Grußwort des Landesbischofs zum Fastenmonat Ramadan 2020

Karlsruhe, (17.04.2020). Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan am 23. April hat sich Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh mit einem Grußwort an alle Musliminnen und Muslime in Baden gewandt. Er wünscht ihnen eine segensreiche Fastenzeit und (wenn möglich) ein frohes Fest zum Abschluss Ende Mai.

Wegen der Corona-Pandemie dürften jetzt in Moscheen, Kirchen und Synagogen keine Gottesdienste und auch nicht die höchsten Feiertage gefeiert werden, bedauert der Landesbischof. „Wir vermissen in diesen Tagen in unseren Religionsgemeinschaften die geistliche Gemeinschaft und den Trost, die wir in gemeinsamen Gebeten oder Gottesdiensten, bei Besuchen und in der Gastfreundschaft untereinander erfahren.“ Nicht nur die Behördenbeschlüsse, auch die Liebe zu den Nächsten und die Verantwortung für die Gemeinschaft geböten es, persönliche Kontakte auf den allerengsten Familienkreis zu reduzieren.

„Wir stehen als gläubige Menschen und als religiöse Gemeinschaften vor der Herausforderung, diese Krise mit Gottvertrauen und im Sinne unserer Verantwortung vor Gott zu bewältigen“, betont Jochen Cornelius-Bundschuh.

Leider hätte das geplante Treffen der Kirchenleitungen aus Baden und Württemberg mit den Vertretern der Moscheegemeinden nicht stattfinden können. Die Einladungen vieler Moscheegemeinden zum Fastenbrechen und die damit verbundenen persönlichen Begegnungen als wichtige Kristallisationspunkte für die christlich-islamischen Beziehungen kämen ebenfalls wegen der Krise nicht zustande.

Der Landesbischof bekräftigt, trotz dieser schwierigen Umstände die gewachsenen Verbindungen zu pflegen und an der gegenseitigen Wertschätzung, der offenen Kommunikation und der Zusammenarbeit festzuhalten. „Wir teilen die Überzeugung, dass das Leben aus Gottes Hand stärker ist als das Verderben. Wir vertrauen darauf, dass der Tod nicht das letzte Wort behält.“

(Sabine Eigel)