Die evangelischen Kirchengemeinden um Wiesloch und Walldorf vernetzen sich für ihre zukünftige Arbeit - Regiotreff Süd im Gespräch mit Strategiegruppe und Bezirkskirchenrat
Die Kirchengemeinden des Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz sind wie alle Gemeinden Badens aufgerufen im Strategieprozess der Evangelischen Landeskirche Baden sich neu zu formieren. 30% weniger Finanzmittel werden bis 2032 den Kirchengemeinden zur Verfügung stehen. Die Landeskirche hat deshalb einen Prozess initiiert, der mit allen Beteiligten diese Veränderung der kirchlichen Landschaft diskutiert und neue Arbeitsformen sucht. Neben der Reduktion der finanziellen Mittel geht es um eine Transformation von kirchlichen Angeboten.
Durch die Bildung von Kooperationsräumen soll die kirchliche Arbeit neu ausgerichtet werden. Dekanin Annemarie Steinebrunner (links im Bild) besuchte deshalb am 5.7. zusammen mit Mitgliedern des Bezirkskirchenrates und der Strategiegruppe die Verantwortlichen aus Südost bei ihrem dritten Treffen im Dielheimer Ratssaal. Die Evangelischen Kirchengemeinden Wiesloch (Petrus- und Paulusgemeinde), Walldorf, Baiertal-Dielheim, Schatthausen und St.Leon-Rot bilden dabei die Region Südost. Jonas Ballreich, ein junger Ehrenamtlichen aus Neulußheim (Bild rechts) stellte die Vorüberlegungen der Strategiegruppe vor. So wurde klar: In diesem Prozess übernehmen auch Ehrenamtliche und die jüngere Generation Verantwortung für den Prozess in die Zukunft. Drei Fragen des externen Moderators wurden in allen Kirchengemeinden vorbesprochen. Was können wir besonders gut, was können wir in die Region einbringen und was können wir nicht alleine? „Das waren gute Fragen, um über die Zusammenarbeit in der Region ins Gespräch zu kommen“, erzählt Regiosprecherin Pfarrerin Katharina Wendler (St.Leon-Rot) nach dem Treffen. „ Wir haben uns beim ersten Mal in ziemlich großer Runde getroffen, um uns bekannt zu machen. Daraus entstand die Idee eines gemeinsamen Grillabends aller Kirchenältesten, den wir am 1. Juli mit großer Freude durchgeführt haben. Beim zweiten Treffen haben wir in kleinerer Runde uns die Zahlen angeschaut für alle Gemeinden. Die großen Plakate mit dem Iststand Mitglieder, Gebäude und Personal - nehmen wir jetzt mit zu allen weiteren Treffen. Das ist sehr hilfreich.“
Was können wir gut? Was können wir einbringen? Aus der Paulusgemeinde Wiesloch wurde von der Konfirmandenarbeit mit einem großen Team jugendlicher Mitarbeiter berichtet. In St. Leon-Rot ist Konfi 3 gestartet, ein Angebot für Drittklässler, ihre Kirchengemeinde früh kennen zu lernen. In der Petrusgemeinde Wiesloch gibt es mit dem neuen Gemeindehaus einen hervorragenden Veranstaltungsort für viele Formate. Kirchenmusik ist rund um Wiesloch und Walldorf wichtiger Bestandteil der kirchlichen Arbeit. In Schatthausen wird gerne Gottesdienst an besonderen Orten gefeiert, was mithilfe der Kirchenband auch kein Problem ist. In Wiesloch, Walldorf und Schatthausen gibt es Mitarbeitende, die Gottesdienste in Coronazeiten wöchentlich gestreamt haben, ein gutes technisches Know How für die Zukunft. Das Familienzentrum Walldorf im Ev.Gemeindehaus ist ein wichtiger Baustein im sozialen Angebot in der Stadt. Punkt 7 ist eine Vortragsreihe in Walldorf, die durch hervorragende Referenten hohe Anerkennung im gesellschaftlichen Diskurs gefunden hat.In Baiertal-Dielheim spielt Kunst und Kultur eine große Rolle, wie die neuen Kirchenfenster deutlich machen.
Alleine nicht zu schaffen Die Frage, was die Gemeinden nicht alleine schaffen, war eine wesentliche, um in die Zukunft zu schauen. “Am St. Leoner See neben der Campingkirche im Sommer weitere Angebote machen in anderen Ferien z.B.“ , berichtet Katharina Wendler. „Die großen Tauffeste am See machen so sehr deutlich, das Menschen an besonderen Orten wie dem See, gerne kirchliche Angebote wahrnehmen.“ Wie ist es möglich mit weniger Ressourcen, weiterhin soziale Angebote zu schaffen in den guten Netzwerken mit den Kommunen der Region, zielgruppenspezifische Gottesdienstformen zu entwickeln oder schlicht sich beim Thema Öffentlichkeitsarbeit so vernetzen, dass klar wird, welche tollen Angebote es bereits gibt oder in Zukunft noch geben wird.
Kreativität und Zuversicht bei veränderten Rahmenbedingungen Die Regiotreffen sind eine Chance in der Diskussion, weil es eben gemeinsam besser geht und nicht jede Gemeinde in jedem Ort alles anbieten muss. Bunt und vielfältig werden und die Arbeit so einteilen und verorten, dass es zu schaffen ist und lebendig bleibt. „Evangelische Kirche in der Südlichen Kurpfalz geht mit Energie und Zuversicht gemeinsam Schritte in die Zukunft. Gottes gute Botschaft gibt Halt im Leben, Orientierung und Lebensfreude. Menschen sollen von Gottes Liebe berührt werden. Dafür nutzen wir unsere Möglichkeiten mit Kreativität und Zuversicht auch bei veränderten Rahmenbedingungen.“ Dekanin Annemarie Steinebrunner freut sich am lebendigen Prozess in allen vier Regionen des Bezirks. Die Regiotreffen Südost münden in die regionale Visitation im Sommer 2023, bei der es zu konkreten Zielvereinbarungen kommen wird.
Bilder: Diakon Matthias Flender Text: Elke Piechatzek