Herbstsynode 2017
Diskussion zum Bildungsgesamtplan der badischen Landeskirche
Bildung als Fortentwicklung der Gesellschaft
Einleitend zum Hauptinhalt der Tagung führte Schuldekanin Christine Wolf in die Entwicklung der Bildungsplanung der Kirche ein. „Schon seit der Reformation haben Luther und Melanchthon den Bildungsgedanken im Fokus gehabt. Dieser Auftrag ist heute aktueller denn je“, so die Dekanin, die im Kirchenbezirk für die Schularbeit zuständig ist. Sie leitete über zum Hauptreferenten Dr. Uwe Hauser, Direktor des Religionspädagogischen Instituts und Hauptkoordinator des Bildungsplans für die Weiterbildungsarbeit für und mit den knapp 700 Gemeinden und 24 Kirchenbezirken in Baden. „Der Plan ist kein sozialistischer Fünfjahresplan, sondern soll Auskunft darüber geben, wie die Landeskirche Bildung versteht, wo Herausforderungen entstehen und wie damit umgegangen werden kann“, erläuterte Hauser den 63-seitigen Leitfaden. Dabei seien die Herausforderungen seit der letztmaligen Auflage aus dem Jahr 2009 durchaus vielfältiger und verschiedener geworden, wobei immer auch Raum bleibe, auf lokaler Ebene weitere Ergänzungen in der Arbeit mit Bildung aufzunehmen: „Ich freue mich, dass auch in der Südlichen Kurpfalz mit den vielfältigen Strukturen weitere Schwerpunkte im Rahmen ihres Kirchenkompass-Orientierungsprozesses bestehen: Das ergänzt unser Gesamtbild“, so Hauser. Er schilderte für die dann folgende intensive Diskussion der Synodalen die Herausforderungen für die evangelische Kirche beim öffentlichen Bildungswesen, in der Pluralisierung der Gesellschaft, bei Migration und Armut, in Demografie und Inklusion neben vielen weiteren Bereichen. „Unser Bildungswesen ändert sich rasend schnell – alles wird pluraler“, so der Referent, und die Schwierigkeit sei es, entsprechend der Zielgruppen die Ansprache schnell zu ändern. Seine These, dass durch die Taufe ein neuer Mensch entstehe mit dem Zielbild, Jesus Christus zu entsprechen, mache die Vielfältigkeit in der Gesellschaft nicht leichter. Die Arbeit in Kindergärten, im Religions- und im Konfirmationsunterricht müsse sich den gesellschaftlichen Herausforderungen in der Schnelligkeit stellen.
Bildung vor Ort im Kirchenbezirk
In den evangelischen Kirchen der Region sind diese Herausforderungen schon angekommen: Das zeigten die anschließenden Diskussionen in den 8 verschiedenen workshops. Beim Projekts des Kirchenbezirks zur religionspädagogischen Profilierung in Kindertagesstätten wird wahrgenommen, dass kirchliche Ausrichtung von Eltern bewusst gewählt wird und damit ein Bildungsauftrag an die Kinderarbeit besteht. Im Religionsunterricht an den Schulen der Region steht längst nicht mehr das Auswendiglernen von Kirchenliedern: Teilweise wird ‚Reli‘ häufig abgewählt wegen eines vermeintlich altbackenen Eindrucks. Provokante Fragen stellten sich bei der Ausbildung von Menschen zur Weitergabe der Religiosität in Schule und Ausbildung oder der Umgang mit der derzeit kaum in der öffentlichen Wahrnehmung stattfindenden Inklusion von behinderten Menschen. Migration und Armut, aber auch die Erwartungen an die Erwachsenenbildung zeigten die Schwierigkeiten bei der Ansprache der weiten Teilbereiche der heutigen Gesellschaft. „Eine Dokumentation unserer Diskussionen in den workshops gibt es nicht: nehmen Sie die Ergebnisse und Eindrücke aber direkt mit in Ihre Kirchengemeinde und arbeiten Sie weiter an der Bildung vor Ort“, so die Aufforderung des Leiters der Synode, Pfarrer Detlev Schilling, nach einer sehr intensiven, zum Teil kontrovers geführten Debatte.
Ehrungen für langjährigen Einsatz
Bei der Synode wurde ebenso der ehrenamtliche Einsatz von Menschen geehrt, die sich wesentlich für die Arbeit im Kirchenbezirk eingesetzt haben.
Ehrungen
Der Kirchenbezirk dankt ehrenamtlich Mitarbeitenden für ihren langjährigen Dienst in der bezirklichen Arbeit. Ihnen wird eine Dankesurkunde des Kirchenbezirks und die Goldene Ehrennadel der Landeskirche überreicht.
Von den zu Ehrenden waren anwesend und wurden geehrt:
für über 12 Jahre Dienst als Prädikant, als Prädikantin
Frau Dr. Adelheid von Hauff aus Schwetzingen. Sie ist seit 1982 in der Verkündigung tätig, zunächst als Lektorin, dann als Prädikantin. Außerdem ist sie seit 2002 Mitglied der Bezirkssynode und des Bezirkskirchenrats
Herr Michael Rauchholz aus Altlußheim ist seit 1997 Prädikant, außerdem ist er, mit einer Unterbrechung, seit 1996 Mitglied der Bezirkssynode
Herr Prof. Dr. Wolfgang Werner aus St. Leon-Rot seit 1996
für über 18 Jahre Mitgliedschaft in der Synode:
Herr Theo Kraus aus Hockenheim ist seit 1984 Bezirkssynodaler
Herr Wolfgang Krauth aus Leimen, mit Unterbrechung, seit 1984
Frau Christiane Pfeffer-Reinig aus Leimen, mit Unterbrechung, seit 1992
Frau Christa Muellerpoths aus Brühl seit 1996,
Herr Heinz-Otto Zilch aus Mühlhausen seit 1998
für über 12 Jahre Mitarbeit im Bezirkskirchenrat:
Herr Helmut Kühnle aus Wiesloch, er ist seit 2002 im Bezirkskirchenrat.
Unterstützung bekommt die evangelische Bezirksjugend durch Corinna Bauder. Jutta Reick, Gemeindediakonin der Wieslocher Petrusgemeinde, wird sich in einer zusätzlichen Projektstelle im Kirchenbezirk als Koordinatorin für Formen der „Einladenden Gemeinde“ einsetzen.




