Monatsspruch Januar 2025

Jesus Christus spricht: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen!
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!
Lukas 6

Als ich am Freitag vor dem 4. Advent zu Freunden sagte, ich glaube wir müssen jetzt innehalten, vor allem innehalten, antwortete einer: Das ist aber angesichts von Magdeburg schier nicht möglich. 
Ich hab ihn so sehr verstanden. Zorn und Wut sind mächtige Emotionen angesichts grausamer Taten.
Wir haben dann weiter geredet, ob Zorn hilft und haben festgestellt, dass das nicht der Fall ist.
Die Tage nach dem Attentat auf dem Weihnachtsmarkt haben auch das gezeigt. In Social Media, auf den Straßen - nicht nur in Magdeburg - Zorn und Wut haben mich noch fassungsloser gemacht. Ich konnte manche zornige Rede schier nicht ertragen und ganz oft von Unbeteiligten, die einfach mal wieder ihre Wut raus lassen wollten oder konnten. Wem sollte das nützen? - den Opfern und Angehörigen sicher nicht. 
Und nun also die Worte Jesu als Monatsspruch Januar 2025
Jesus Christus spricht: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen!
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!
Lukas 6
Betet für die, die euch beschimpfen, segnet, die euch verfluchen. Ob das auch so allgemein gilt, was Jesus da sagt?
Betet und segnet die Menschen, vor allem im Zorn. Und dann noch Liebet Eure Feinde und tut denen Gutes, die euch hassen.
Puh, wie naiv er doch war, der Sohn Gottes an den wir glauben - mag man denken und doch: Wieso sprach er so vom Reich Gottes?
Taugt das, was  er sagt wirklich für die große Politik und was ist mit der Abschreckung und Verteidigung?
Ich kann diese Fragen nicht beantworten, ich mag auch nicht streiten drum.
Ich bleibe beim Innehalten - ich bitte um Frieden für die Welt. Ich glaube an die Kraft des Betens. Ich glaube auch, dass Menschen, die hassen, es brauchen, das jemand ihnen Gutes tut - wie sonst kommt jemand zur Besinnung?
Bin ich naiv? Vermutlich ja, ich treffe weder politische Entscheidungen noch bin ich unmittelbar betroffen von den Grausamkeiten dieser Tage. Ich werde nicht meine inneren Gedanken zu Ratschlägen machen für die große Politik. Ich spreche mit den Menschen, denen ich begegne.
Ich bleibe beim Innehalten und versuche den Zorn umzulenken auf das, was hilfreich sein kann für mich und meine unmittelbare Umgebung. Ich bleibe bei liebevollen Gedanken für diese Welt und weiß: dazu braucht es Hilfe von oben.
Ich will mich segnen lassen und andere segnen und der Liebe vertrauen.
Lasst uns friedlich ins Neue Jahr starten, lasst uns innehalten und nicht nachgeben in der Hoffnung auf eine friedliche Welt.
Elke Piechatzek
Diakonin