Religionsunterricht — ”praktisch und lebensnah”

Man sieht Jugendliche in einem Klassenzimmer im Religionsunterricht

Bildung & Beruf

Können Sie sich noch an den eigenen Religionsunterricht erinnern? Wahrscheinlich werden gemischte Gefühle dabei sein: Begeisternde Lehrkräfte, aber auch Phasen des persönlichen Hinterfragens. Viele Eltern werden sich ebenfalls zurückerinnern — wenn sie vor der Frage stehen, ob sie das eigene Kind zum Religionsunterricht anmelden sollen oder nicht. Für die Schüler:innen Robin, Tobias (beide 11. Klasse) und Laura (12. Klasse) sowie Corinna Schön, Mutter von vier Kindern und Religionslehrerin, war die damalige Entscheidung rückblickend die Richtige.

Bei Robin aus Staufen im Breisgau haben diese Entscheidung die Eltern nicht allein getroffen: „Meine Eltern haben die Anmeldung in Absprache mit mir gemacht. Sie haben mir erklärt, was es für zwei Optionen gibt und dann mit mir zusammen entschieden.“ Eine erste Erinnerung an den Religionsunterricht ist für sie ein Puppenspiel: „Der Lehrer hatte ein Tuch vor die Tafel gehängt, sich dahinter versteckt und dann uns mit Puppen biblische Geschichten erzählt. Das war ziemlich cool.“ Und später im Gymnasium? „In Mathe & Co. lernt man Dinge, die du später fürs Berufsleben theoretisch brauchen könntest. Im Religionsunterricht lernt man sehr lebensnahe Dinge: Beispielsweise haben wir uns fast ein ganzes Schuljahr mit Vorurteilen gegenüber Christinnen und Christen befasst, diese quasi seziert und dann aufgelöst.“ Sie empfiehlt den Religionsunterrichtsbesuch allen, die „praktische und lebensnahe Dinge lernen wollen.“
 
So sieht das auch ihr Klassenkamerad Tobias aus Schallstadt: „Im Religionsunterricht kann man sich auch mit Dingen beschäftigen, die im normalen Unterricht eher weniger vorkommen: Wir haben beispielsweise über die WM in Katar diskutiert — auch mal über Klimaschutz, die Klimakleber. Es tut gut, im Religionsunterricht Raum für die eigene Meinung und für Diskussionen zu bekommen. So lernt man, seine eigene Meinung zu hinterfragen.“ — Dabei kam er in der Grundschule eher zufällig zum Religionsunterricht: „Damals ist einer meiner Freunde in den Religionsunterricht gegangen. Ich bin mitgegangen, hab es mir angeschaut und bin geblieben.“ Heute erzählt er begeistert: „Religionsunterricht ist ein Erlebnis, das man sich anschauen muss. Deswegen würde ich das Kind erst einmal anmelden; mit der Option, dass man sich jederzeit selbst neu entscheiden kann.“
 
Mit Kindern über den lieben Gott sprechen (Beitrag aus Himmel über Baden)
 
Für Laura aus Konstanz kam die Entscheidung für den Religionsunterricht aus einem sehr praktischen Grund: „Meine Eltern wollten, dass ich während allen Schulstunden betreut war und so bin ich im evangelischen Religionsunterricht gelandet. In der Grundschule haben wir sehr viele Lieder gesungen. Zurzeit im Wirtschaftsgymnasium geht es um Gottesbilder — also wie man sich Gott vorstellt, nicht nur als alten Mann auf einer Wolke.“ Die Entscheidung dabeizubleiben, fällte sie dann selbst: „Ich habe mich über die Jahre im Religionsunterricht immer wohl gefühlt. Mir gibt der Religionsunterricht etwas, was mir kein anderes Fach geben kann. Im Gegensatz beispielsweise zum Fach BWL ist Religion nicht so arbeitstechnisch. Im Religionsunterricht wird einem ein Stück Lebenserfahrung ausgebreitet, die einen persönlich weiterbringt. Diese Chance sollte man ergreifen!“
 
Religionslehrerin Corinna Schön aus Rielasingen-Worblingen muss bei den ersten Erinnerungen an ihren eigenen Religionsunterricht etwas tiefer graben: „Meine Eltern haben das damals für mich entschieden. Bei mir war die Situation, dass ich als Kind nicht getauft, aber offen für Religion war. Ich erinnere mich, dass wir früher viel auf dem Boden saßen und einfach erzählt wurde.“ Jetzt erzählt sie in ihrer Funktion als Lehrerin: „Abraham muss losziehen und kann nicht wahnsinnig viel mitnehmen. Ich frage dann die Kids: ‚Wie wäre das für dich, wenn du jetzt hier einfach mal alles stehen und liegen lassen müsstest?‘ Es entsteht ein Gespräch und die Kinder können so ein stückweit mitnehmen, dass Gott sie auch in ihren Geschichten, in ihrem Leben begleitet.“
 
Vier persönliche Erfahrungen rund um den Religionsunterricht. In 1.628 Schulen auf dem Gebiet der Evangelischen Landeskirche in Baden besuchten im vergangenen Schuljahr 160.988 Schülerinnen und Schüler den evangelischen Religionsunterricht (davon sind 132.257 evangelisch), der von 3.013 Lehrkräften mit großem Engagement vermittelt wird.
 
Weitere Informationen zum Religionsunterricht finden Sie in der Infothek.
 

Religionsunterricht: Egal oder nicht egal?

Den evangelischen und katholischen Kirchen in Baden-Württemberg ist nicht egal, was Sie darüber denken. Deshalb laden wir ein zum Gespräch, zum Diskurs und zum Zuhören. Die zentrale Veranstaltung der Veranstaltungsreihe EGAL? über die gesellschaftliche Bedeutung von Religion findet am 21. September 2023 in Stuttgart statt. Die Veranstaltungs-Ankündigung finden Sie hier.
 
  
Persönliches Statement zum Religionsunterricht
Statement von Schülerinnen zum Religionsunterricht
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