Mitteilungen aus dem Schuldekanat Herbst/Winter 21/22

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die K-FRAGE treibt mich um. Nein, eigentlich sind es die K-FRAGEN.
Sicher gehört in diesen Tagen die Bundestagswahl zum täglichen Nachrichten-Update und die Frage, wer denn jetzt das Rennen machen wird in Sachen Kanzler*innenschaft. Aber diese K-Frage ist nur eine unter vielen.

Quelle: SchuldekaninChristineWolf

In diesem Sommer haben sich auch die Fragen nach Klimakrise und Ökologie, nach Krankheit und Pandemie, nach Krieg und Flucht, nach Kindern und deren Lebensperspektiven, nach Kirchenmitgliederschwund und Traditionsabbruch deutlich in den Vordergrund gedrängt.
Den Bildern von Überflutungen auf der einen und Waldbränden auf der anderen Seite konnte sich niemand entziehen, die dramatischen Szenen am Flughafen in Kabul gaben einen Hinweis, was dem Land noch alles bevorstehen wird und die Berichte über die vierte und fünfte Pandemiewelle, die die Welt nun zu bewältigen hat, kann auch niemand als ‚Fake News‘ abtun.
Dann, ganz binnenkirchlich, die Veränderungsprozesse, die anstehen.
Dazwischen und mittendrin, mal mehr, mal weniger sicht- und hörbar, Schicksale von Kindern und Jugendlichen ... Und ihnen gilt mein besonderer Blick.
Diese K-FRAGE treibt mich vor allem um!
Auch viele Medien und die regionale Zeitung haben der jungen Generation ihre Aufmerksamkeit gewidmet. In der RNZ vom 31.8. war z.B. auf der Kinderseite KLARO zu lesen:
„Traurig wegen Nachrichten – Es hilft darüber zu reden“
Die zitierte Psychologin empfiehlt, die traurigen Gefühle wegen all‘ der Schreckensnachrichten zuzulassen und sie mit anderen zu teilen, sie auf mehrere Schultern zu legen und darüber zu sprechen. Ein wenig: ‚Geteiltes Leid ist halbes Leid‘ ... Binsenweisheit – und deshalb nicht weniger richtig und wichtig, sie immer wieder zu hören und weiterzugeben.
Und ich will dazu setzen: Auch das Gespräch mit Gott, das Beten, das Klagen, das Loben und Singen helfen, wenn das Herz schwer wird und die Seele bangt.
Gottvertrauen und Zuversicht liegen in meinem Lebenskoffer. Diese unterstützen mich sicherlich beim Neustart nach den Ferien.
Und ebenfalls gut zu wissen, mit welchem biblischen Wort die erste Schul-Woche überschrieben ist: Im Wochenspruch aus dem 1. Petrusbrief steht ein Mutmachwort:
„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
Wie starten Sie nach den Ferien ins neue Schuljahr?
Hoffentlich helfen erlebte und erholsame Tage und Wochen, die Raum gegeben haben für‘s Faulsein, für’s Nichtstunmüssen, für den unverstellten Blick.
Haben Sie die Möglichkeit gehabt, neue Bilder zu tanken, die jetzt Herz und Seele erfreuen können – Nahrung für die dunkleren schwierigeren Tage, die uns auch wieder bevorstehen können?
Ich hoffe es für Sie und wünsche es Ihnen!
Hoffentlich helfen kollegiales Miteinander und gute Gemeinschaft an den Schulen, um Kraft zu haben für die Herausforderungen, für die Anliegen von den Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern.
Hoffentlich helfen Gespräche mit den Kolleg*innen, die den Religionsunterricht gestalten und als Schulseelsorger*innen gerne zur Verfügung stehen.
Hoffentlich helfen Fortbildungen und Unterstützungsangebote, auf die Sie im Schuldekanat, im religionspädagogischen Institut RPI, in der Medienstelle ARG treffen.
Hoffentlich hilft das alles, um gesund, zuversichtlich und hoffnungsvoll ins neue Schuljahr zu gehen.
Sie sind nicht allein unterwegs. Sie sind eingebunden in die Gemeinschaft derer, die auf Gottes verändernde Liebe setzt. Sie sind aufgehoben in einer Welt, die Vielfalt und Fülle bereithält, Sie sind hineingenommen in einen Frieden, der wahrhaftig unsere Vernunft übersteigt. Sie dürfen das glauben und darauf vertrauen.
Und Sie dürfen davon erzählen, kommunizieren – Sie dürfen diese gute Nachricht, das Evangelium, kommunizieren.
Dieses K ist dann auch eine wesentliche Antwort auf meine K-Fragen – ‚Kommunikation des Evangeliums‘. Damit die Botschaft von der unbedingten Liebe unter die Leute kommt, damit wir uns nicht nur schrecken lassen von den Weltnachrichten, vom weniger werden an Geld und Menschen, was unser kirchliches Leben angeht, sondern uns genährt wissen von der Quelle, die nicht versiegt.
Gottes stärkende Kraft und sein guter Segen werden uns die Phantasie für die rechten Worte und die nötigen Strukturen schenken. Frohes Kommunizieren!
Herzlich
gez. Christine Wolf
 
Alle Fortbildungsangebote und Informationen für das erste Schulhalbjahr 21/22 finden Sie in unserem Flyer, den Sie hier herunterladen können