Eröffnungsabend der regionalen Visitation Nordwest

Hoffnungszeichen für die Zukunft setzen
Die Kirchengemeinden Brühl, Eppelheim, Ketsch, Plankstadt, Oftersheim und Schwetzingen eröffnen ihre gemeinsame regionale Visitation.

„Wie halten wir als evangelische Kirche Schritt mit all den Umbrüchen ?“

Mit dieser Frage begrüßte Dekanin Annemarie Steinebrunner am gestrigen Abend Kirchenälteste, Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakoninnen und Diakone der Kirchengemeinden rund um Schwetzingen zur regionalen Visitation im Gemeindezentrum Brühl Rohrhof. Eine große Runde von Verantwortlichen traf sich, um gemeinsam Schritte in die Zukunft zu planen. Die Visitation findet statt vom 10. bis 27. Oktober 2022. Vielfältige Gespräche, Themenabende, Besuche der Pfarrämter und schliesslich gemeinsame Zielvereinbarungen für die Region stehen auf dem Programm.
Schuldekanin Christine Wolf, Dekanin Annemarie Steinebrunner
Kommissionsmitglied: Dr. Jochen Beurer

„Die Ressourcen werden knapper, nicht nur in der Kirche“, stellte die Dekanin fest. „Wir haben als Christen aber auch Ressourcen und Quellen, die weiterhin zufrieden machen und den Blick weiten, auf das was unbezahlbar ist:  Lebendige Hoffnung zu sein in der Nachfolge Christi. Der Glaube ist eine Ressource, die neue Möglichkeiten aufzeigt und über Grenzen hinaus schaut.“ Dekanin Steinebrunner forderte dabei einen ehrlichen Blick auf das, was nicht mehr möglich sein wird in den Kirchengemeinden mit weniger Mitgliedszahlen, Personal und Gebäuden, die klimagerecht für die nächste Generation erhalten werden sollen.

Schuldekanin Christine Wolf erzählte von der Bedeutung einer Visitation, die ja ein Besuch sei. Der Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz besucht nicht mehr Einzelgemeinden, sondern hat das neue Format „Regionale Visitation“ für den Strategieprozess entwickelt. „Besuche sind ja meist erfreulich“, erklärte sie schmunzelnd, „auch wenn sich in Ihrem Fall der Besuch selbst eingeladen hat“.

Sie schilderte den Prozess ekiba2032, der seit 2021 alle Kirchengemeinden und kirchlichen Arbeitsfelder beschäftigt. Das sei eben zu aller Arbeit mit den schweren Bedingungen unter Corona auf alle zugekommen, weil die Zahlenentwicklung Handeln von der Kirchenleitung erfordert habe. Schuldekanin Wolf betonte, dass die Inhalte vor den Zahlen zu betrachten seien. Es gehe darum, die Freude am Glauben zu entdecken, Möglichkeiten miteinander zu entwickeln und danach zu sehen, was uns dabei in Zukunft begrenzen könnte.

Der Moderator des Abends Wilhelm Heucke-Scheller brachte dann die Gruppe in Bewegung. Wer stammt aus der Region, wie lange engagieren Sie sich in der Gemeinde, wie eng ist ihre Beziehung zu einem kirchlichen Arbeitsfeld? Die Antwortmöglichkeiten zu Heucke-Schellers Fragen wurden im Raum zur Aufstellung gebracht und es wurde deutlich, wie vielfältig die Verantwortlichen unterwegs sind.

Der Eröffnungsabend der Visitation  diente dem Kennenlernen. Jeweils fünf Minuten berichteten Vertreter aus den Kirchengemeinden Brühl, Eppelheim, Oftersheim, Plankstadt, Ketsch und Schwetzingen aus ihren Gemeinden. 
Diakonin Stefanie Uhlig und Thomas Riewe
 Ketscher Vertreter berichteten von der jungen Gemeinde, die vor 1945 aus 70 Evangelischen bestand und nun mit der 1956 gebauten Johanneskirche für über 2500 Evangelische zuständig ist. Das Obdachlosenfrühstück ist als Diakonieschwerpunkt in der ganzen Region ein Begriff. Die Schwetzinger Kirchenältesten berichteten von vielen Projekten und Gruppen, von Start ups in der kirchlichen Arbeit, von bewährter Kirchenmusik und digitalen Gottesdienstformaten, aber auch von einigen bereits gefassten Entscheidungen, welche Gemeindehäuser aufgegeben werden. Die Arbeit in evangelischen Kindertagesstätten wird in Schwetzingen mit einer Koordinationskraft betreut. In allen Gemeinden sind haben die evangelischen Kindertagesstätten einen „guten Ruf“, wie berichtet wurde. Die Kirchengemeinde Oftersheim hat nach Corona wieder gefeiert in 2022, wie 
Pfr. Tobias Habicht, Oftersheim
Pfarrer Tobias Habicht dankbar erzählte. Viele Veranstaltungen in der Christuskirche im Ort zeigen die vielfältigen Kooperationen in der neuen evangelischen Kirche, die in der Ortsmitte 1958 entstand, nachdem die alte Kirche zu klein wurde. Gemeindearbeit mit vielen für viele. 80 Frauen sind z.B. in Oftersheim nach wie vor im Frauenkreis aktiv. Kirche im Zentrum des Ortes, das ist auch in Eppelheim der Fall. Eine Kirchenälteste berichtete aus der Gemeinde, wie in der Jugendarbeit sich die Zahl der Mitarbeitenden aus jedem Konfirmandenjahrgang wieder ergänzt und viele Aktionen plant. Nicht nur in Eppelheim ist der Kirchenchor schon über 130 Jahre alt. Chöre und Gruppen gibt es für „fast alles“,
Elisabeth Klett aus Eppelheim
erzählte Elisabeth Klett. Was „Gottes Bodenpersonal“ in Plankstadt alles so plant und vorhat, berichtete Dr. Michel Layer. Das große Gemeindehaus aus „anderen Zeiten“ wird heute schon in Kooperation als Schulmensa genutzt. Die Brühler Kirchengemeinde mit Gemeindezentrum in Rohrhof und Kirche im Ort ist ebenfalls Treffpunkt von vielen Kreisen. Hier gilt „einer für alle und alle für einen“, berichtet Christine Jakob als Vorsitzende des Kirchengemeinderates. Die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeitenden bei diesem Abend war beeindruckend. „Miteinander statt gegeneinander“ das ist das Motto in der Gemeinde, aber auch in der Region. Interesse am anderen und der Wunsch, gemeinsam unterwegs zu sein, war deutlich zu spüren.

Moderator Wilhelm Heucke-Scheller
„Aus dieser Power kann die Region profitieren“, stellte Heucke-Scheller nach den Vorstellungen fest. Bei der Evangelischen Kirche entscheiden und wirken Menschen freiwillig mit und sind interessiert am Leben ihrer Gemeinde. Sie sind damit auch die „lebendige Hoffnung“ für den Fortbestand der kirchlichen Arbeit in der Region. Die Visitation Nordwest wird die Region die nächsten beiden Wochen beschäftigen. Nach dem Kennenlernen am Eröffnungsabend werden sich die Entscheidungsträger zu Themenabende treffen, um genauere Pläne für die Zukunft zu machen. Fast 50 Menschen arbeiten daran mit, um „Hoffnungszeichen für die Zukunft“ zu setzen.

Wie kann es gelingen, Themen für Menschen zu finden, wie wir bisher noch nicht erreichen?
Welche Begleitung braucht es in Seelsorge und Diakonie in den Übergängen des Lebens?
Wer braucht was vom Gottesdienst ?
Wie wird Kirchenmusik in der Region weiter entwickelt?
Zu den Themenbereichen Mitgliederorientierung, Seelsorge und Diakonie, Gottesdienste und Kirchenmusik werden Zielvereinbarungen getroffen mit klarem Zeitfenster, wer sich bis wann darum kümmert. Die Zielvereinbarungen der Visitation  werden einfliessen in den Prozess ekiba2032 , der Ressourcenplanung in der Südlichen Kurpfalz.

Schuldekanin Christine Wolf
„Lasst uns im Zusammenspiel des Vielen Schätze teilen, gut unterwegs sein mit viel Verheißung.“ Schuldekanin Wolf dankte den Beteiligten für ihr großes Engagement und beendete den ersten Abend der Visitation mit Gottes Segen.
 
 
Fotos und Bericht: Elke Piechatzek
 
 
 
 

 
  
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