Abschlussveranstaltung evangelisches Flüchtlingsprojekt der Diakonie Rhein-Neckar
Nach sechs Jahren endet nun das im Wesentlichen von der Evangelischen Kirche in Baden finanzierte Projekt.
Diakonie-Verbandsgeschäftsführer Karl-Heinz Konnerth unterstrich, dass mit der Ausstellung auf eindrückliche Weise persönliche Einblicke in das Leben von Menschen mit Fluchterfahrung ermöglicht, aber auch Impulse und Erfahrungen aus der Flüchtlingsarbeit gezeigt werden, die zu einem Perspektivwechsel einladen.
Die Journalistin Maria Hüttner und der Fotograf Alexander Kästel waren dankbar für die Möglichkeit, Menschen zu portraitieren, deren Schicksale und Lebenswege stellvertretend für viele stehen.
12 Rollups im Chor der Stadtkirche waren der Auftakt für die Wanderausstellung für den Abschluss des Projektes und die Fortsetzung der Arbeit in neuer Form.
„Es liegt ein Schatz in den Menschen“
Abschlussveranstaltung evangelisches Flüchtlingsprojekt der Diakonie Rhein-Neckar
Nach sechs Jahren endet nun das im Wesentlichen von der Evangelischen Kirche in Baden finanzierte Projekt. Das Diakonische Werk im Rhein-Neckar-Kreis hat mit weiterer Unterstützung der evangelischen Kirchenbezirke Südliche Kurpfalz, Neckar-Bergstraße, Kraichgau und Neckargemünd-Eberbach die Beratung und Begleitung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit ermöglicht. Was 2015 mit einem Beschluss der Landessynode begann, wurde nun im Rahmen eines Festgottesdienstes am vergangenen Freitag und einer Ausstellungseröffnung beendet.
Die Schuldekanin des Kirchenbezirks Südliche Kurpfalz Christine Wolf begrüßte mit dem Zitat, das bei einem Interview bei einer Projektbegleitung gefallen ist: „In diesem Gottesdienst wird eine Schatzkiste eine Rolle spielen, mit den Schätzen der Freundlichkeit, Nächstenliebe, Mutmachen und Trösten“. Viele Begegnungen seien in der Projektzeit entstanden. Nach sechs intensiven Jahren, in denen es die Landeskirche ihren Kirchenbezirken und dem Diakonischen Werk ermöglicht hat, Geflüchtete und die engagierten Ehrenamtlichen im Rhein-Neckar-Kreis zu begleiten und in vielfältiger Weise zu unterstützen, gehe dieses Projekt nun zu Ende. Pfarrerin Henriette Freidhof, Diakoniepfarrerin des Kirchenbezirks, ging in ihrem Impuls auf die ersten Schritte im Projekt ein, als in ihrer Gemeinde in Sandhausen im Begegnungscafe eine Weltkarte mit Markierungen die Herkünfte der Geflüchteten aufzeigte. „Viele solche Schätze wie im Zitat werden ans Tageslicht geholt zusammen mit anderen Menschen“, so ihre Erfahrung. Menschen, die ankommen, auspacken, wurden von vielen Ehrenamtlichen unterstützt, die ihrerseits wiederum von Hauptamtlichen fachlich begleitet wurden. Dabei entstanden nicht nur Verbindungen, sondern Freundschaften, so die Diakoniepfarrerin. Genau darin läge für sie die Verbindung zu Gott und seiner Liebe zu den Menschen.
Verabschiedung aus der Projektarbeit
Dekanin Monika Lehmann-Etzelmüller vom Kirchenbezirk Neckar-Bergstraße verabschiedete sieben Projektbegleiter und -begleiterinnen, die in diesem besonderen Diakonieauftrag unterwegs waren: „Sie haben beraten, zugehört, getröstet, Wege geöffnet und viel Gutes bewirkt in den vier Kirchenbezirken“, resümierte die Dekanin zum Abschluss. Neben den Projektstellen haben auch Ursula Igel von der Diakoniebezirksleitung Südliche Kurpfalz wie auch Bärbel Morsch, Karin Plintz, Margit Rothe, Ortrud Ost-Scheurlen und David Schmitz zum Gelingen beigetragen: „Ihre Projektarbeit ist nun getan, Termine sind beendet. Es bleibt die große Dankbarkeit für Gelungenes als Wegzehrung mit dem Segen Gottes für neue Wege und Herausforderungen“.
Karl-Heinz Konnerth, Verbandsgeschäftsführer des Diakonischen Werks im Rhein-Neckar-Kreis, ergänzte in seiner Ansprache und Ausstellungseröffnung, dass auch wenn das landeskirchliche Projekt der Flüchtlingsarbeit im Rhein-Neckar-Kreis 2022 endet, die Evangelische Landeskirche und die
Diakonie im Rhein-Neckar-Kreis die Verantwortung in der Arbeit mit geflüchteten Menschen weiter tragen werden. „Es wird weiterhin eine Koordinierungsstelle für ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingsarbeit geben. Der Bescheid kam gestern an“, so der Geschäftsführer. Er unterstrich, wie wichtig in der Laufzeit die Durchführung von Informations- und Diskussionsveranstaltungen waren, die Organisation von Fachvorträgen oder Fortbildungen zum Thema Flucht, oder auch die Beratung bei rechtlichen Themen wie Aufenthalts- und Bleiberecht oder Familiennachzug. Unterstützung gab es auch in alltäglichen Angelegenheiten, wie Beschäftigung und Arbeitsaufnahme, Sprache und Bildung.
Regine Gnegel, Referentin für Flucht und interkulturelle Kompetenz bei der badischen Landeskirche, überbrachte das Grußwort der Kirchenleitung von Oberkirchenrat Urs Keller: „In der Rückschau auf sechs Jahre Engagement in den Kirchenkreisen wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass Geflüchtete nicht nur juristisch, sondern auch gesellschaftlich aufgenommen und heimisch werden“. Sie informierte, dass 6 Stellen in Baden weiterbleiben werden mit unterschiedlichen Ausgestaltungen, denn „die Arbeit mit Geflüchteten ist weiter Aufgabe der Kirche. Was sich bewährt hat, wird weiterentwickelt“.
Fotoausstellung mit Portraits
Diakoniegeschäftsführer Konnerth erläuterte die Konzeption der Ausstellung, bei der durch die Mannheimer Journalistin Maria Hüttner und den Fotografen Alexander Kästel Interviews und Portraits von Projektmitarbeitern, Begleitern und Schicksale von Geflüchteten entstanden, die auch ein Resumee des Projekts waren. Mitinitiiert von Ursula Igel vom diakonischen Fachbereich Migration-Integration, Tatjana Briamonte-Geiser als Kirchenbezirksbeauftragte Neckar-Bergstraße und Siegrid Tautz, Kirchliche Fachberatung von Flüchtlingen und Ehrenamtsbegleitung, zeigten die im Chor der Stadtkirche aufgestellten Rollups mit wirkungsvoller Beleuchtung Portraits auf, die mehr als Einzelschicksale oder Erfahrungen waren. „Es waren intensive Gespräche und wir haben mehr erfahren als das, was auf den Rollups zu sehen ist“, erklärte die Journalistin Hüttner die Entstehung der Interviewpassagen. Für den Fotografen Kästel waren die während der Interviews entstandenen Fotos mehr als Bilder: „Die Emotionen und Geschichten waren oft sehr bedrückend, aber auch Mut machend. Bei der Bilderauswahl daheim am PC waren die entstandenen Eindrücke noch intensiver. Jedes Bild ist anders, weil jedes Interview anders war“.
INFO: Die Ausstellung ist noch bis Weihnachten im Foyer des evangelischen Gemeindehauses der Petrusgemeinde in der Friedrichstraße 5 zu sehen. Im neuen Jahr gibt es Stationen in den Kirchengemeinden in Sinsheim und Ladenburg. Ein begleitender Flyer informiert zu den Projektinhalten und den Portraits. Die Ausstellung gibt es samt Download des Begleithefts auch auf https://www.rentadesigner.de/einschatz Der live-Stream des Gottesdienstes liegt auf dem Youtube-Kanal der Petrusgemeinde Wiesloch oder direkt hier unten anschauen