Mit einem festlichen Gottesdienst und Empfang wurde Annemarie Steinebrunner als Dekanin des Kirchenbezirks verabschiedet.
Heitere Gelassenheit und klare Worte Dekanin Annemarie Steinebrunner bei ihrer Verabschiedung
Es war ein großes Wiedersehen gestern in der Stadtkirche Wiesloch und im Gemeindehaus. 16 Jahre gibt es den Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz. 16 Jahre war er mit dem Namen Annemarie Steinebrunner eng verbunden, Zusammen mit dem Bezirkskirchenrat unter festlichen Bläserklängen zieht die Dekanin in die Kirche ein, um selbst noch einmal zu predigen und dann von ihren Aufgaben im Kirchenbezirk entbunden zu werden. "Heitere Gelassenheit" bescheinigt ihr die Landesbischöfin Heike Springhart. Trotz aller Herausforderungen habe sie ihr Lächeln bewahrt, was sicher nicht immer leichtgefallen sei. Genau davon berichtet Annemarie Steinebrunner in ihrer Predigt. Sie weiß von den vielen Bemühungen um ein Wachsen, um ein gutes Miteinander in Kirche und Gesellschaft. "Das Reich Gottes kann nur wachsen, wenn gesät wird. Und das ist unser Part, Gott und Mensch gemeinsam. Der Mensch sät, und Gott lässt es wachsen.
Es ist keinesfalls egal, wie wir leben, wie wir uns anderen gegenüber verhalten. Es hat Auswirkungen. Wir säen dadurch Samenkörner aus: durch unser Reden, durch unser Tun, durch unsere Haltung zum Leben. Hoffentlich sind es viele gute Samenkörner, die gute Früchte bringen, andere stärken, Hoffnung geben, fröhlich machen. Denn wir erleben auch, dass ganz andere Saat gesät wird und aufgeht von Hass und Gewalt, Unterdrückung und Abwertung. Wir sorgen uns um das Leben in Fülle, in Buntheit und Vielfalt, in Freiheit. Wir sehen, wie das Leben an so vielen Stellen behindert wird, eingeengt, zerstört durch Intoleranz, Egoismus, Machtstreben. Und wenn wir das nicht wollen, dann müssen wir aufstehen und sagen: Das ist nicht unser Verständnis von gelingendem Leben! Und uns einsetzen für ein Leben in Freiheit, in Gerechtigkeit, in Bewahrung der Schöpfung, im Frieden, weil Menschen sich verbinden, um den Hass zu überwinden." Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart „entpflichtet“ nach ihrer Predigt die Dekanin von ihren Aufgaben und segnet sie zusammen mit Schuldekanin Christine Wolf und Jochen Beurer für ihre private Zukunft.
"Gemeinsam unterwegs, Gott ist dabei." Mit diesem Lied endet der festliche Gottesdienst und die Gäste treffen sich beim Empfang im Gemeindehaus in der Friedrichstraße. Die Vorgänger Achim Zobel und Susanne Schneider-Riede waren ebenso gekommen wie die heutigen Kolleginnen und Kollegen aus Kirchengemeinden im Bezirk. Der Bezirkskonvent sang sein Grußwort und überreichte Eisgutscheine aus allen Gemeinden des Bezirks. Bürgermeister Ludwig Sauer dankte für die Stadt Wiesloch für die gute Zusammenarbeit aller Gemeinden mit der Kirche. Der katholische Dekan Uwe Lüttinger bescheinigte auch die freundliche und heitere Art, die der ökumenischen Zusammenarbeit gutgetan habe. Es war ein freundliches, lachendes Wiedersehen im Gemeindehaus. Viele ehemalige Wegbegleiter waren zu sehen, die noch einmal für die gemeinsame Zeit danken wollten. Die Ältesten der Petrusgemeinde verabschiedeten sich mit Lied und Geschenk und dankten, dass die Dekanin an ihrer Predigtstelle auch im Ältestenkreis intensiv mitgedacht und mitgewirkt hatte. Dr. Holger Lehmann sprach für den Bezirkskirchenrat und schilderte die vielen Aufgaben, die gemeinsam mit der Dekanin angegangen werden konnten. Er dankte für die gute Struktur, die er als Ehrenamtlicher im Leitungsgremium erleben konnte. Digitale Zusammenarbeit habe in der Pandemie gut geklappt. „Kirche kann digital“ und wenn eine Sitzung um 22 Uhr enden sollte, „dann musste man nicht auf die Uhr schauen. Das half.“ Viele Geschichten wurden erzählt im Gemeindehaus. Fotos aus vielen Veranstaltungen waren per Leinwand zu sehen. Viele der Anwesenden erinnerten sich an die guten Erlebnisse. Schuldekanin Christine Wolf beendete die Grußworte mit sehr persönlichem Dank für die Zusammenarbeit über den gesamten Zeitraum, bevor Annemarie Steinebrunner sichtlich gerührt einfach nur Danke sagte für diesen Abschied, der sie sehr bewegt und gefreut habe. Zum Abschluss wurde wieder gesungen, der Lieblingskanon der Dekanin: „Ausgang und Eingang, Anfang und Ende liegen in dir Herr, füll du uns die Hände.“ Da ist wohl viel gute Saat aufgegangen mit Gottes Hilfe in den 16 Jahren mit Annemarie Steinebrunner in der Südlichen Kurpfalz.