Sozialfonds - Armut bekämpfen

 Armut bekämpfen: Sozialfonds im Diakonischen Werk hilft bei der Beratungsarbeit mit Beihilfen und kleinen Krediten 


 
Auch in einem reichen Land wie Deutschland und in Baden-Württemberg ist Armut bittere Realität für immer mehr Menschen. Wer arm ist, kann bei vielem nicht mitmachen. Armut ist ein Mangel an Chancen am Leben teilzunehmen.  Die Zahl der Familien, die als Haushalt im Monat nur höchstens 60 Prozent eines mittleren Einkommens zur Verfügung haben, steigt kontinuierlich.  
Gemäß dem Armutsbericht des paritätischen Wohlfahrtsverbandes in der Region Rhein-Neckar hat der Rhein-Neckar-Kreis mit 15,2 % die höchste Armutsquote in Baden – Württemberg.   

Auch bei den Beratungen von Menschen durch das Diakonische Werk Südliche Kurpfalz ist das Thema Armut immer wieder spürbar. Manch offene Rechnung wird im Inkassoverfahren zu einer Lawine neuer Schulden. Wenn das Einkommen nicht mehr für die allgemeinen Lebenshaltungskosten reicht, braucht es auch mal andere Möglichkeiten, als die staatlichen Leistungen bieten können. 
Manchmal fehlt nur ein kleiner Betrag, um größere Probleme abzuwenden.  "Es sind mehr Leute, die Leistungen in Anspruch nehmen müssen, obwohl einer der Lebenspartner arbeiten geht. Das Geld reicht den Familien nicht für Miete, Essen, Kleidung, alltägliche Dinge. Um dem Rechnung zu tragen, haben wir einen unserer Fonds, aus dem  Beihilfen ausgezahlt werden, in „Sozialfonds – Armut bekämpfen“ umgewidmet und dieser Fonds kann unbürokratisch helfen,  wo es am Dringendsten ist.“ 
Für Kinder und deren spezielle Bedürfnisse gibt es weiterhin den guten Kinderförderfonds Südliche Kurpfalz. Daneben wird nun der Sozialfonds- Armut bekämpfen auch andere Bedarfe von Erwachsenen abfedern können, damit aus einer akuten Notlage kein Fass ohne Boden wird.  
 
Alle Menschen, die in die Beratung zum Diakonischen Werk kommen, können mit den Beraterinnen und Beratern prüfen, ob eine Beihilfe oder ein Minidarlehen für sie infrage kommt. Wichtig ist, dass vorher alle staatlichen Leistungen ausgeschöpft sind und dass die Hilfe nicht regelmäßig erfolgen kann. 
Die Geldbeträge aus dem Sozialfonds helfen bei der Gesamtlösung der Aufgabe, ein Leben in Armut zu vermeiden oder wieder aus Armut zu kommen. 
 Zum Beispiel:  Viele Familien und Einzelpersonen bekommen hohe Nachzahlungen bei ihren Stromrechnungen und haben dann akut das Geld nicht um die Rechnungen und die Mahngebühren zu bezahlen. Die Folge davon ist, dass irgendwann der Strom abgestellt wird. Um das, besonders im Winter, zu vermeiden, kann mit einer Beihilfe aus dem Sozialfonds eine erste Zahlung geleistet werden. Dann kann oft mit den Versorgern ein Verfahren besprochen werden. Und das führt dann dazu, dass Familien nicht plötzlich im kalten Sitzen. 

„Genau solche Geschichten sind es“, erzählt Dekanin Katharina Treptow-Garben, „die uns motiviert haben, den Sozialfonds ins Leben zu rufen.“  Kirche und Diakonie können mithilfe des Sozialfonds tatkräftig helfen.  
Nadine Bikowski, vom Diakonischen Werk freut sich sichtlich: „Wir sind dankbar, dass der Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz, Sonderkollekten erhebt und uns tatkräftig unterstützt bei der Suche nach Spenderinnen und Spendern. Jede Spende hilft uns, im konkreten Einzelfall Armut zu verhindern oder zu bekämpfen.“