Bezirkssynode Mai 2023

Empfang, Gottesdienst und Zukunftsszenarien
die Bezirkssynode trifft sich in Oftersheim

Michael Dahlinger bei der Andacht
Posaunenklänge im Gemeindesaal in Oftersheim - Essen und Trinken steht bereit. Die Verantwortlichen der 20 Kirchengemeinden der Südlichen Kurpfalz treffen sich zur Frühjahrssynode.
Sven Ebbinghaus, Klaus Bernhard, Michael Rauchholz, Steffen Groß
Am Beginn der Sitzung steht der Dank.
Dank an Michael Rauchholz aus Altlußheim , der lange Jahre Obmann der Bezirksposaunenarbeit war. Dank an Klaus Bernhard, der dieses Amt nun übernimmt.
Bezirkschorleiter Sven Ebbinghaus und der Vertrauenspfarrer für Kirchenmusik Steffen Groß überreichen Spargel und Wein.
Der Bläserkreis aus Freiwilligen aller Posaunenchöre der Kurpfalz spielt auf und die Bezirkssynode schliesst sich singend dem Dank an.
Gott danken, statt zu murren. Die Geschichte des heiligen Volkes rund um den Anführer Mose wurde von den Anwesenden laut im Gottesdienst in Gruppen gelesen und so ganz anders erinnerlicht. Vorsitzender Michael Dahlinger und die stellvertretende Dekanin Katharina Garben hatten diesen Text klug gewählt und mit Gebeten und Liedern eine Andachtsform gefunden, die bewegte. Nach 40 Jahren in der Wüste auf dem Weg ins Gelobte Land fing das Volk in der biblischen Geschichte an zu murren und Mose wählte und entsandte Älteste, um der Lage Herr zu werden.

Die Lage der Evangelischen Kirche in der Südlichen Kurpfalz hat mit der Wüste wenig zu tun, dennoch sind schwere Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Die anschliessende Sitzung in der Kirche machte dies sehr deutlich.

Rückmeldungen zum Erstentwurf

Dekanin Annemarie Steinebrunner fasst die Rückmeldungen aus allen Kirchengemeinden zu den reduzierten Stellenplänen und Gebäudeplänen zusammen. Im Januar 2023 wurden ebenfalls in Oftersheim die ersten Entwürfe dazu vorgestellt.
Annemarie Steinebrunner und Schuldekanin Christine Wolf
Die Rückmeldungen zeigten Enttäuschung über manchen Entwurf, aber eben auch, dass verstanden wurde, dass gehandelt werden muss. 
"Die Mitgliederentwicklung und damit die Entwicklung der Finanzmittel sprechen eine deutliche Sprache", so die Dekanin.
"Es gab viele Rückmeldungen zu den Gebäuden, weniger zum Personal. Und es gab keine Alternativvorschläge.  Dass keine Alternativvorschläge kamen, zeigt die Situation, in der wir als Strategiegruppe und Bezirkskirchenrat stehen: so viel Verteilungsspielraum gibt es nicht mit den gesetzten Reduzierungszahlen. Den „Spielraum“ gibt es dann bei der Umsetzung, wie die Kooperationsräume die kirchliche Arbeit ausrichten und gestalten unter den neuen Rahmenbedingungen."

Spielräume und Zukunftsszenarien - wie kann das gehen?
In Rollenspielen versetzten sich die Anwesenden in der Gruppenarbeit in Szenarien der Zukunft. Wer wird  das "Gesicht vor Ort" der Kirche?
Wie sieht kirchliche Arbeit mit weniger Gebäuden sinnvoll aus?
Was werden Menschen von der Kirche fordern?
Es wurde diskutiert und durchgespielt. Die Szenarien zeigten realistisch, was auf die Verantwortlichen zukommen kann. Die Synodalen konnten im geschützten Spiel- Raum sich mancher überzeugend vorgetragenen  Konfrontation der Zukunft stellen.

Zusammenarbeit im Kooperationsraum


Florian Hahnfeldt vom Kernteam des Strategieprozesses ekiba2032 hatte dann die Aufgabe, die neuen Kooperationsräume mit begrenzten Ressourcen aber viel Spielraum darzustellen.
2024 werden die Hauptamtlichen der Evangelischen Kirche in den bekannten Regionen zu einer überparochialen Dienstgruppe zusammen gefasst. Das bedeutet, die Arbeit vor Ort wird koordiniert in Kooperationsräumen.
Hahnfeldt machte Mut und überzeugte mit vielen Beispielen aus anderen Regionen der Landeskirche, dass dieser  Changeprozess eben auch vielfältige Chancen bietet.
Ellen Hornung, Moderatorin der Strategiegruppe
und Florian Hahnfeldt , Kernteam Ekiba 2032

Er informierte die Synodalen über mögliche Rechtsformen in der Region, die bis Ende 2025 dann gewählt werden können.

"Wie soll das gehen, unsre Hauptamtlichen sind doch jetzt schon überlastet. Wenn Sie auch noch für die Region abgezogen werden und wir Häuser schliessen - wird das nicht zu schaffen sein." Kritische Stimmen aus der Mitte der Synode waren zu hören.
Oberkirchenrat Martin Wollinsky, der Finanzreferent der Landeskirche meldete sich als Gast der Synode deutlich zu Wort:
Martin Wollinsky (rechts) bei der Gruppenarbeit
"In 10 Jahren werden nur noch 7 von 10 Menschen hier in der Region für die Kirche arbeiten. Das wäre auch so ohne diesen Prozess. Das ist schlichte Mathematik. Wir können uns keine Doppelstrukturen mehr leisten. Es wird wichtig sein, Arbeitsfelder zusammen zu fassen. Es können nicht mehr alle alles machen."
Andere Wortmeldungen erinnerten sich wohl an den Beginn der Synode. "Lasst es uns mutig angehen. Wir sind früh genug dran, um das gut miteinander zu planen."
Die regionalen Visitationen in den vier Regionen haben ja bereits vorgearbeitet. Konfirmandenarbeit, Kirchenmusik, Jugendarbeit, Diakonie, Öffentlichkeitsarbeit, neue Gottesdienstformen - es wird Arbeitsfelder geben, die in die Region wandern.. und dort gemeinsam abgestimmt angeboten werden. Dekanin Annemarie Steinebrunner hatte es in ihrem Statement deutlich gemacht:
"Ich halte es für wichtig, dass wir uns immer wieder bewusst machen, dass das Ganze ein Prozess ist. Es ändert sich nicht alles schlagartig ab 1.1.2024. Sie werden in der regionalen Zusammenarbeit immer mehr Erfahrungen sammeln und die Zusammenarbeit und Arbeitsteilung weiterentwickeln.
Es kann sein, dass manche schon viel schneller mehr regional zusammenarbeiten möchten als andere. Das ist dann auch gut so und Sie können das im Kooperationsraum entscheiden und dann auch rechtlich festlegen.  Sie können allerdings nicht sagen: „Wir warten erst einmal ab. Und eigentlich wollen wir gar nicht, dass unsere Pfarrer, unsere Diakoninnen im Kooperationsraum arbeiten“. Ab 2024 wird es überparochiale Dienstgruppen geben und damit auch regionale Zusammenarbeit. "
Michael Dahlinger

Evangelische Kirche verändert sich immer wieder. Und nun werden in diesem Jahr Entscheidungen getroffen, um sich darauf gut einstellen zu können. Im September gehen die Bescheide den Kirchengemeinden zu und in der Herbstsynode wird der Ekiba Prozess 2032 zu einem ersten Abschluss kommen.
Mit Berichten der Landessynodalen Dr. Adelheid von Hauff, Dr. Jochen Beurer und Pfarrerin Natalie Wiesner endete die Synode.
Vorsitzender Michael Dahlinger dankte allen Beteiligten nach einem bewegten Abend in der Oftersheimer Christuskirche.

Fotos: Alex Wolf
Text: Elke Piechatzek
  

Zeitungsartikel vom 10. Mai 2023
Veränderung in der Kirche unaufhaltsam