Mitteilungen aus dem Schuldekanat Frühjahr/Sommer 2024

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,
‚zwischen den Jahren‘ – eine ganz eigene Zeit. Schon immer liegen mir diese Tage am Herzen. Nach den durchgetakteten Advents- und Weihnachtswochen nun fast zeitenlose Zeit. Die Stunden können ineinanderfließen, bis mittags im Schlafanzug und gekocht wird einfach dann, wenn die Mehrheit Hunger meldet. ‚Herumschlunzen‘ hieß das in meiner Herkunftsfamilie – herrlich faul und manchmal großartig langweilig. Und dabei erholsam und Kraft schenkend.

Nun, mit Ankunft des neuen Jahres, erhöht sich wieder die Taktzahl. Einträge im Kalender sind vermerkt, Alltag startet, ‚Herumschlunzen‘ war gestern. Doch der Geist der zeitenlosen Zeit wird hineingetragen in das neue Jahr. Dankbar nehme ich das wahr, alle Jahre wieder.

Und jetzt 2024! Neben der beschriebenen Kraftquelle freue ich mich, dass die geschenkte Jahreslosung sich mir auch als Ermutigungswort anbietet: 

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ (1. Kor 16,14) 

Zugegeben, es hat eine Weile gebraucht. Ich musste sie ein paar Mal lesen und auf mich wirken lassen. Denn Lebensanleitungen, die manchen Selbstoptimierungssprüchen ähneln, sind nicht so meins. Etwas voreingenommen - auch ich.
Paulus, der schreibende Apostel, adressiert seine Briefe nicht in den luftleeren Raum. Die Gemeinde in Korinth wurde von ihm gegründet, lag ihm am Herzen. Und von Ephesus aus, wo er gerade Station macht, mischt er sich postalisch in die Grabenkämpfe ein. Es herrschen nicht ‚Friede, Freude, Eierkuchen‘ in der christlichen Gemeinschaft. Im Gegenteil: Streit, Ausgrenzung, Besserwisserei, die ganze Palette ist gegeben. Das Miteinander und das Füreinander stehen auf der Kippe.
Paulus sorgt sich, Paulus mahnt. „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!“ So die Worte, die der Jahreslosung vorausgehen. Ich höre: ‚Ihr könnt als Gemeinschaft unheimlich viel bewegen. Passt auf euch auf, passt auf diese Welt auf. Ihr habt so viel Mut und Kraft.“ Ich höre Zutrauen, Vertrauen. Paulus traut auch den Zerstrittenen zu, dass Veränderung möglich ist, Veränderung zum Guten gelingen kann. Wie? Nun ja, eigentlich furchtbar einfach: Mit Lieben. Mit diesem wunder-vollen Gefühl, dass Berge versetzen und Himmel aufreißen lassen kann. Problem gelöst?

Leider ist’s nicht ganz so furchtbar einfach mit dem Lieben, verehrter Paulus. Manchmal ist’s einfach nur furchtbar, wenn Menschen meinen zu lieben.

Deshalb: Wie lieben? Gut, dass Paulus viele andere kluge Sätze geschrieben hat. Gut, dass Paulus eine Liebe kennengelernt hat, die allen Einwürfen standhält. Und die das Fundament für unser Lieben stellt. Paulus hat Gottes Liebe erfahren, fühlt sich von ihr gehalten und getragen und weiß: Diese Gottesliebe trägt auch alle anderen, trägt auch dich und mich.

Und in diesem Sinne gilt: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“

Vielleicht wird dann Vieles in unserem Leben wieder einfacher, bestimmt nicht furchtbar einfach, aber einfacher und nicht furchtbarer.
Es ist uns sehr zu wünschen, für unser Miteinander und unser Füreinander in einer Welt, die so sehr ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit sehnt.
Und es ist uns sehr zu wünschen im Kleinen, für unsere Arbeit vor Ort, mit den Kindern und den Heranwachsenden und den Erwachsenen, dass unser Tun, mit Gottes Liebe durchwirkt, wertschätzend und aufbauend unsere Mitmenschen in den Blick nimmt. Allen Segen dazu und ich bin mir sicher: Sie bewegen eine ganze Menge, weil Sie mutig und stark sind.

Sehr herzlich,
Christine Wolf
 
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Quelle: Schuldekanat Südliche Kurpfalz