Leimen, Nußloch, Sandhausen und St. Ilgen beschließen Fusion

In einer Sondersitzung am 18. März im Leimener Gemeindehaus beschlossen die Kirchengemeinderäte der evangelischen Kirchengemeinden von Leimen, Nußloch, Sandhausen und St. Ilgen ihre Fusion zum 1. Januar 2026. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Schon seit drei Jahren sind die vier Kirchengemeinden miteinander im Gespräch und beraten darüber, wie  künftig das gemeindliche Leben und die kirchliche Präsenz vor Ort gestärkt werden kann. Die Frage wurde angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen und fehlender Nachwuchskräfte unter den Diakoninnen und Diakonen sowie Pfarrerinnen und Pfarrern immer dringlicher. Die Verantwortlichen in den Gemeindeleitungen haben sich intensiv damit beschäftigt, wie mit weniger Geld und weniger Personal das kirchliche Leben in Leimen und unseren Nachbargemeinden verantwortlich gestaltet und gestärkt werden kann.

Im Bereich der Bestattungen arbeiten alle Pfarrerinnen und Pfarrer der vier Kirchengemeinden schon seit einem Jahr zusammen und übernehmen Bestattungen und die Seelsorge an Angehörigen in allen vier Gemeinden. Diese Zusammenarbeit hat sich bewährt, weil es nur so möglich war trotz dünner Personaldecke zuverlässig alle Bestattungen begleiten zu können.

Künftig wollen wir aber bei den Gottesdiensten stärker zusammenwachsen: Wir laden alle Gemeindeglieder ein, über den eigenen Kirchturm hinauszublicken und besondere Gottesdienste in den Nachbargemeinden zu besuchen. Im letzten Jahr haben wir bereits gemeinsame Gottesdienste gefeiert, wie z. B. einen Outdoor-Gottesdienst im Steinbruch in Nußloch auf einer OpenAir-Theaterbühne, ein Tauffest im Freibad in Leimen, einen Literaturwerkstatt-Gottesdienst in St. Ilgen und einen Gottesdienst unter freiem Himmel an Christi Himmelfahrt auf dem Köllner Hof in Sandhausen. Es wird künftig etwas weniger klassische Gottesdienste vor Ort geben und dafür mehr gemeinsame Gottesdienste in neuen Formaten und an neuen Orten. Und warum sollten wir nicht evangelische Gemeindeglieder aus den Nachbargemeinden für unsere Gottesdienste auf der Kerwe oder zu unseren Gemeindefesten begeistern  können?

Die Fusion der vier Kirchengemeinden kommt hauptsächlich in der Neuausrichtung der Leitungs- und Verwaltungsgremien sowie in der gemeinsamen Verwaltung von Liegenschaften, Finanzen und Personal zum Tragen. Daher wird Ende dieses Jahres ein neuer gemeinsamer Kirchengemeinderat gewählt, der zum 1.1.2026 seine Arbeit aufnehmen wird und in den jeder der vier Teilorte (Sandhausen, Leimen, Nußloch, St. Ilgen) eigene Mitglieder zur Wahl aufstellt und in das Gremium entsendet. Dieser Gesamtkirchengemeinderat wird künftig die großen Verwaltungsaufgaben rund um Liegenschaften, Personal und Finanzen bearbeiten.

Daneben wird es weiterhin in jeder der bisher vier Kirchengemeinden ein Gremium geben, das Verantwortung für das kirchliche Leben vor Ort übernimmt – etwa Gottesdienste, Feste und die Zusammenarbeit mit Kommune, Schulen und Vereinen plant und koordiniert.

Nach vielen Beratungen und Begegnungen sind die Nachbargemeinden davon überzeugt, dass alle vier Kirchengemeinden durch die Fusion gewinnen werden und dass hier zusammenfließt, was zusammengehört!


Text: Thurner/Hupas