Fusion der Kirchengemeinden kommt – in zwei Schritten
Brühl, Eppelheim, Ketsch, Oftersheim, Plankstadt, Schwetzingen
Die sechs evangelischen Kirchengemeinden der Region Nordwest halten an ihrem gemeinsamen Ziel fest: der Fusion zu einer großen Kirchengemeinde. Die Kirchengemeinderäte haben dies erneut bekräftigt.

Aufgrund rechtlicher und organisatorischer Fragen im Zusammenhang mit den Zusatzversorgungskassen darf die Fusion jedoch nicht wie ursprünglich geplant vollständig zum 1. Januar 2027 umgesetzt werden. Deshalb wurde ein zweistufiges Verfahren beschlossen.
Zum 1. Januar 2027 werden die Kirchengemeinden Brühl, Eppelheim, Ketsch, Oftersheim und Plankstadt zu einer gemeinsamen Kirchengemeinde zusammengeführt. Die Kirchengemeinde Schwetzingen wird noch durch die Landeskirche blockiert, soll aber entsprechend ihrem eigenen Wunsch beitreten, sobald die offenen Fragen geklärt sind. Bis dahin wird es eine enge und verbindliche Zusammenarbeit geben, die in vielen Bereichen bereits einer vollständigen Fusion entspricht.
Die Verantwortlichen betonen: Die gemeinsame Arbeit für eine lebendige und zukunftsfähige Kirche in unserer Region wird konsequent fortgeführt.
Text: Simon Layer
Fusion der Kirchengemeinden wird in zwei Schritten umgesetzt
Fünf Gemeinden fusionieren zum 1. Januar 2027 – Schwetzingen folgt, sobald offene Fragen zur Zusatzversorgung geklärt sind
Die geplante Fusion der sechs evangelischen Kirchengemeinden Brühl, Eppelheim, Ketsch, Oftersheim, Plankstadt und Schwetzingen wird umgesetzt – allerdings anders als ursprünglich vorgesehen in zwei Schritten. Darauf haben sich die sechs Kirchengemeinderäte bei einer gemeinsamen Sitzung in Schwetzingen verständigt.
Zum 1. Januar 2027 werden zunächst die Kirchengemeinden Brühl, Eppelheim, Ketsch, Oftersheim und Plankstadt zu einer gemeinsamen Kirchengemeinde vereinigt. Schwetzingen wird der neuen Kirchengemeinde beitreten, sobald die noch offenen Fragen im Zusammenhang mit den Zusatzversorgungskassen geklärt sind. Angestrebt wird ein Beitritt zum frühestmöglichen Zeitpunkt, möglichst bereits zum 1. Januar 2028.
Ursprünglich war vorgesehen, alle sechs Kirchengemeinden zum 1. Januar 2027 gleichzeitig zu vereinigen. Der Evangelische Oberkirchenrat hat jedoch darüber informiert, dass die vollständige Fusion zu diesem Zeitpunkt aufgrund noch laufender Abstimmungen mit den betroffenen Zusatzversorgungskassen nicht möglich ist.
Enge Zusammenarbeit ab 2027
Unabhängig von der zunächst noch getrennten rechtlichen Struktur soll die Zusammenarbeit aller sechs Orte ab 2027 so weit wie möglich der ursprünglich geplanten Fusion entsprechen. Für die neue, fusionierte Kirchengemeinde und Schwetzingen wird ein gemeinsamer Kirchengemeinderat mit Vorsitz, stellvertretendem Vorsitz und gemeinsamen Ausschüssen gebildet.
Bis zur Bildung dieses gemeinsamen Kirchengemeinderats koordiniert wie bisher der Arbeitskreis Verwaltung die weiteren Fusionsprozesse. Ihm gehören Herwig Huber, Vorsitzender des Kirchengemeinderats Eppelheim, Sigrid Petzke-Hoffmann, stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats Ketsch, Pfarrerin Melanie Börnig aus Brühl, Sprecherin der Dienstgruppe und Co-Verantwortliche für den Bereich Kitas, Diakon Daniel Horsch aus Plankstadt, verantwortlich für den Bereich Bau, sowie Pfarrer Steffen Groß aus Schwetzingen an. Er leitet den Arbeitskreis, verantwortet die Bereiche Personal und Finanzen und ist Co-Verantwortlicher für den Bereich Kitas. Der Arbeitskreis berichtet den Kirchengemeinderäten bei deren gemeinsamen Sitzungen.
Auch die inhaltliche Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut. Gute Erfahrungen gibt es bereits mit ortsübergreifenden Angeboten, unter anderem in der Konfi-Arbeit. Die gemeinsame Dienstgruppe der Hauptamtlichen wird einen Dienstplan für die gesamte Region erarbeiten und dem Kirchengemeinderat vorlegen. Ab 1. September 2026 gehört auch Pfarrerin im Probedienst Anja Bork zur Dienstgruppe; sie wird in das Oftersheimer Pfarrhaus einziehen.
Gemeinsames Pfarramt und gemeinsame Verwaltung
Zum 1. Januar 2027 entsteht außerdem ein gemeinsames Pfarramt, das zunächst dezentral an den bisherigen Standorten weiterarbeitet. Die Verwaltungsgeschäftsführung übernehmen Anke Scharf, bisher im Pfarramt Schwetzingen tätig, und Bettina Schneider, bisher in der Bauabteilung des Verwaltungs- und Serviceamts in Meckesheim.
Weitere gemeinsame Strukturen entstehen derzeit auch in anderen Arbeitsbereichen. Für die insgesamt 14 Kindertagesstätten wird derzeit geklärt, welche Mitarbeitenden des Verwaltungs- und Serviceamts künftig die Verwaltungsleitung übernehmen. Gemeinsam mit ihnen, den Leitungen der einzelnen Kitas und der Schwetzinger Kita-Koordination soll anschließend die zukünftige Zusammenarbeit gestaltet werden.
Auch im Bereich Bau haben bereits erste gemeinsame Treffen stattgefunden. Die Abstimmungen im Finanzbereich werden folgen.
Der nächste Schritt wird die Festlegung eines gemeinsamen Namens sein - diese Entscheidung muss aufgrund der oben beschriebenen Probleme erst einmal zurückgestellt werden.
Am Ziel, dass sich Brühl, Eppelheim, Ketsch, Oftersheim, Plankstadt und Schwetzingen zu einer gemeinsamen großen Kirchengemeinde zusammenschließen, ändert sich nichts. Trotz der vorübergehend zweigeteilten rechtlichen Struktur sollen die wesentlichen Elemente der Fusion umgesetzt und die Zusammenarbeit konsequent weiterentwickelt werden.
Hintergrund: Erklärung des Evangelischen Oberkirchenrats
Zu den Gründen, weshalb die Fusion nicht wie ursprünglich vorgesehen vollständig zum 1. Januar 2027 vollzogen werden kann, erklärt der Evangelische Oberkirchenrat:
„Die sechs Kirchengemeinden Brühl, Eppelheim, Ketsch, Oftersheim, Plankstadt und Schwetzingen werden eine neue, große Kirchengemeinde. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – mehr als 250 Namensvorschläge aus der Bevölkerung gibt es bereits. Die Gremien tagen, ortsübergreifende Konzepte werden gelebt. Die Hauptamtlichen arbeiten schon in einer Dienstgruppe, die Webpräsenzen aller sechs Orte werden zusammengeführt.
Dennoch verzögert sich der Zeitpunkt der formalen Fusion, die für 1. Januar 2027 geplant gewesen ist. Die Abstimmung mit den betroffenen Zusatzversorgungskassen, an der seit längerer Zeit gearbeitet wird, ist sowohl für die Landeskirche als auch für die Zusatzversorgungskassen hochkomplex. Für alle Beteiligten muss eine nachhaltige und wirtschaftlich vertretbare Lösung gefunden werden. Im laufenden Abstimmungsprozess hat sich nun gezeigt, dass hierfür mehr Zeit benötigt wird. Hier gilt: Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.
Bei der Abstimmung mit den Kassen geht es nicht um die Zusatzversorgungen der einzelnen Mitarbeitenden; hier verändert sich nichts. Es geht um die Mitgliedschaft der Kirchengemeinden bei ihren Zusatzversorgungskassen, die eine gestaltende Abstimmung braucht. (...)“
Die Verzögerung verändert damit zwar den rechtlichen Zeitplan, nicht aber die grundsätzliche Richtung des gemeinsamen Weges. Die Fusion wird weitestgehend umgesetzt, auch wenn Schwetzingen zunächst formal noch nicht Teil der neuen Kirchengemeinde sein wird.
Ziel bleibt eine starke und vielfältige evangelische Kirche in der Region, die ihre Kräfte bündelt und das Evangelium unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen neu und überzeugend zu den Menschen bringt – nahe bei Gott und nahe bei den Menschen.
Text: Steffen Groß
Bearbeitung: Simone Heidbrink
Bearbeitung: Simone Heidbrink




