Die Zukunft des Wohnens

Quelle: Wohnwerkstatt Karlsruhe - eingebettet von www.ekiba.de
„Derzeit gibt es noch kaum Angebote für gemeinschaftliches Wohnen im Alter oder auch generationenübergreifendes Wohnen“, stellt Wohncoach Bernhard Baldas fest, der als früherer Quartiersmanager in Karlsruhe vielfältige Erfahrungen mit Stadtteilentwicklung gesammelt hat. Neue Wohnformen und kreative, selbstbestimmte Quartiersprojekte wie gemeinsames Kochen und Essen, sich draußen treffen und bewegen oder in der Öffentlichkeit gärtnern würden jedoch immer stärker nachgefragt. Allein an der Umsetzung hapert es derzeit noch. Die Wohnwerkstatt Karlsruhe will helfen, die Kluft zwischen Wunsch und Realisierung zu schließen.
Zur Wohnwerkstatt zusammengeschlossen haben sich die Evangelische Erwachsenenbildung Karlsruhe, das Seniorenbüro und der Pflegestützpunkt der Stadt Karlsruhe, die Landesstelle für Evangelische Erwachsen- und Familienbildung in Baden, Elisabeth Schröter, 1.Vorsitzendes des Vereins „SOPHIA Karlsruhe e.V.“ und der Wohncoach Bernhard Baldas. Mit Hilfe der Veranstaltungen der Wohnwerkstatt Karlsruhe sollen Menschen schöpferisch planen, konstruieren, Ideen sammeln und an persönlichen Lebens- und Wohnmodellen bauen. „Die Wohnwerkstatt soll Menschen zusammenbringen, in der Entscheidungsfindung begleiten und Interessierte vernetzen. Hier begegnen Menschen mit ersten persönlichen Fragestellungen zum eigenen Wohnen und Leben anderen, die sich damit schon länger aktiv beschäftigen“, erläutert Katrin Hardt vom Seniorenbüro und Pflegestützpunkt der Stadt Karlsruhe.
„Selbstbestimmtes Wohnen ist heute ein großes Thema“, stellt Elisabeth Schröter, 1. Vorsitzende des Vereins „SOPHIA Karlsruhe e.V.“ fest. „Viele ältere Menschen wollen heute nicht mehr warten, bis sie irgendwann ins Heim gesteckt werden, sondern sie wollen sich rechtzeitig mit dem Thema befassen und vorbeugend aktiv werden.“
Doch nicht nur alte Menschen, sondern alle Altersgruppen sollen mit den Angeboten der Wohnwerkstatt erreicht werden. „Auch jüngere Menschen beschäftigen sich mit Fragen selbstbestimmten und gemeinschaftlichen Wohnens“, erläutert Pia Leitgieb von der Evangelischen Erwachsenenbildung Karlsruhe. „Viele wünschen sich, im eigenen Viertel aktiv zu werden, es zusammen mit anderen zu gestalten. Andere suchen nach Gleichgesinnten und Informationen zur Gründung eines Wohnprojekts. Besonders wichtig ist uns dabei eine einkommensunabhängige Vernetzung mit dem Ziel, Lebens- und Wohnqualität zu verbessern“, so Pia Leitgieb. Deshalb seien die Angebote auch bewusst so gestaltet, dass jede und jeder sich die Teilnahme leisten könne, teilweise sogar kostenfrei. Außerdem sind weitere Veranstaltungen der Wohnwerkstatt Karlsruhe im badischen Umkreis geplant, um so ihre Inhalte und Formate weiterzutragen.
„Unsere Seminare bedeuten auch ein Lernen im Sozialraum, ein partizipatives Lernen über sich mit anderen. Deshalb ist Wohnen auch ein Bildungsthema“, erläutert Leitgieb.
Das Thema „Wohnen“ als Bildungsthema aufzugreifen, bedeutet, gleichzeitig noch ganz andere Aspekte mit zur Sprache zu bringen, so auch Karin Sauer von der Landesstelle für Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung in Baden: „In den Seminaren geht es zunächst oft ganz konkret um die äußere Wohnsituation wie etwa die Größe einer Wohnung, Art und Lage des Gebäudes, die Umgebung. Oft kommen bald darauf existentielle Themen an die Oberfläche, die mit der individuellen Wohnbiografie, dem eigenen sozialen Netz sowie persönlichen Zukunftswünschen und Wertevorstellungen zusammenhängen.“
Seminare zu diesen Themen gibt es schon länger, neu sei allerdings die Kooperation der verschiedenen Akteure und die Vielfalt des Programms, das auf die Wünsche der Teilnehmenden eingehe und daraus wieder neue Angebote
generiere.
Weitere Infos: www.bernhardbaldas.de/Wohnwerkstatt-Karlsruhe



