Wortspiele aus gutem Grund -

Rainer Oberthür beim Ökumenischen Religionspädagogischen Tag in Schwetzingen

"Eine gute Tradition wird hier gepflegt" mit den Jahresversammlungen der Religionslehrer*innen beider Konfessionen der Region, sagt Rainer Oberthür zur Eröffnung seines Vortrag. "Es ist schön, wie viele hierher gekommen sind."

Schulamtsdirektor Frank Schäfer

stellvertretende Schulamtsleiter des staatlichen Schulamtes Mannheim

Rainer Oberthür
stellv. Leiter des Katechetischen Instituts des Bistums Aachen
Referenten der Evangelischen Schüler*innen Arbeit
und der Fachstelle Jugendarbeit und Schule der Erzdiözese Freiburg
stellen sich vor.
Schuldekanin Christine Wolf ( Evangelischer Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz) und Schuldekan Bernard Sauer ( Katholisches Dekanat Wiesloch) freuten sich ebenfalls über die rund 80 Teilnehmenden beim Ökumenischen Religionspädagogischen Tag im Josefshaus Schwetzingen bei ihrer Begrüßung. Mit einem Morgenlob begann die Veranstaltung, bei der auch Schulamtsdirektor Frank Schäfer wie "jedes Jahr" nicht fehlen wollte.
Beide Schuldekane seien pragmatische, verlässliche Partner in Sachen Religionsunterricht für das Schulamt, betonte Schuldamtsdirektor Frank Schäfer bei seinem Grußwort. Er berichtete außerdem von vermehrten Vergleichsarbeiten, vor allem in den Leistungsfächern Mathe, Deutsch und Englisch, die evidenzortiert nach Ergebnissen fragen. Er bedauerte auch, dass diese Fächer so oft in den Mittelpunkt der Frage nach Qualität von Schule geraten. Schule  sei mehr als Leistungsorientierung und Religionsunterricht spiele dabei eine tragende Rolle. Er dankte den anwesenden Religionslehrer*innen für ihren Einsatz, weil es Menschen seien, die "gute Schule" machen.
 
Der Hauptredner des Religionspädagogischen Tages  überzeugte von Anfang an mit seinen Wortspielen, die alle Teilnehmenden in den Bann zog. Ob er Teile seines Buches vorlas, oder interessiert nachfragte oder die Ergebnisse seines Dialogs mit den Teilnehmenden schmunzelnd zur Kenntnis nahm, um weiter an seinem Vortrag zu stricken; immer
wurde deutlich: Rainer Oberthür ist ein Wortakrobat mit Liebe zum Detail.
Die Untertitel seiner Bücher, die er den Anwesenden vorstellte, machen deutlich, wie er Lehrer Sein versteht.
"Gedankenspiele über Gott und die Welt. Große Fragen, Nachdenken und Staunen."
Rainer Oberthür personifiziert den fragenden Menschen, der detailverliebt nach Begriffen sucht und einer Einordnung der Tatsachen, ohne zu werten, um der Frage nach dem Sinn des Lebens auf den Grund zu kommen.  Und da bleibt er die Antwort auch nicht schuldig. Er ist überzeugt, dass Gott diese Welt umhüllt und es seine Liebe gibt, die wachsen will.
Nur so kann es gelingen, ein Buch über den Anfang von allem zu schreiben, das den Urknall der biblischen Geschichte gegenüberstellt und den Lesenden offen lässt, an welcher Stelle sie einsteigen und wieder aussteigen.
Unterricht beginnt bei ihm damit, Schüler*innen Fragen stellen zu lassen und Ihnen dann Geschichten anzubieten, die wortgewandt daher kommen und sicher nicht plakativ sind im Werten oder Bewerten.
"Was wäre eine Welt ohne Fragen ? "  Für Rainer Oberthür steht fest, wir können die Schulen dicht machen, wenn wir aufhören zu fragen.
"Auch Naturwissenschaftler erzählen Storys und gebrauchen Bilder für ihre Erkenntnisse",  davon ist Oberthür überzeugt.
Und er rät den Glaubenden, sich den Fragen der Naturwissenschaft zu stellen, um religiöse Antworten auf der Suche nach dem Grund des Lebens geben zu können. Oberthür ist überzeugt davon, dass Gott Liebe will, die sich ausbreitet. Das ist für ihn die glaubende Antwort auf das Geheimnis der Schöpfung, vom Anfang. Und er versteht es glänzend, dieses Geheimnis auch den naturwissenschaftlichen Thesen über die Entstehung der Welt einzuhauchen, indem er Bilder entwirft, Begriffe findet, Fragen aufnimmt und sie zu Gedankenspielen formt, die niemanden einengen sondern mitnehmen auf eine Reise des Lernens.
Ob seine Bücher nicht zu schwer seien für die Kinder und Jugendlichen, werde er oft gefragt.  Und Oberthür ist überzeugt. Wenn wir Kindern genug Raum für ihre Bilder und  Phantasie geben und sie einladen ein und auszusteigen, wo sie wollen, dann werden sie ihre Antworten auf ihre Lebenfragen finden.
Schule als Lernort ist wohl tatsächlich mehr als Deutsch, Mathematik und Englisch. Das wurde deutlich beim Religionspädagogischen Tag in Schwetzingen.
Autor / Autorin
Elke Piechatzek
Diakonin/ Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising