Eppelheimer Konfirmand:innen in der Kletterkirche Mosbach

- ein Bericht aus Eppelheim

Konfirmand*innen haben es – wie wahrscheinlich die meisten Jugendlichen - nicht leicht zurzeit.
Der Bericht aus Eppelheim möchte aber endlich wieder was anderes erzählen.
... dass es nun endlich doch möglich war, wenigstens mal einen halben Tag lang mit den Konfis unterwegs zu sein. Am vergangenen Sonntag haben wir einen Ausflug in die Evangelische Stiftskirche in Mosbach unternommen.

Konfirmand*innen haben es – wie wahrscheinlich die meisten Jugendlichen - nicht leicht zurzeit. Diese Erkenntnis drängt sich jedenfalls auf im dritten Pandemiejahr. Viel zu lange und häufig „eingesperrt“ in den häuslichen vier Wänden mit Lockdowns und Quarantänen, viel zu wenige Möglichkeiten, sich auszuprobieren, unabhängig zu werden, Nähe zu wagen…  Aber das nur kurz, denn das wissen wir ohnehin.
Erzählen mag ich viel mehr davon, dass es nun endlich doch möglich war, wenigstens mal einen halben Tag lang mit den Konfis unterwegs zu sein. Am vergangenen Sonntag haben wir einen Ausflug in die Evangelische Stiftskirche in Mosbach unternommen. Das klingt vielleicht erst einmal nicht so besonders prickelnd oder spektakulär. Aber das war es dann doch:
Denn in der Mosbacher Kirche waren die Stühle bei Seite geschoben und stattdessen ein acht mal acht Meter großer Kubus aus Stahl aufgebaut. Strickleitern, Seile, eine Hängebrücke und ein Hochseil waren daran befestigt. Die Kirche war zur Kletterkirche geworden.
Und dort durften die Konfis sich dann ausprobieren. Aber nicht „einfach so“ - denn eines wurde von Anfang an klar: allein geht hier gar nichts. Das musste nicht lange erklärt werden, vielmehr konnten die jungen Leute es erleben. Niemand wurde ohne Helm, Klettergurt und Seil hinaufgelassen. Für jede Person, die kletterte brauchte es eine (besser zwei) weitere zum Sichern. Manche Parcours waren allein gar nicht zu bewältigen. Es ging gar nicht anders, als sich abzusprechen und gegenseitig festzuhalten, die Hand zu reichen, mit dem eigenen Knie eine zusätzliche Stufe anzubieten. Die Anstrengung stand den jungen Menschen ins Gesicht geschrieben, manchmal auch ein wenig Angst, aber vor allem dann die Freude und der Stolz, es geschafft zu haben – gemeinsam geschafft zu haben!

Das war toll – und es war in alle dem noch viel mehr als „einfach nur“ über ein Seil oder eine Hängebrücke gelaufen zu sein, oder eine schwierige Himmelsleiter erklommen zu haben.
„Wenn’s drauf ankommt, verliert man alle Berührungsängste“, sagte eine, „da muss man einfach zupacken.“ Gar nicht so einfach, nach so langer Zeit des „social distancing“.
In wenigen Stunden und einem Raum von acht mal acht Kubikmetern kamen hier ganz viele Erfahrungen und Fragen unseres Glaubens und Lebens zusammen:
Wer hält mich, wenn ich falle?
Worauf und auf wen kann ich mich verlassen?
Wie gelingt es, Hindernisse zu überwinden? Wer kann mir dabei helfen?
Wer hilft mir weiter, wenn ich Angst habe oder an mir zweifle?
Und – ganz wichtig: wie kann ich Vertrauen schenken, Halt geben und Mut machen.
Wertvolle Erfahrungen, die ich nicht nur unseren Konfis wünsche, sondern uns allen, an ganz unterschiedlichen Orten der Gemeinde, in den unterschiedlichen Phasen des Lebens und ganz besonders in Zeiten, die für uns alle so verunsichernd sind, wie die letzten Wochen und Monate. 

Fundort: www.ekieppelheim.de