Kunst in allen Facetten

Regionale Predigtreihe lädt zur Begegnung mit Kunst, Glaube und Vielfalt ein

Bereits seit mehreren Jahren verbindet eine besondere Predigtreihe die evangelischen Kirchengemeinden in Brühl, Ketsch, Eppelheim, Plankstadt, Schwetzingen und Oftersheim. Jedes Jahr zwischen dem zweiten Sonntag nach Epiphanias im Januar und dem Faschingssonntag machen sich die Pfarrpersonen der Region gemeinsam auf den Weg, um über Gemeindegrenzen hinweg Kanzeln zu tauschen und neue Perspektiven zu eröffnen. 

Auch 2026 setzen die sechs Gemeinden diese bewährte Tradition fort und laden herzlich ein, die Vielfalt der Prediger*innen und ihrer Zugänge zu Glaube und Leben zu erleben.
 
Kennzeichnend für die Predigtreihe ist ihr jährlich wechselndes Leitthema, das den inhaltlichen Rahmen vorgibt und zugleich Raum für individuelle Akzente lässt. Während 2025 unter der Überschrift „(M)Ein erstes Mal“ persönliche, biblische oder gar existenzielle Erfahrungen im Mittelpunkt standen, widmet sich die Predigtreihe 2026 dem Thema „Kunst in allen Facetten“. Damit öffnet sich ein weiter Horizont: Von Malerei, Musik und Literatur über Architektur, Film oder Alltagskunst bis hin zu unerwarteten Ausdrucksformen menschlicher Kreativität.
 
Die Predigenden greifen Kunstwerke unterschiedlichster Couleur auf und bringen sie ins Gespräch mit biblischen Texten und theologischen Fragestellungen. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach Sinn, Hoffnung und Verheißung, nach Gottes Gegenwart im menschlichen Schaffen und nach dem Glauben als schöpferischer Kraft. Kunst wird so nicht nur als ästhetisches Erlebnis verstanden, sondern als Resonanzraum für Glaubensfragen, Zweifel und Vertrauen.
 
Ein besonderer Reiz der Predigtreihe liegt in der Begegnung:
Gottesdienstbesucher*innen haben die Möglichkeit, Pfarrpersonen kennenzulernen, die sonst in einer anderen Gemeinde wirken, und zugleich Einblick in die je eigene Prägung der sechs Gemeinden zu gewinnen. Die Predigtreihe lädt noch einmal besonders dazu ein, vertraute Wege zu verlassen und neue kirchliche Räume in der Region zu entdecken, wenn die Person, die man sehen (oder hören) möchte, in der eigenen Gemeinde gar nicht vorbeikommt. Damit fördert die Predigtreihe nicht nur geistliche Impulse, sondern auch das Zusammenwachsen der Gemeinden.
 
Diese Erfahrung gewinnt zusätzlich an Bedeutung mit Blick auf die Zukunft: Für das Jahr 2027 ist die Fusion der sechs beteiligten Kirchengemeinden geplant. Die regionale Predigtreihe versteht sich daher auch als gelebte Vorbereitung auf diesen Schritt. Sie macht erfahrbar, was bereits jetzt verbindet, und zeigt die Stärke einer kirchlichen Vielfalt, die sich gegenseitig bereichert.
 
Alle Gottesdienstbesucher*innen – ob langjährig verbunden oder neu interessiert – sind herzlich eingeladen, sich auf diese besondere Predigtreihe einzulassen. Sie bietet eine inspirierende Gelegenheit, Kunst und Glaube neu zu entdecken, unterschiedliche Stimmen zu hören und Kirche in der Region als lebendiges, gemeinsames Projekt zu erleben.
 
Text: Simon Layer