Tauffest am Blausee am 20.9.2020

 

Mit Gästelisten vorab, Mund-Nase-Bedeckung und genügend Abstand, der auf dem großzügigen Gelände am Blausee kein Problem darstellte, nahmen es die Beteiligten in Angriff. Angesichts der Menschenmenge, die auf das Gelände strömte, geriet Altlußheims Bürgermeister Uwe Grempels kurz ins Grübeln, aber vom Rettungsturm aus betrachtet, sah alles sehr geordnet aus. Die Gottesdienstbesucher waren auch alle sehr bemüht, die vorgeschriebenen Regularien einzuhalten, und trotz allem herrschte eine fröhliche und zuversichtliche Stimmung.
Die Pfarrerinnen Eva Leonhardt aus Reilingen und Katharina Garben aus Neulußheim begrüßten ihre Schäfchen ebenso wie Altlußheims Pfarrer Matthias Zaiss und der Gemeindediakon Jascha Richter. In drei Blöcken waren die Gottesdienstbesucher und Tauffamilien in ihre jeweiligen Wohnorte getrennt. Ehrenamtliche Helfer standen schon am Eingang bereit und halfen, dass jeder seinen Platz fand. Mit den Namensschildern der Täuflinge, die an Bank- und Stuhlreihen angebracht waren, sah jeder die gute und langfristige Organisation. Dieter Rüttinger und sein Team sorgten dafür, dass alle Headsets funktionierten, so dass die Pfarrer gut zu verstehen waren und auch die musikalische Begleitung bestens funktionierte.

Jesus rettet seine Jünger

Nach einem langen Tag war Jesus erschöpft und wollte mit seinen Jüngern in einem Boot über den See fahren. Jesus legte sich ins Boot und schlief ein, während seine Jünger (gespielt von einigen Kindern und Gemeindediakon Jascha Richter) über den See ruderten. Mitten auf der Überfahrt kam ein Sturm und das Boot drohte unterzugehen. Die Jünger weckten Jesus und er rief in den Sturm, er solle sich beruhigen. Tatsächlich hörte der Sturm auf und die Jünger konnten es kaum fassen. Wie gut, dass sie sich auf Jesus verlassen konnten.
Als Überleitung spielten Gerhard Müller und Benjamin Wolf (Trompete) „Bridge over troubled water“. Pfarrerin Eva Leonhardt nahm den Faden der Geschichte auf. Es gab verschiedene Symbole, einen Anker, ein Tau und eine Schwimmweste. Der Anker war für Eva Leonhardt das Symbol für den Glauben. Die Schwimmweste hielt Katharina Garben für das elementare Teil. Denn sollte es stürmisch werden, kann der Glaube durchaus die Rettung sein und die Taufe gibt den Anfang.
Diakon Jascha Richter stieg auch in das schwankende Schiff ein. Für ihn bedeutet Gott ein rettendes Tau, wenn niemand in Sicht scheint, der helfen kann. Matthias Zaiss hört die Hilferufe aus der ganzen Welt, aus Katastrophengebieten ebenso wie bei Mitmenschen, die womöglich in depressiven Phasen stecken. „Ich bin froh, dass ich meinen Glauben habe, in vielen Situationen war es wichtig zu wissen, dass Jesus an meiner Seite war“, erzählt er den Gottesdienstbesuchern. Mit der Zusage Jesu: „Ich werde immer bei euch sein und euch nie mehr verlassen“, fasste er die Wichtigkeit der Taufe am Ende zusammen. Klavier und Trompete intonierten „Put your Hand“.
Es kam die Tauf- und Patenfrage, ob die Familien den Täufling schützen und leiten werden und nach dem gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis war es dann so weit. Die ehrenamtlichen Helfer aus den Kirchengemeinderäten und den Gemeinden holten die Tauffamilien ans Wasser. Schuhe wurden ausgezogen und Hosenbeine hochgekrempelt. Eva Leonhardt, Katharina Garben, Matthias Zaiss und Jascha Richter bezogen ihre Stellungen im knietiefen Wasser. Dank des breiten Sandstrandes war der Abstand wiederum kein Problem.

Urkunde und Kerzen

Seewasser wurde in Taufkrüge gefüllt und die Mädchen und Jungen wurden in die Kirchengemeinde aufgenommen. Einige waren schon etwas älter und konnten selbst ins Wasser laufen, die Babys fühlten sich in den Armen der Taufpaten sehr wohl. Es herrschte eine wunderschöne Stimmung, die sich so wohl nicht in geschlossenen Räumen erreichen lassen würde. Die Taufzeremonie wurde musikalisch von Gerhard Müller am Klavier und gesanglich von Lea Hoffmann begleitet.
Als alle wieder auf ihren Plätzen angekommen waren, wurde als Abschluss das Vaterunser gebetet und noch einige Bekanntmachungen verlesen. Die Eltern konnten sich Taufurkunden und Taufkerzen abholen und jede Familie brach zu ihrem Familienfest auf, einige blieben gleich zum Picknick am Blausee. Ein großartiger und familiärer Gottesdienst war den Initiatoren gelungen und da die Besucher alle sehr diszipliniert waren, dürfte auch im Hinblick auf Corona nichts schiefgegangen sein.