Gemeinsam auf dem Weg

Bezirkssynode Südliche Kurpfalz tagt in Hockenheim

Verluste, Veränderungen und Verheißungen -
die Synodalen der 20 Kirchengemeinden der Südlichen Kurpfalz treffen sich
am 24.7.2021 in der Stadtkirche und Stadthalle Hockenheim

Wiedersehen an der Hockenheimer Kirche
Es klingt in der Stadtkirche Hockenheim - Singen unter der Maske und auf Abstand, aber endlich wieder "Gemeinsam unterwegs - Gott ist dabei".

Der Synodengottesdienst Samstag morgen in der Hockenheimer Kirche gestaltet vom Dekanatsteam und den  Vorsitzenden der Synode war auch dank Kantor Samuel Cho an der Orgel eine Ermutigung und tat der Seele gut.
"Wie schön es ist, sich wieder live und in 3 D zu sehen", das war zu hören beim Einchecken in die Kirche. Dann die Frage: Getestet, geimpft, genesen? - die Pandemie macht neue Abläufe notwendig, die  gut vorbereitet waren und alle machten gerne mit.

Welches Gepäck wirklich notwendig sein wird auf der Reise in die Zukunft? Der Koffer im Altarraum war ein gutes Symbol für diese Frage. Und angesichts der Flutkatastrophe auch beängstigend real. Beten für die Menschen im Katastrophengebiet, das war allen ein großes Anliegen.
Was braucht es zum Leben, zum Miteinander, welche Aufgabe hat Kirche in diesen besonderen Zeiten? Die Frage stand im Raum. Gott um seinen Beistand zu bitten - war im wahrsten Sinne des Wortes notwendig.
"Wir müssen miteinander reden" - erklärte Dekanin Annemarie Steinebrunner. "Um Menschen wirklich beistehen zu können und Veränderungen in Gang zu setzen, müssen wir viel und lange und immer wieder reden."
Kirche ist genau wie die Gesellschaft in einem Änderungsprozess. Bei knapper werdenden Ressourcen wird es auf Zusammenarbeit in überschaubaren Regionen ankommen. Diese Entscheidungen treffen wir gemeinsam, versprach Dekanin Steinebrunner.
 
Vorsitzender Michael Dahlinger eröffnete die Synodensitzung in der Kirche und danach begann eine Gruppenphase in Stadthalle und Kirche. 

Die einzelnen Gemeinden wurden vom stellv. Vorsitzenden Dr. Holger Lehmann gebeten, sich wie Puzzleteile auf dem Vorplatz der Kirche in Regionen zusammenzufinden. Gleich gepostet auf Instagram von Pfarrer Heck. Die Zeit in der Pandemie hat viele gelehrt in den sozialen Medien ebenso präsent zu sein wie vor Ort.
 
  

Die anschliessenden Gruppenarbeiten in Regionen wurden genutzt, um sich die Ergebnisse von Auswertungen jeder Gemeinde anzuschauen und zu besprechen.
Verluste vor Ort durch die Pandemie, Veränderungen, die bereits stattgefunden haben und vor allem Verheißungen. Was hat Mut gemacht für den Weg in die Zukunft?

Der Vorsitzende der Synode Michael Dahlinger dankte den Moderator:innen der Arbeitsgruppen beim gemeinsamen Plenum und dem Impulsgeber für den Vortrag in der Stadthalle.
Prälat Traugott Schächtele wurde bei diesem ersten Schritt in die gemeinsame Zukunft gebeten, geistliche Worte für den Veränderungsprozess zu finden. Sieben Reiseutensilien gab er der Evangelischen Kirche Südliche Kurpfalz mit auf den Weg. Schächtele zeigte sich beeindruckt, dass die Fragen vor Ort auch den ganz persönlichen Bereich eines jeden Ältesten mit einbezogen hatten.
 
"Unsere private Alltagsgestaltung, unser berufliches Handeln und unser ehrenamtliches Engagement sind untrennbar ineinander verwoben. Kirche und Welt waren in den Coronazeiten mit einem Male in unserem Wohn- oder Arbeitszimmer präsent. Die Räume unseres Agierens sind nicht mehr voneinander zu trennen. Und dies unter Bedingungen, die uns klar machen: Wir bewegen uns in einem Umfeld der Veränderung vor denen es kein Entrinnen gibt."

Es gelte eben nicht abzuwarten und Tee zu trinken, sondern den Stier bei den Hörnern zu packen. Schächtele zitierte das abgewandelte Wort Erich Frieds.
Wer will, dass die Kirche bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt.

Kirchliche Detektivarbeit und kirchliche Zukunftsforschung - Gottesgabe und Menschenbeitrag

Mithilfe der sieben Begriffe Umbruch, Transformation, Präsenzen, Sozialraum, Netzwerke, Ressourcen und Zielfoto beschrieb Schächtele eindrucksvoll die Diskussionen um eine sich verändernde Kirche.
 
"Wir müssen danach Ausschau halten, wo wir die Puzzlestücke dieses Zielfotos finden. Ein paar Puzzleteile fallen mir ein: Unsere Gottesebenbildlichkeit. Unsere Sehnsucht und unser Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Und dann ruhig auch noch ein paar Klassiker: Nächstenliebe. Und Feindesliebe. Barmherzigkeit als Zuwendung, die sich nicht rechnet. Die Torheit, die Narreteien dieser Welt als Weisheit bei Gott.
 
Wir haben also durchaus eine Fülle von Material, mit dem wir uns auf den Weg machen können. Überraschend wird sein, welche Bilder da neu entstehen. Bestimmt gibt es nicht nur ein Zielfoto. Sondern ein ganzes Fotoalbum. Gewissermaßen als Beiheft zum Quellenband kirchlichen Handelns und kirchlicher Selbstvergewisserung: der Bibel!"
Prälat Schächtele ist sich sicher.
"Die Menschen in der Kirche sind für die Form zuständig. Das, womit sich diese Form füllt, wird aber geschenkt. Gottesgabe und Menschenbeitrag gewissermaßen! Eine Arbeitsteilung zu  Gunsten der Menschen. Gott wird’s an seinem Segen nicht fehlen lassen. "

 
Dekanin Annemarie Steinebrunner erklärte der Bezirkssynode die nächsten Schritte, die der Bezirkskirchenrat beschlossen hat.  Nach Vorlage der Zahlen durch die Landeskirche werde eine Strategiegruppe des Kirchenbezirks zusammen mit den Regionen eine Planung erarbeiten, wie Ressourcen bis 2032 verteilt werden. In den nächsten beiden Jahren 2022 und 2023 besucht der Bezirk deshalb bei regionalen Visitationen alle vier Regionen, um den landeskirchlichen Prozess und die bezirklichen Abläufe zu koordinieren.

Nach einem Bericht aus einem Kirchemkompassprojekt im Kirchenbezirk -
 
der Psychologischen Beratungsstelle für Erziehungs- Partnerschafts- und Lebensfragen Neckargmünd und Leimen durch Psychologe Stefan Joos endete die Synode mit einem Reisesegen.

 

Gesegnet sei dein Weg
über Straßen und Steg
In Frieden Gotte du fahr
der Heilig Geist dich bewahr.
Gott halte über dir die Hände
alles Übel von dir wende.
Der Engel Gottes sich geleite,
er steh dir allezeit zur Seite.

Tobiassegen aus dem 12. Jahrhundert





Elke Piechatzek
Datei zum Downloaden


Kontakt

Elke Piechatzek

Diakonin/ Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising

Michael Dahlinger

Pfarrer in Hockenheim - Koordination Notfallseelsorge