Themenabend Mitgliederorientierung
„Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist“. Pfarrerin Andrea Müller (Projektleitung Mitgliederorientierung der Landeskirche in Baden) bat die Teilnehmenden dieses Themenabends im Plankstadter Gemeindehaus, das Sprichwort auf die Situation der kirchlich engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen anzuwenden. Die Mitarbeitenden sollen sich vornehmen, nahe bei den Menschen zu sein und aus dieser Haltung heraus interessante und anziehende Projekte entwickeln.

Andrea Müller
Eingeleitet wurde der 1. Themenabend der Regio-Visitation mit einem Kurzvortrag über das, was mit dem Begriff „Mitgliederorientierung“ gemeint ist. Pfarrerin Andrea Müller vom Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe erläuterte: Es geht darum, ein offenes Ohr für die Mitglieder und kirchlich Interessierten zu haben und versuchen, herauszubekommen oder zu erforschen, was den Kirchenmitgliedern wichtig und bedeutsam ist. Dabei spielt der Grundsatz aus der Bibel eine Rolle „den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche“ zu sein. Die Referentin ermunterte dazu, sich intensiv mit den Menschen zu beschäftigen, denen wir uns mit unseren Angeboten nähern wollen. Dazu zitierte sie das Sprichwort, in dem ein Indianer sagt: „Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist“. Dabei übertrug Pfarrerin Müller dieses Sprichwort auf die Situation der kirchlich engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen, die versuchen sollten, sich intensiv in die Situation ihrer Adressaten hinein zu versetzen. Die Mitarbeitenden sollen sich vornehmen, nahe bei den Menschen zu sein und aus dieser Haltung heraus interessante und anziehende Projekte entwickeln. Im Blick auf Service und Erreichbarkeit sollten Hürden abgebaut werden. Der Kontakt zu den kirchlichen Servicestellen soll unkompliziert und niederschwellig möglich sein.
In ihrem Vortrag ging Frau Pfarrerin Müller darauf ein, welche Projekte der Mitgliederorientierung beispielsweise von Seiten der Landeskirche auf den Weg gebracht worden sind. Sie stellte die Aktion Brot und Salz vor. Bei diesem Projekt geht es darum Neuzugezogene in ihrer besonderen Situation anzusprechen und sie auf die Angebote der Kirchen und Gemeinden am neuen Ort hinzuweisen.
Nach dem Grundsatzvortrag waren die Gemeindevertreter aufgefordert, Themenbereiche zu gewichten.
Bei der Bewertung der Arbeitsfelder und Themen wurden folgende vier Themenbereiche priorisiert: Jugendarbeit - Projekte in der Advents- und Weihnachtszeit - Neue Wege gehen - Niederschwellige Angebote. In einer Gruppenarbeitsphase wurden diese Themen intensiv besprochen und schließlich Überlegungen und Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Aus den unterschiedlichen Arbeitsgruppen kamen folgende Anregungen: In den Gemeindebriefen der einzelnen Gemeinden soll es demnächst immer mindestens 3 Seiten geben, in denen der Blick über die Gemeinde hinaus in die Regio geht. Außerdem wurde angeregt, ein gemeinsames Tauf-Fest für die Regio zu planen und durchzuführen. Weiterhin sollten die Angebote der Kirchengemeinden in der Advents- und Weihnachtszeit übergemeindlich in der Regio bekannt gemacht werden. Aus der Arbeitsgruppe zum Thema Jugendarbeit kam die Anregung, eine Umfrage unter jungen Kirchenmitgliedern durchzuführen um ihre Wünsche und Erwartungen an kirchliche Angebote heraus zu bekommen.
Die Ergebnisse des Abends werden in die Zielvereinbarungen für die Regio „Nord-West“ einfließen Diese Zielvereinbarungen werden bei dem Abschlussabend festgehalten und sollen dazu beitragen, dass die Kirchengemeinden zukünftig enger zusammenarbeiten.
Christian Noeske




