Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
für mich heißt freie Sommer-Zeit, dass ich ausgiebig am Morgen die Zeitung lesen kann, mit heißer Tasse Kaffee und knusprigem Marmeladenbrötchen, am besten selbst eingekocht aus den Früchten des Gartens. Mmmh!...
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
für mich heißt freie Sommer-Zeit, dass ich ausgiebig am Morgen die Zeitung lesen kann, mit heißer Tasse Kaffee und knusprigem Marmeladenbrötchen, am besten selbst eingekocht aus den Früchten des Gartens. Mmmh!...

Kann das wahr sein? – so frage ich mich.
Müssen wirklich Mitarbeitende der Rettungsdienste, der Feuerwehren, der Schwimmbäder sich fürchten?
Müssen sie wirklich Bedrohungen durch unliebsame Zeitgenossen aushalten?
Kann das wahr sein? Glauben will ich das nicht, allein die Häufigkeit der Nachrichten überzeugt mich dann doch.
Und frage weiter, warum wir mit der Eintrittskarte unser Mit-Mensch-sein an der Garderobe abgeben, warum wir pöbeln, wenn Sanitäter Verletzten helfen wollen, warum wir uns aufregen, wenn Feuerwehrzüge die Straßen versperren.
Sehen wir den Dienst dahinter nicht mehr? Sehen wir nicht mehr, dass hier der Gemeinschaft geholfen wird? Zählen wirklich nur der und die Einzelne und seine und ihre Bedürfnisse? Glauben will ich das nicht.
Und will mich dafür einsetzen, dass das hoffentlich nur die Wirklichkeit eines Sommers bleibt.
Erste Schritte: Mit unseren Schülerinnen und Schülern genau über diese Schlagzeilen ins Gespräch kommen. Mit ihnen zu diskutieren, zu streiten, zu überlegen, warum und wieso es andere Wege des Miteinanders geben soll und geben kann.
„Die Kraft der Freundlichkeit“ tituliert eine Wochenzeitung ihre Sommerausgabe. (Quelle: Die ZEIT 15.8.19)
Sicher ein bedenkenswerter Ansatz und den Versuch wert: Schenken Sie Ihrem Gegenüber ein Lächeln – es wird nicht vergebens sein. So einfach?
Ja, vielleicht so einfach – lassen Sie’s darauf ankommen.
Oder doch die ver-rückte Aufforderung Jesu: „Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dann biete die andere auch dar.“ (Mt 5,39)
Das Ergebnis dieses Versuchs wird wahrscheinlich nicht so aussehen, dass wir nur noch liebenswürdig sind, aber die Möglichkeit, mit meinem ersten anderen Schritt etwas mehr Höflichkeit und Anteilnahme zu zeigen und einen weiten Raum zu eröffnen, den will ich mir nicht nehmen lassen.
Und träumen kann ich dann, dass in einer nahen Zukunft die Schlagzeilen so lauten:

Einen guten Anfang und freundliche und wertschätzende Begegnungen mit den Kolleginnen und den Kollegen und den Kindern und Jugendlichen.
Herzlich,
gez. Christine Wolf