. Aber auch das andere gilt. Mit dem Gottesknecht still sein können. Mutiges Muten mag man... wünschen. In diesen Zeiten vielleicht nicht ganz verkehrt."
Ich mag die stille Botschaft der Blüten draußen. Und auch die der Sonne, die endlich wieder wärmt draußen und alles zum wachsen bringt. Alles hat seine Zeit in diesem Mai mit Notbremse. Mund auftun für die Schwachen, aber eben auch mal einfach nur still dasitzen, zuhören und schauen, was wird. Mit Abstand, mit Demut und mit viel Zuversicht.
Bleiben Sie behütet
Elke Piechatzek
 
 
Monatsspruch April 2021
Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes. Der Erstgeborene der ganzen Schöpfung - Kol.1,15
so lautet der Monatsspruch April

Meine Suche nach einem Bildmotiv landete bei den frisch geborenen Vogelbabies, die sich da die Seele aus dem Hals schreien.
Neugeborene sind große Hoffnungsträger auf Neues, aber eben auch bedürftig und noch lange nicht fertig.
Ein gutes Bild für die Schöpfung, die gerade unter einem Virus ächzt und nach Nahrung ruft, die Gutes wachsen lässt.
Wir sind angewiesen auf gute Nervennahrung und auf Beistand, um zu wachsen und weiter dran zu glauben, dass alles gut wird mit uns und dieser Welt.

Dekanin Annemarie Steinebrunner hat sich an die Kirchengemeinden der Südlichen Kurpfalz gewandt mit mutmachenden Worten
„Dass wir Gottes Botschaft hinein in die Welt bringen - darum geht es.
Nach dem Karfreitag mit Leid und Dunkelheit, Schuld und Tod wird es Ostern - Neuanfang und Licht, Versöhnung und Leben, nach den Tränen das befreite Lachen.“

Also lasst uns uns gegenseitig füttern mit Hoffnungszeichen, damit gedeiht, was Jesus als Erstgeborener für diese Schöpfung wollte.
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich: Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.


Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Karwoche und FROHE OSTERN

Elke Piechatzek
 
Monatsspruch März 2021
den Jubel nicht aufhalten, den Weg finden
Der Monatsspruch für den März 2021 entstammt einer Geschichte, die Jesus erlebt hat. Die Leute jubeln, als er mit ihnen nach Jerusalem einzieht. 
Pharisäer sind es, die das ungehörig und unpassend finden.
Die Machtverhältnisse werden auf den Kopf gestellt und es geht wohl zu laut zu beim Gott loben. "Gelobt sei, der da kommt, der König, im Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!"  das ruft die Menge.
"Weise sie zurecht",  sagen die Pharisäer, sonst kommt hier alles durcheinander.
Die Passionsgeschichte Jesu ist eine Friedensgeschichte, die grausamer nicht sein könnte. Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben, wenn ihr nicht den richtigen Augenblick erkennt. Ihr seid doch längst besucht worden von mir. Warum begreift ihr nicht, worum es geht.
So weint Jesus über Jerusalem gleich nach dieser Szene. Er weiß sehr wohl, was geschehen kann und wird, mit ihm und seiner Botschaft.
Wie gut, dass mit Ostern Gott sich klar zur Liebe und zum Frieden bekannt hat.
Gott hat damit den Weg Jesu als Ausweg aus den Grausamkeiten dieser Welt bestätigt. Das ist das Ende von Macht und Recht haben wollen, der Beginn von Demut und Liebe üben. Die Steine werden schreien, Ehre ist in der Höhe und Friede im Himmel. 
Manchmal denke ich, es wäre so leicht, wenn wir die Ehre bei Gott lassen würden und den Frieden des Himmels unter uns verbreiten. Das ist der Weg, den Jesus uns zeigen wollte. Liebt einander und liebt Gott.
Hört auf, euch Steine in den Weg zu legen und Mauern um euch zu ziehen, aus Angst vor Machthabern und Unordnung. Es gibt den Weg, der zu Gott führt und zur Liebe.
Ich mag dieses Bild mit dem Durchbruch; diesen Weg, der hinter der Mauer in die Weite führt. Auch wenn Steine im Weg liegen, manch eine/r sich lieber einmauert und gegen Feinde ins Feld zieht.  Es wäre so einfach, wenn wir die Ehre bei Gott lassen würden und uns demütig um den einen Weg bemühen, den Weg des Friedens und der Liebe.
Eine gesegnete Passionszeit wünsche ich Ihnen
 
 
Herzliche Grüße
Elke Piechatzek
 
 
Ein kleiner Ausschnitt aus der Weihnachtskarte des Bezirks - siehe unten -
das kleine Kind mit dem Teddy und den roten Äpfeln

Das Dekanatsteam hat es so schön geschrieben:
Ein Kind bringt das Reich Gottes in zwei leuchtenden Äpfeln, die es sorgsam auf die Bank legt.

Weihnachten liegt hinter uns - ich hoffe sie hatten leuchtende Augen wenigstens einmal in den Feiertagen.
Ich wünsche mir ebenso, dass Sie sorgsame Momente mit lieben Menschen erlebt haben
- zwischen den wahrhaft schrecklichen Bildern in den Nachrichten und auch zwischen den unnötig aufgeregten bösartigen Hetzreden dieser Zeit.

Mich spornt die Jahreslosung an - alles, was ihr tut - geschehe in Liebe.
Liebe ist nicht immer kitschig, auch wenn sie es durchaus mal sein kann - gerade an den Feiertagen.
Liebe ist soviel mehr - sie ist die Kraft von oben quasi -
als Christen wissen wir davon  auf ganz besondere Weise.

Liebe ist ein Geschenk - immer - das kann man nicht machen, das darf man annehmen.

Genau diese Haltung verändert den Blick auf die Welt und den Blick auf die andern.

Ich streite gerne mit Menschen, die ich mag.
Manchmal wird aber Streit zum Machtkampf, der oft tief am Selbstbewusstsein kratzt.

Versöhnung gelingt dann, wenn man spürt, der oder die andere meint es nicht böse, sondern gut mit mir.
So gelingt Verständigung bei unterschiedlichen Meinungen.
Das ist der erste Schritt zum Frieden, den die Welt sich so herbei sehnt.

Für mich ist Martin Peppers Vertonung das schönste Lied zur Jahreslosung 2024.
Mich hat es tief berührt...
und da wir ja den ganzen Advent im Kalender Songs angehört haben, starte ich mit Euch
und Ihnen auch ins neue Jahr mit einem Musikvideo.

 

Danke für alle Begegnungen voller Liebe und Respekt bei uns im Kirchenbezirk.


Gottes reichen Segen für 2024
wünscht Ihnen

Elke Piechatzek
 

 
Monatsspruch Februar 2021
 
 
Aus dem Lukasevangelium stammt der Monatsspruch für den Februar 2021.
Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
Ich mag diese Namensliste so ganz ohne Anmeldepflicht. Und ich erinnere mich an so viele gute Kontakte in meiner Kirche und anderswo.
Ich kenne Menschen, deren Geschichte mit Gott mich berühren, deren Taten und Worte michinspirieren. Das ist ne tolle Liste, diese Himmelsliste.
Einen Namen haben, vorgesehen sein für Großes. Das tut gut.
Bereits angemeldet sind wir, mit dem ganz persönlichen Namen für das Reich Gottes. Bitte eintreten, kann man da nur sagen.Wenn das kein Grund zur Freude ist.
Ich weiß nicht, was der Himmel für uns bereithält. Ich weiß nur, Himmel und Reich Gottes ist mitten unter uns, wenn wir miteinander dran bauen.
Kirche im SWR hat kürzlich die Virologin Melanie Brinkmann zitiert.
Auf die Frage, worauf sie gerade verzichtet,antwortete sie:„Auf die Nähe von Freunden und Kollegen. Was aber nicht heißt, dass wir uns nicht nahe sind.Wir sind uns nahe, weil wir Abstand halten.“ Genau das. Ich wünsche Ihnen Erfahrungen der Nähe mit Gott und den Menschen, ganz anders als gewohnt, aber spürbar.

Herzliche Grüße
Elke Piechatzek