Was wir tun können - und was wir getrost Gott überlassen

- 07.11.2019 - 

Neue Notfallseelsorger für ihren Dienst gesegnet

Sechs neue Notfallseelsorger wurden am Mittwochabend in der Hockenheimer Kirche von Pfarrer Michael Dahlinger und Pastoralreferent Wolf-Dieter Wöffler für ihren Dienst gesegnet.

"Feuerwehr" steht auf den Jacken der Menschen, die sich als Gemeinde in der Hockenheimer Kirche eingefunden hat. Es sind Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren aus dem Rhein-Neckar-Kreis, dazu Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes und die Mitglieder des Feuerwehrseelsorgeteams. Sie sind der Einladung gefolgt, um sechs Notfallseelsorger den Rücken zu stärken, die im Gottesdienst in ihren Dienst eingeführt und gesegnet werden.

Alexandra Dentz, Gerhard Ding, Elia Feil, Marc Förster, Sandra Pfisterer und Svenja Voigt haben sich gut zwei Jahre auf ihre Aufgabe vorbereitet. So haben sie z.B. gelernt, wie Todesnachrichten überbracht werden oder wie man sich als Notfallseelsorger in das Einsatzgeschehen vor Ort einbringt. In zahlreichen Einsätzen konnten sie erste Erfahrungen sammeln. Jetzt werden sie zu Mitgliedern des Feuerwehrseelsorgeteams.

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Michael Dahlinger aus Hockenheim und Pastoralreferent Wolf-Dieter Wöffler aus Weinheim geleitet. Beide gehören von Anfang an zum Feuerwehrseelsorgeteam.

In seiner Predigt erzählt Pfarrer Dahlinger davon, was es heißt, an einen Notfallort zu kommen und auszuhalten, was dort geschieht. Er überträgt dazu eine Heilungsgeschichte Jesu auf das, was Notfallseelsorger erwartet, was sie tun können und was nicht. Er macht Mut, das jesusmäßig anzugehen. Cool bleiben, sortieren, einen Überblick gewinnen, keine Seelsorgehektik betreiben.

Die Wundergeschichten der Bibel seien nicht dazu da, die Notfallseelsorger zu Superhelden zu stilisieren, die Wunder bewirken oder zu Schwächlingen, die nichts ausrichten können.

Wundergeschichten sollen uns nicht in Krisen stürzen, sie sind dazu da, herauszufinden, was wir als Menschen tun können und was wir getrost Gott überlassen sollten. Jesus sei eben nicht einer, der das "volle Betreuungs-Wunder-hoppla-jetzt-bin-ich-da-und-alles-wird-gut-Programm" auffährt. Nein er sei auch in den Wundergeschichten der Bibel einer, der zuerst fragt: Was willst du? Was soll ich für dich tun?

Im Notfalleinsatz sei das oft nicht klar. "Viel öfter hören wir nichts, sitzen einer stummen Person, einem Wimmern, Schluchzen oder Schreien gegenüber. Das auszuhalten ist verdammt schwer, aber das ist unser Job."

Sechs Menschen werden in diesem Gottesdienst gesegnet, es wird für sie gebetet. Für sie und ihre Angehörigen, damit sie wohlbehalten aus den Einsätzen nach Hause kehren und wieder bereit sind für den nächsten Einsatz.

Die Mitglieder des Feuerwehrseelsorgeteams sind keine Superhelden, die Wunder bewirken, aber Menschen, die da sind in der Not. Die aushalten und tun, was sie gelernt haben und können. Menschen, die gesegnet sind und ein Segen für andere sein werden.

Im Anschluss des Gottesdienstes trafen sich die rund 35 Mitglieder des FST noch zu einer Vollversammlung. In dieser wurde Thomas Eisermann wieder zum Leiter des FST gewählt. Sabine Klehr und Mario Horvath wurden als die beiden stellvertretenden Leiter ebenfalls wiedergewählt.