Mitteilungen aus dem Schuldekanat Herbst/Winter 24/25

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,
 
die pädagogischen Konferenzen zum Schuljahresende haben immer wieder die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt gestellt, die deshalb zum Thema werden, weil sie in ihrem Sozialverhalten auffallen, weil sie in ihren Klassen stören und sich nicht auf‘s Miteinander einlassen wollen, weil sie sich zurückziehen, weil sie ängstlich sind oder die alltäglichen Rituale nicht bewältigen können.
Es wurden teilweise lange Klassensitzungen...

Und ins Sommerloch hinein bestätigt eine Expertenkommission des Fachmagazins Lancet Psychiatry diese Beobachtung aus dem Schulleben und warnt vor einer ‚globalen psychischen Gesundheitskrise Heranwachsender‘. (DIE ZEIT Nr. 36, 22. August 2024, Dossier, S.11)
Die ‚Generation lebensunfähig‘, die ‚Generation Angst‘ (s.o.) bereitet Kopfzerbrechen und Sorgen. Schon jetzt können psychisch erkrankte junge Menschen nicht mehr zeitnah und adäquat durch therapeutisches Fachpersonal und in psychiatrischen Kliniken behandelt werden.
Die Ursachen sind vielschichtig, die Krankheitssymptome ebenfalls – das erschreckend Verbindende: Die Seelen sind verletzt und verhindern unbeschwertes Aufwachsen und neugieriges Entdecken der Welt. 
In unserem Schulalltag haben wir leider oft nicht die Chance, auf die jeweiligen Nöte mit Zeit, Geduld und Nachhaltigkeit einzugehen. Viele wünschen sich da mehr Möglichkeiten.
Gut tut dann, wenn das Zusammenspiel von Lehrer*innen, Eltern, Schulsozialarbeiter*innen, Schulseelsorgenden und den Heranwachsenden immer wieder gelingt und sich eine Veränderung einstellt.
Es sind die kleinen Schritte... Wichtig und richtig, diese wertzuschätzen und diese zu gehen.
Und dabei nicht nachlassen, die Sorgen wahrzunehmen, sie anzuschauen und sich nicht wegzudrehen, aus Frust, doch nichts oder zu wenig verändern zu können.
 
Und wie passend, dass die Woche des Schulanfangs von einem sehr bekannten Bibelzitat begleitet wird, das in die Kategorie: ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ passt.
Im 1. Petrusbrief heißt es: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
Der biblische Autor ist kein Tagträumer und kennt das Leben. Es gibt Sorgen und Nöte, Streit und Auseinandersetzung, Ängste und Versagen. Es herrschen Gewalt und Feindseligkeit zwischen Menschen. Doch nicht bei der Problembeschreibung stehen bleiben, das ist sein Ansatz, lieber schauen, wie die Problemlösung aussehen kann.
Wohin mit all‘ dem, was belastet und beschwert? Wo abladen? Wem vor die Füße legen? WER HILFT?
„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
Alle Sorgen Gott vor die Füße legen?
So banal, so einfach???
Ja und Nein und in beidem bestechend wahr – für mich zumindest.
Dieses Angebot, das der Glaube da schenkt - nämlich mich Gott anzuvertrauen, mich auf Jesus zu verlassen, mich vom Heiligen Geist beflügelt zu wissen - dieses Angebot trägt mich schon viele Jahre durch’s Leben. Hat mich resilient, widerstandsfähig und widerstandsbereit gemacht. Zu wissen, dass ich nichts, aber rein gar nichts, allein schultern muss, hat mich stark und stärker gemacht, hat mich durch die Krisen und Sorgenzeiten gebracht. Und wird mich weiterhin halten und für die kommenden Lebensschritte ermutigen. Die auch zu meinen Nächsten führen, um für sie Sorgen abzunehmen, ihnen Mut zuzusprechen und offene Hände zu reichen.
 
Was wünsche ich diese Erfahrung meinen herausgeforderten Mitmenschen!
Den Kindern und Jugendlichen in ihrer Lebensunsicherheit, den jungen Erwachsenen bei ihrer Suche nach der besten und coolsten Lebens-Performance, den Älteren und Alten bei Lebenslast und Scheuklappenblick.
Einladung zum Abladen!
Gerade zu Schuljahresbeginn ein starkes Angebot.
Und es gilt uns allen. „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
 
Sehr herzlich,
Christine Wolf
 
Die aktuellen "Mitteilungen aus dem Schuldekanat" mit den Fortbildungen im ersten Schulhalbjahr und vielen Informationen finden Sie hier:

Quelle: Schuldekanat Südliche Kurpfalz