Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele

Monatsspruch Mai 2026

Elke Piechatzek über Anker, den Vorhang des Heiligen und was das mit Pfingsten zu tun hat..

Der Monatsspruch Mai 2026 geht im Originaltext noch weiter, da ist ein Anker, aber auch ein Vorhang.. - was verbirgt sich hinter diesen Bildern?
Diese Hoffnung ist für uns ein sicherer und fester Anker, der hineinreicht in den himmlischen Tempel, bis ins Allerheiligste hinter dem Vorhang. Hebr 6.19
 
Wie immer beim Andacht schreiben, hab ich genau nachgeschaut und den Spruch eingeordnet in das ganze Kapitel der Bibel. Der Brief an die Hebräer beginnt mit bemerkenswerten Zeilen: „Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden." (Hebr 6,1)

Wer schreibt da eigentlich? Wir wissen es nicht genau – vielleicht Paulus, vielleicht eine Frau aus seinem Umkreis. Dieser Brief hat jedenfalls einen anderen Ton. Es klingt wie ein Brief an Leute, die genug gehört haben, ein bißchen wie: "Hört auf, euch das Einmaleins erklären zu lassen. Ihr wisst doch schon, was vollkommen ist. Lebt danach."

Wir feierten gerade Ostern – fast 2000 Mal wurde die Botschaft der Auferstehung gehört und gefeiert. Ist sie zu uns durchgedrungen, mit der irren Hoffnung, die dahinter steckt?

Es gibt immer noch viele Stimmen, die erklären wollen, wie Glaube genau funktioniert – die unterweisen und lehren, statt vorzudringen zu dem, was Glaube wirklich ausmacht: zu dieser Kraft, die uns festhält wie ein Anker und damit vorantreibt ins Leben.
Der Anker des Glaubens reicht bis in den himmlischen Tempel, bis ins Allerheiligste hinter dem Vorhang - ja was für ein guter Zusatz zum Monatsspruch, wenn man sich das genau überlegt. 

Der Vorhang, der das Allerheiligste nur für Priester und Eingeweihte freigab – er zerriss, als Jesus starb. So steht es in der Geschichte des Karfreitags. 
Wir sind alle schon dahinter gekommen, hinter die Reden der Besserwisser, hinter die 'dazu bist du nicht genug unterwiesen' Redner. Es gibt kein Geheimnis um den Glauben an Jesus Christus. Glaube ist kein Insiderwissen, da gibt es keine Vorbedingungen für welche, die das erst noch lernen müssen. Es gilt nur eins: zu vertrauen.

Das ist fest mit Gott abgemacht – wie ein Anker für die Seele.

Anker sind gut – verankert sein ist wichtig, aber unser Glaubensschiff ist zum Fahren gebaut. Wer Fahrt aufgenommen hat vom kräftigen Wind des heiligen Geistes, kann sich auch treiben lassen, kann rausfahren, weit, weil man spürt, worauf sich die Hoffnung gründet.

Jesus fuhr in den Himmel – und schickte uns den heiligen Geist, damit wir seine Botschaft der Liebe in die Welt tragen. Er ist uns vorausgegangen – und damit selbst der Hohepriester. (Hebr.6,20)  Kein anderer steht mehr zwischen uns und Gott. Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Lebt in der Liebe – Jesus hat es vorgelebt und selbst den Tod überwunden, damit wir leben.

Was für eine kraftvolle Botschaft, die in der ganzen Welt verbreitet wurde, nicht weil sie gut erklärt wurde, sondern weil sie gelebt wurde und wirkte.
Hoffnung entsteht so – mit einem Glauben, der fest in der Seele verankert ist. Das gibt Kraft für die Liebe und alles, was im Leben auf uns zukommt.

Einen schönen Mai – Christi Himmelfahrt und das Pfingstfest liegen vor uns – lasst uns glauben, lieben und hoffen, weil diese Hoffnung der Anker der Seele ist.
Elke Piechatzek
Diakonin