Himmlische Berufe

Gemeindediakonin Carmen Foos informiert Schulabgänger über Berufe in der evangelischen Kirche, die "himmlischen Berufe"

Elke Piechatzek fragt nach im Interview:

Elke Piechatzek (EP): Sie haben von der Landeskirche Baden einen Zusatzauftrag erhalten im Rahmen des Projektes „Himmlische Berufe“. Was genau ist ihre Aufgabe und wer arbeitet da noch mit?

Carmen Foos (CF):  Die Landeskirche möchte 75 % aller evangelischen Schülerinnen und Schüler in den Kirchenbezirken erreichen mit Informationen zum Berufsbild Pfarrer*in und Gemeindediakon*in.
Gemeindediakon Daniel Paulus koordiniert die Aktionen dazu in den Regionen. Die Landeskirche zeigt ihre Präsenz bei Bildungsmessen und veranstaltet selbst Infotagungen zu den beiden Berufsbildern. In den Kirchenbezirken gibt es nun Beauftragte, die dort in den Oberstufen der Gymnasien Schüler*innen im Rahmen des Religionsunterrichtes oder bei Projekten informieren sollen.

EP: Himmlische Berufe. Ist das so? Sind das besondere Arbeitsfelder? 
  Welche Erfahrungen haben Sie?

CF: Was jeder einzelne unter „himmlisch“ versteht, ist glaube ich, sehr unterschiedlich. Für mich ist es auf jeden Fall ein „himmlischer“ Beruf. Ich schätze vor allem die Vielfältigkeit meines Berufs: Ich bin als Liturgin in Familien- und Kindergottesdiensten tätig, als Gruppenleiterin bei der Konfirmandenarbeit  oder beim Jugendtreff, als Eventmanagerin bei Ausflügen, Freizeiten und Gemeindefesten, als Anleiterin und Begleiterin der Ehrenamtlichen,  als Religionslehrerin in der Schule als Frühpädagogin im Kindergarten und als Mitbestimmerin im Kirchengemeinderat und in Ausschüssen. Mein Arbeitsfeld – und auch das von Pfarrer*innen – ist weitgestreut. Wir sind ausgebildet, um Menschen in allen Lebenslagen und -jahren zu begleiten. Wir arbeiten meist im Team und können uns dort ganz nach unseren Begabungen und Fähigkeiten einbringen. Ich denke daher, dass mir mein Beruf nie langweilig wird, da ich immer wieder Neues ausprobieren und eigene Schwerpunkte setzen kann. – Hört sich doch „himmlisch“ an, oder?

EP: Manager Posaune Hirte: Wie kam es zu diesem Logo und den Begriffen?

CF: Das werde ich oft gefragt! Der Begriff soll die Tätigkeitsfelder unserer Berufe verdeutlichen: „Manager“ steht dafür, eine Gemeinde zu leiten, Angebote und Projekte anzubieten und die ehrenamtlichen Mitarbeitenden dafür zu gewinnen und zu begleiten. „Posaune“ symbolisiert die Verkündigung von Gottes Wort – sei das nun im Gottesdienst, im Religionsunterricht oder in der Gemeindearbeit. Das Bild des „Hirten“ ist ein biblisches: Als Gemeindediakon*in bzw. Pfarrer*in sind wir für „unsere Schäfchen“, für die Gemeinde da – als Ansprechpartner, Seelsorger, Gruppenleiter usw.

EP: Was genau tun Sie in den Schulen dann vor Ort?

CF: Zunächst einmal möchte ich von den Schüler*innen erfahren, welche Vorstellungen von und Fragen zu den Berufsbildern sie haben, damit ich weiß, wo ich ansetzen kann. Anhand von Filmclips und meinen eigenen beruflichen Erfahrungen gebe ich ihnen Einblick in den facettenreichen Arbeitsalltag von Gemeindediakon*innen und Pfarrer*innen. Ich stelle ihnen die beiden Ausbildungswege vor, d.h. Studieninhalte, Studiendauer, Abschlüsse und Studienorte.  Zudem mache ich sie auf Infotage aufmerksam und habe Info-Flyer und –Prospekte dabei . Anschließend besteht dann auch die Möglichkeit zur individuellen Beratung bei einem persönlichen Gespräch.

EP Wo gibt es genauere Informationen?

Carmen: Online kann man sich näher über die Berufsbilder und die Ausbildung informieren: www.himmlischeberufe.de oder auf der Facebookseite.

EP: Was wäre ihr Wunsch in der Projektzeit?

Carmen: Ich wünsche mir, dass die jungen Leute, denen ich in der Schule begegne, das Arbeitsfeld „Kirche“ bewusst(er) wahrnehmen und erkennen, dass unsere Berufe abwechslungsreich und vielfältig, kreativ und erfüllend sind und man je nach seinen Begabungen und Interessen Schwerpunkte setzen kann.

Danke für das Gespräch.

Autor / Autorin
Elke Piechatzek
Diakonin/ Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising