Mit Segen und stabilem Haushalt

Die Bezirkssynode feiert Gottesdienst mit Segnung des Bezirkskirchenrates und beschliesst den Doppelhaushalt 2026/27

  
Die Bezirkssynode Südliche Kurpfalz hat in Sandhausen einen Doppelhaushalt für 2026 und 2027 beschlossen – zum ersten Mal geleitet von ihrem neu gewählten Vorsitzenden Dr. Holger Lehmann. Zuvor wurde im Gottesdienst in der Christuskirche der Bezirkskirchenrat gesegnet.

Gottesdienst und Segen
Der Gottesdienst zu Beginn stand auch im Zeichen des Dankes: Walter Funk und Dr. Thomas Schütt wurde für ihre langjährige Arbeit im Bezirkskirchenrat gedankt. Bezirkskantor Paul Hafner begleitete den Gottesdienst an Orgel und Klavier, die Synodalen sangen mit – eine Stimmung, die noch nachwirkte, als der Bezirkskirchenrat im Anschluss gesegnet wurde.
In ihrer Predigt griff Dekanin Katharina Treptow-Garben ein Zitat von Anaïs Nin auf: „Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern wie wir sind." Es sei heute üblich geworden, über andere zu urteilen und sie herabzusetzen, um selbst besser dazustehen, so Treptow-Garben – ein Verhalten, das sie leider auch in der Politik oft beobachte. Umso wichtiger sei Demokratie, die vom Zuhören lebe statt vom gegenseitigen Herabsetzen.
Von dort aus lenkte sie den Blick auf die Heilung des Blinden durch Jesus, wobei sie augenzwinkernd gestand, ihr leuchte bis heute nicht ein, warum Jesus dafür auf den Boden spucken musste. Über den Blinden würde auch geurteilt, die Umstehenden fragten Jesus wer schuld sei an seiner Erblindung, er oder seine Eltern. Die Schuldfrage interessiere Jesus aber gar nicht – ein Trost gerade für Eltern kranker Kinder, die nicht immer ein Wunder erleben. Das sei das, was für sie diese Geschichte so leuchten liesse. Jesus handelt und tut Wunder. Er beurteilt nicht, er schaut hin und bleibt zugewandt. 
  
Doppelhaushalt mit gleichbleibender Bezirksumlage
Grundlage für die Abstimmung war die gewohnte Kurzfassung des Haushaltes, die Walter Funk vorstellte – ein Format, das er selbst entwickelt hatte und nun zum letzten Mal präsentierte. Die Synode nutzte die Gelegenheit für einige Nachfragen.
Simone Heitz vom Verwaltungs- und Serviceamt erklärte Einnahmen, Ausgaben und die vorhandenen Rücklagen. Der Kirchenbezirk, so machte sie deutlich, wird die Bezirksumlage für die Gemeinden nicht erhöhen, sondern zunächst auf Rücklagen zurückgreifen. Der Haushalt wurde mit den Volumen – 630.220 Euro für 2026 und 612.650 Euro für 2027 – mit zwei Enthaltungen verabschiedet.
Simone Heitz berichtete außerdem von der Zusammenlegung der Verwaltungszentren in Nordbaden zum Dienstleistungszentrum Nord, was zu einer Angleichung der Verwaltungsgebühren führe.

In den Verwaltungsrat einstimmig berufen wurden Wolfgang Krauth und Iris Walter. Ihre Stellvertreter sind Dekanin Katharina Treptow-Garben und der Stellvertreter der Dekanin Dr. Simon Layer.

Berichte aus Landessynode, Musik- und Finanzausschuss
Zum Abschluss der Tagung gab es noch Einblicke aus verschiedenen Gremien: Natalie Frey berichtete aus der Landessynode,die sich auch neu aufgestellt hat in kleinerer Besetzung. Besonders beeindruckend fand sie den Austausch der Synodalen mit Betroffenen von sexueller Gewalt, den die Landesbischöfin initiiert hatte. 
Das Thema Finanzen sei auf Landesebene natürlich auch Thema, die Kirchensteuerentwicklung sei dramatischer als geschätzt. Es gehe um Sparen, nicht um kaputt sparen und nicht ohne die Hoffnung des Finanzreferates, dass die wirtschaftliche Lage sich konsolidiere.
Holger Lehmann gab einen Bericht aus dem Finanzausschuss, der unter dem Vorsitz von Ralf Krumm und Pfarrer Steffen Groß den Haushalt im Vorfeld geprüft und beraten hatte.
Die Vorsitzende des Musikausschusses Christine Ebbinghaus berichtete von drei Themen, die der Ausschuss sich vornehmen wolle, eine ehrliche Bestandsaufnahme der Chöre und die Initiierung von Kooperationen, die Stärkung der Kinder- und Jugendchöre, womöglich auch innerhalb der Ganztagsschule und nicht zuletzt eine vernetzte Öffentlichkeitsarbeit, die durch eine frühe Planung zu einer stärkeren Sichtbarkeit aller musikalischen Ereignisse im Bezirk führe. 

Pünktlich um 22 Uhr endete die Tagung mit einem gemeinsamen Segenslied

Fotos und Text: Elke Piechatzek