Einladende Gemeinde sein – und wie!?

Workshoptag in Neulußheim am 16.2.2019

„Ich habe viele neue Ideen mitbekommen. Die Workshops waren sehr intensiv. Die Gespräche waren sehr gut...."
Zitate und Gedanken vom Workshoptag

Workshoptag, Samstag, 16.02.2019, Neulussheim, 9-13 Uhr

Einladende Gemeinde sein – und wie!?

Einzelne Zitate:

„Ich habe viele neue Ideen mitbekommen. Die Workshops waren sehr intensiv. Die Gespräche waren sehr gut. Leider konnte man manches nur anreißen, da die Zeit immer zu knapp war ... Es war eine gute Mischung zwischen Information, Austausch und Entwickeln von Ideen. Gut, dass so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gemeinden unseres Bezirkes da waren. Man konnte sich gut austauschen. Der Zeitrahmen war sehr gut: Intensiver Vormittag und der Nachmittag ist frei für Privates.“

 

Text:

Nach Luthers Morgensegen, dem Lied „Wenn die Sonne jeden Tag…“. und einer kurzen Einführung über das Projekt „einladende Gemeinde“ durch Gemeindediakonin Jutta Reick ging es auch schon los für die 37 TeilnehmerInnen des Workshoptages. Fast alle Gemeinden waren aus dem Kirchenbezirk vertreten - ein schönes Zeichen. Vier Workshops waren im Angebot, zwei davon konnte jeder und jede belegen. Es wurde viel erzählt, erklärt, erarbeitet, miteinander diskutiert. In Einzelarbeit oder auch Gruppenarbeit kamen unterschiedliche Themen und Ideen für die eigene Gemeindearbeit heraus. In der Pause zwischen den Workshops wurde bei Kaffee und süßen und salzigen Teilchen weiter gesprochen und sich ausgetauscht.

Der große Dank ging in der Abschlussrunde an die Moderierenden Monika Hautzinger, Nicole Schally, Dr. Silke Obenauer, Detlev Meyer-Düttingdorf und Bernhard Beier-Spiegler, die in den kurzen Workshopphasen von 1,5 Stunden ihre Themen gut aufbereitet und die Mitarbeitenden sehr gut mitgenommen hatten.

Ebenso dankte Jutta Reick der Neulussheimer Kirchengemeinde, die ihr schönes, offenes Gemeindehaus zur Verfügung stellten. Es hätte für diese Veranstaltung sogar noch etwas größer sein können. Das ist doch auch ein schönes Zeichen.

Die Pizza am Ende des intensiven Vormittages stillte schließlich noch den Hunger und die Gespräche nahmen kein Ende. Gegen halb zwei Uhr gingen alle erfüllt mit vielen neuen Anregungen, Gedanken, Geschichten und Ideen nach Hause. Eine Teilnehmerin sagte beim Abschied: „So ein Format ist gut und sollte mal wieder angeboten werden.“ Na dann…

 

 

Splitter aus den einzelnen Workshops:

 

Workshop 1: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen“(Mt 25,35)

  • Angst vor dem Fremden – Fremd sein, was bedeutet das? Woher kommt die Angst vor dem Fremdsein?
  • Aufgabe und Wahrnehmen der eigenen Migrationshintergründe. Woher komme ich, meine Eltern? Warum bin ich hier?
  • Verschiedene Arten von Migration (Kriegsflüchtlinge, sozial Not, politische Gründe, Berufsgründe, Familiengründe, etc.) werden angesprochen
 

Workshop 2: Gastfreundlich Gottesdienst feiern

  • Menschen haben ganz verschiedene Bedürfnisse, wenn sie eine Kirche / einen Gottesdienst betreten. Anhand von kurzen Situationsbeschreibungen wurden diese Bedürfnisse aufgezeichnet und ins Gespräch gebracht.
  • In Kleingruppen wurde über die Willkommenskultur“ bei unseren normalen Tauf- und Sonntagsgottesdiensten diskutiert.

 

Workshop 3: „Kirche aus dem Häuschen“ – Aktionen außerhalb kirchlicher Gebäude

  • Wie offen darf / kann Kirche sein, ohne sich zu verleugnen?
  • Wer ergreift bei neuen Angeboten die Initiative?
  • Idee des Adventskoffers, der sich tageweise auf die Reise durch Familien macht.
  • Fresh X- Ursprung in England – neue Formen von Kirche
  • Bei uns in der badischen Landeskirche funktioniert die traditionelle „Gemeindearbeit“ eigentlich noch gut. Der Druck, etwas zu ändern, ist noch nicht so deutlich zu spüren

Arbeitsphase: wofür brennt mein Herz? Mit wem und wie kann ich es umsetzen?

  • Funktionierende neue Gemeindeideen werden erzählt.

 

Workshop 4: Ehrenamtliche neu gewinnen

  • Studien zur Ehrenamtstätigkeit werden vorgestellt. Z.B. sind 43% aller Befragten engagieren sich irgendwie, irgendwo ehrenamtlich (Umfrage war noch vor der großen Flüchtlingswelle)
  • unter den Protestanten sind es sogar 48%, die sich ehrenamtlich engagieren, sei es in der Kirche und / oder anderswo
  • Es wird diskutiert, ob es auch so wahrgenommen wird, dass sich, wie eine Studie es behauptet, gerade Männer im Alter zwischen 35-45 gut für eine ehrenamtliche Tätigkeit, oder sogar für das Ältestenamt, engagieren lassen. Unterschiedliche Erfahrungen werden dazu ausgetauscht.
 

 

 

Autor / Autorin
Jutta Reick
Diakonin in Wiesloch