Was uns verbindet

Eröffnungsabend regionale Visitation Mittlerer Leimbach
am 31.1.2023 in Leimen


 
Was uns verbindet -
der Eröffnungsabend der Regionalen Visitation zeigt die Vielfalt der Kooperationsmöglichkeiten der evangelischen Kirchengemeinden am mittleren Leimbach
 
Die Kirchenältesten aus Sandhausen, Leimen, St. Ilgen und Nußloch sind in großer Zahl gekommen zur Eröffnung der Regionalen Visitation an der Leimbach. "Sie sind die erste Region, die sich zur Visitation nach der Veröffentlichung der Entwürfe des Strategieprozesses ekiba2032 trifft." Dekanin Annemarie Steinebrunner weist in ihrer geistlichen Begrüßung auf die großen Veränderungen in Gesellschaft und Kirche hin, die zu veränderten kirchlichen Planungszahlen für 2032 geführt haben. Das Bild der Region für 2032 mit deutlich weniger Personal und Gebäude  sei  schmerzhaft. Es gehe ans Eingemachte, betont die Dekanin. Sie beschreibt aber auch die Ressourcen, die bleiben. Der Glaube, die Liebe und die Hoffnung seien Quellen, die nicht versiegen. Mit dem Bibelwort, "Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen", machte sie den Anwesenden Mut, weiter zu schauen und Neues zu wagen. Schuldekanin Christine Wolf ergänzte Informationen aus dem Strategiegrozess. Die Bewertung der Gebäude im Plan 2032 mit den Ampelfarben brauche Phantasie, wie es nun weiter gehe mit klimagerechten Räumen für die kirchliche Arbeit in der Region. "Es kommt kein Bagger", meinte die Schuldekanin. Rot bedeute lediglich, dass die landeskirchliche Finanzierung für ein  Gebäude wegfalle und es Ideen brauche, wie man sinngebend anders finanziert, Gebäude in Kooperation nutzt oder eben auch Gebäude verkauft.
"Kirche wird sein - sie besteht aus Menschen und nicht aus Steinen", betonte die Schuldekanin. Und das war deutlich zu spüren am Abend. Schon bei der Begrüßungsrunde in zwei großen Kreisen im Melanchthonhaus wurden Erfahrungen ausgetauscht und sich dank der Impulsfragen der Moderatoren neu begegnet. In kleineren Gruppen wurde dann aufgeschrieben, was die Kirchengemeinden bereits heute verbindet. Eine lange Reihe von Aussagen schmückte schliesslich die Bühne im Saal.
"Uns verbindet der Glaube, das Ehrenamt und viel Herzblut",
stand da zu lesen.  Die Jugendlichen treffen sich in Schule und Gemeinde schon lange in der Region. Jugendgottesdienste und gemeinsame Konfirmandenarbeit sind bereits erprobt. 
Die Kirchenmusik wirkt über den Kirchturm hinaus und Konzertbesucher gibt es aus allen Orten. Die Jungbläser der Posaunenchöre und die Kinder im Kinderchor werden in allen vier Orten eingeladen, zusammen zu musizieren.
Es gibt Predigtreihen, Hauptamtliche vertreten sich, Regiogottesdienste werden gefeiert und auch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit wird heute schon angedacht.
Der Strategieprozess bringt nicht nur Einschränkungen, er fördert das, was allen gut tut: Sich gemeinsam auf den Weg zu machen.
Die Bibelarbeit in der Großgruppe zeigt dies eindrücklich. Pfarrerin Natalie Wiesner bat die Anwesenden, einzelne Worte eines Textes aus dem Korintherbrief nach einer Zeit der Stille einfach in den Raum zu sagen. Es sind viele Stimmen zu hören, die jeweils anderes wahrnehmen und für wichtig halten. Das ist ein gutes Erlebnis, um gemeinsam Zielvereinbarungen zu treffen für die Region Mittlerer Leimbach: „Miteinander Gottes Wort zu hören und sich darüber auszutauschen.“
"Uns verbindet der Leimbach", war auf einer Karte zu lesen. Und "alle vier Orte sind gut erreichbar mit dem Fahrrad."
 
Gute Voraussetzungen, um kirchliche Arbeit so zu definieren, dass für jeden und jede ein "offenes Ohr" bleibt für seine und ihre  Anliegen.
Welche Felder dann von allen Gemeinden oder welche von einzelnen bespielt werden, das wird zu definieren sein. "Wir müssen es ausstrahlen", betont die Schuldekanin. Ehrenamtliche und Hauptamtliche leben ihren Glauben in der Region und zeigen damit den Menschen, dass Kirche wichtig und der Glaube relevant ist.
Die Erzieherinnen aus Leimen und Umgebung hatten nicht nur das leckere Essen vorbereitet, sie wirkten mit bei den Gesprächen und machten deutlich. Kinder und Familien bleiben im Blick von Kirche. 
Kindertagesstätten sind eine der vielen Orte, in denen Kirche präsent ist.
Menschen, die Glauben ausstrahlen sind "lebendige Hoffnung" für die Region. 
An vier Themenabenden in den kommenden drei Wochen werden einzelne Arbeitsfelder vertieft werden, bevor am 19. Februar mit einem gemeinsamen Gottesdienst die regionale Visitation mit Zielvereinbarungen für die Zukunft endet.
 
Text und Fotos: Elke Piechatzek
 
  
 
Der Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz besucht nicht mehr Einzelgemeinden, sondern hat das neue Format „Regionale Visitation“  auch für den Strategieprozess ekiba2032 entwickelt.
Die Kirchengemeinden Nußloch, Leimen, St. Ilgen und Sandhausen werden die kommenden drei Wochen ihre gemeinsamen Zielvereinbarungen für die Region Mittlerer Leimbach treffen.
Vier Themenschwerpunkte wurden dabei in der Vorbereitung genannt:
Kirchenmusik,
Kinder-Jugend-und Konfirmandenarbeit,
Kasualien (Taufe, Trauung und Beerdigungen),
und Gottesdienste.
Die Visitation endet am Sonntag dem 19. Februar 2023
mit einem gemeinsamen Gottesdienst in Nußloch.

  
Artikel vom 11.2.2023 aus der RNZ - Region Heidelberg