DGB-Vorsitzender und Landesbischof: Gemeinsame Werte in der Corona-Krise hochhalten

Pforzheim, (01.05.2020). Der baden-württembergische DGB-Vorsitzende Martin Kunzmann und der evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh haben dazu aufgerufen, sich gemeinsam für soziale Gerechtigkeit, den Schutz der Schwachen und grenzüberschreitende Solidarität in Corona-Zeiten einzusetzen. Dies erklärten beide in einem Gespräch mit von der Corona-Krise Betroffenen in der Pforzheimer Stadtkirche gestern Abend (30.4.).

„Mehr denn je müssen wir heute das Soziale hochhalten, damit alle möglichst gut durch diese belastende Zeit kommen: die Beschäftigten in Kurzarbeit oder im Dauereinsatz, die Arbeitssuchenden wie die Jugendlichen, die eine Ausbildung machen wollen und in der Luft hängen“, erklärte Kunzmann. Vor allem müssten die Familien und Alleinerziehenden wirksam unterstützt werden, da diese der Ausnahmezustand besonders hart treffe. „Damit niemand auf der Strecke bleibt und Solidarität auch nach der Bewältigung der Pandemie gelebt wird, braucht es faire Entgelte, gute und sichere Arbeitsverhältnisse, bezahlbaren Wohnraum und einen starken Sozialstaat“, so der DGB-Vorsitzende Baden-Württemberg.
 
„Soziale Gerechtigkeit, der Schutz der Schwachen und grenzüberschreitende Solidarität“, diese zentralen Werte teile die evangelische Kirche mit den Gewerkschaften, erklärte Landesbischof Cornelius-Bundschuh. „Der 1. Mai hält diese Werte wach; nur mit ihnen werden wir diese Corona-Zeiten, aber auch die Herausforderungen des Klimawandels bestehen.“
 
Mit einem gemeinsamen Wort anlässlich des Tags der Arbeit haben sich auch die vier Kirchen in Baden-Württemberg an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewandt und zu Solidarität, Nächstenliebe und Barmherzigkeit aufgerufen. Die Lasten dieser Krise seien ungleich verteilt. Neben Cornelius-Bundschuh dankten Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg), Bischof Gebhard Fürst (Diözese Rottenburg-Stuttgart) und Frank Otfried July (Evangelische Landeskirche in Württemberg) allen Menschen, die sich in Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräten und Mitarbeitervertretungen für gute und faire Arbeitsbedingungen engagieren „und als verantwortliche Sozialpartner dafür sorgen, dass in der Arbeitswelt so wenig Menschen wie möglich unter die Räder kommen“ (Link zum gemeinsamen Wort).

Das gesamte Gespräch aus der Pforzheimer Stadtkirche: