Mitteilungen aus dem Schuldekanat Frühjahr/Sommer 2025

 
„Wir haben die Pflicht zur Zuversicht“ 

Schuldekanin Christine Wolf wendet sich voller Zuversicht an alle Lehrkräfte im Religionsunterricht.
 
 
 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
„Wir haben die Pflicht zur Zuversicht“ 
So überschreibt Giovanni di Lorenzo seinen Leitartikel in der ZEIT am 24. Dezember 2024. Zuversicht verordnen? Erst einmal hat sich Widerstand geregt.
Ich gebe zu, dass mir eine Zuversichtsverpflichtung bisher nicht in den Sinn gekommen ist.
Nach dem Motto: ‚Ab jetzt gilt: Alle mal zuversichtlich!‘
Auf Knopfdruck zur Zuversicht finden?
Dann dachte ich: Warum eigentlich nicht? Ansagen zu machen ist mir als Lehrerin, die ich auch bin, doch gar nicht fremd. Und mit dem Autor teile ich die Auffassung, dass ein Stöhnen und Klagen, ein Lamentieren und Kopf in den Sand stecken in den gegenwärtigen Krisen nicht weiterhelfen. Diese sind durchaus berechtigte Reaktionen, aber bleibt’s dabei, wohin führt dann der Weg? Und Wege sollen und wollen doch beschritten werden. Wege aus der Krise und nicht Versinken in der Krise.
Warum also nicht die Ansage: Pflicht zur Zuversicht! Damit dadurch Veränderungen initiiert, Verbesserungen geplant, Verabredungen geknüpft, Miteinander gelebt und Hoffnung geschenkt werden können.
Noch strahlt der Weihnachtsglanz in unsere Tage.
Wir verdanken ihn der Zuversicht Gottes, dass seine Menschen es wert sind, den Friedefürst in der Krippe zu finden.
Wir verdanken ihn der Zuversicht Marias, trotz aller Widrigkeiten das Kind zu gebären.
Wir verdanken ihn der Zuversicht Josefs, dass er ein Vater sein wird,
der nötig ist und gebraucht wird.
Wir verdanken ihn der Zuversicht der Himmelsdeuter, die den Blick gehoben haben und dem Stern vertrauten.
So viel Zuversicht in diesem Weihnachtsglanz!
Ob wir uns davon beeindrucken lassen?
Vielleicht vom Glänzen locken lassen?
Und dann hoffnungsvoll zuversichtlich die Wege im neuen Jahr beschreiten!
Mit viel Zuversicht im Gepäck, mit viel Zutrauen als Wegzehrung, mit viel Segen auf all‘ unseren Wegen.
Und mit der Jahreslosung, die uns das neue Jahr einbindet:
 
„Prüft alles und behaltet das Gute!“
(1.Thess. 5,21)
 
Prüfen Sie bitte deshalb auch die Pflicht zur Zuversicht. Und wenn diese zum Guten gehört, dann gerne andere mit dieser Pflicht konfrontieren. Ihnen von der eigenen Zuversicht erzählen und zur Zuversicht auffordern. Nicht als leidige Pflicht, sondern als notwendige Tugend, die es zum guten Leben braucht.
Von Herzen wünsche ich dazu viel Himmelskraft und Menschenfreundschaft.
Auf ein zuversichtliches neues Jahr!
 
Christine Wolf
 
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